Amateurfunk aus Sikkim


Lage und Geschichte

Kontinent: Asien - Lage: 27.56N 91.64E, NL57 - Zonen: WAZ 22, ITU 41 - Zuweisungen: AC3 (bis 30.04.1975), VU

Lage und GeschichtezoomSikkim (nepali: सिक्किम) ist heute ein indischer Bundesstaat im südlichen Himalaya, grenzt im Süden an den nördlichsten Teil des indischen Bundesstaats Westbengalen, sowie im Westen an Nepal, im Nordosten an China und im Südosten an Bhutan. Der Bundesstaat umfasst eine Fläche von 7.096 km² mit 640.115 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2008). Die Hauptstadt ist Gangtok. Der größte Fluss in Sikkim ist der Tista. Der Kangchendzonga, der höchste Gipfel Sikkims, ist mit 8586 m der dritthöchste Berg der Welt. Von der Bevölkerung wird er als Schutzgott verehrt. In der monsunabhängigen Region fallen jährliche Niederschlagsmengen bis zu 6000 mm. So abwechslungsreich das Landschaftsbild von sattgrüner Vegetation bis zu ewigem Eis, so vielseitig ist der Artenreichtum der Tier- und Pflanzenwelt. Unter den über 4000 Pflanzenspezies gedeihen allein 600 Orchideenarten. Die Natur Sikkims bietet seltenen Tieren wie Roten Pandas, endemischen Schapis und vielen anderen einen Lebensraum. Die wichtigsten Landessprachen sind Nepali (Nepalesisch), Lepcha, Limbu und Bhutia (ein südtibetischer Dialekt), welche neben den überregionalen Amtssprachen Indiens, Hindi und Englisch auch als Amtssprachen dienen. Sikkim war bis 1975 ein unabhängiges Königreich und ein eigenes DXCC-Land.

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Die königliche Dynastie

und Sikkims wechselvolle Geschichte

1642 wurde in 5. Generation der Nachkommen von Guru Tashi, von drei großen Lama-Mönchen Phuntsog Namgyal als erster Denzong Gyalpo oder Chogyal (König) von Sikkim. Die Mönche waren aus dem Norden, Westen und Süden nach Yuksom Norbugang in West-Sikkim gekommen (Bild). Die Zeremonie, genannt Naljor Chezhi, wurde exakt so durchgeführt, wie sie Guru Rimpoche vor gut achthundert Jahren prophezeit hatte. some eight hundred years before. Diese historische Zusammenkunft der drei weisen Lamas wird Yuksom genannt, was in Lepcha so viel bedeutet wie "Die drei Übermächtigen". Der Chogyal und die drei Mönche bekehrten die Stämme der Lepcha zwangsweise zum Buddhismus und annektierten das Chimbi-Tal, den heutigen Disktrikt Darjeeling und Teile des heute zum Osten Nepals zählenden Gebiets.

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Palden Thondup Namgyal - AC3PT

Der 12. und letzte Chogyal von Sikkim

Palden Thondup Namgyal - AC3PTzoom(*23. Mai 1923, †29.Januar 1982) Namgyal trat mit sechs Jahren in den St. Joseph's Convent in Kalimpong ein, musste aber wegen wiederholter Anfälle von Malaria die Schule wechseln, war vom achten bis elften Lebensjahr Privatschüler bei seinem Onkel Rimpoche Lhatsun und bereitete sich auf seine Ordination zum Mönch vor. In der Folge wurde er als Reinkarnation der Leiter der Klöster Phodong und Rumtek erkannt. Er setzte seine Ausbildung am St. Joseph's College in Darjeeling fort und schloss sie 1941 an der Bishop Cotton School in Simla ab.

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Gus und der König von Sikkim

Gus und der König von SikkimzoomIn den frühen Sechzigerjahren den Amateurfunk bis in die entfernstesten Winkel zu tragen, war einer der größten Coups von Gus Browning. Gus wollte stets bislang nicht aktivierte Länder in die Luft bringen. Dick Spencerely hatte den Deal eingefädelt, Gus kam aus Bhutan zurück - Gus Browning in Bhutan - und traf König (Chogyal) Palden Thondup Namgyal in Sikkim. Die Chemie muss gestimmt haben, denn der Regent gab ohne weiteres seine Zustimmung - und so meldete sich Gus im September 1963 ganz legal als AC3PT - an sich ein Präfix, der den USA zugeteilt war und ist, aber da Sikkim keinen eigenen Landeskenner hatte, "entlehnte" ihn Gus kurzerhand, und das PT stand natürlich für Palden Thondup. Hope Cooke, die letzte Königin von Sikkim - Hope Cooke, die letzte Königin von Sikkim -, die aus den USA stammte, fragte Gus bei seiner Ankunft, was sie für ihn tun könne. "Nun, Majestät", sagte er, "ich wäre sehr dankbar für eine Coca-Cola." Und das war ausnahmsweise kein Problem denn die Maharani hatte einen ganzen Kühlschrank voll mit Cola-Flaschen. Der Chogyal war vom Amateurfunk so fasziniert, dass er sich nach Gus' Abreise eine komplette Collins-S-Line (Tx 32S-3, Rx 75S-1, LA 30S-1) beschaffte und fortan selbst als AC3PT sendete.Natürlich galt AC3PT als eine der rarsten Stationen - doch am 9. April 1975 fanden das Funkerdasein und mehr noch die Königswürde ein plötzliches Ende. "Jetzt stürmen die indischen Truppen mein Zimmer..." waren die letzten Worte, die Funkamateure rund um den Globus von AC3PT zu hören bekamen.




Das gewaltsame Ende von AC3PT

Das gewaltsame Ende von AC3PTHorst Geerken, YB0AAG/DJ2LB, hatte in Jakarta, wo er sich dienstlich aufhielt, gemeinsam mit einem Besucher, seinem Freund (und mittlerweile verstorbenen) Hans Mauder, DL6FF, den Notruf unmittelbar empfangen. Horst, damals Repräsentant von Telefunken in Indonesien, lebt heute in Bonn und hat das Rufzeichen DJ4SM. Er erinnert sich: "Ich saß an meiner Funkstation in Jakarta und hörte plötzlich einen Hilferuf von AC3PT. Unser Kontakt hatte etwa acht bis zehn Minuten bestanden, als der König ihn mit sich überschlagender Stimme und den Worten abschloss: 'Jetzt stürmen die indischen Truppen mein Zimmer!' Unser QSO war von zwei schwedischen Funkfreunden mitverfolgt worden, Thomas Schell, SM6AFH, and Stig Pärsson, SM4JPN. Kaum war die Stimme des Chogyal verstummt, riefen mich die beiden auf der selben Frequenz. Wir verglichen den Namen und die Anschrift von AC3PT, und Thomas informierte einen schwedischen Journalisten über den Überfall. Ich selbst hatte dann eine Verbindung mit OM Horning, der in der Nähe von Hannover lebt. Er zeichnete meinen Bericht auf und leitete ihn an den Norddeutschen Rundfunk und einige Nachrichtenagenturen weiter. Und so kam die Meldung anderentags in aller Welt in die Presse. Den indischen Besetzern war offenbar nicht bewusst gewesen, dass der Chogyal über eine Funkausrüstung verfügte. Sie wurde dann auch prompt beschlagnahmt, unter dem Vorwand, dass der Chogyal keine offizielle Sendelizenz besaß.
Horst H. Geerken linkext. Link widmet diesem dramatischen Geschehen ein ausführliches und spannendes Kapitel in seinem Buch Der Ruf des Geckos (Bezugsnachweis: linkext. Link ), aus dem wir mit freundlicher Genehmigung des Autors die Seiten 316-327 übernehmen. (Transkription: Anton Kuchelmeister, DK5TL)



Download [120.1 KB]Ausschnitt aus "Der Ruf des Geckos" von Horst H. Geerken [PDF , 120.1 KB]


zoomUlrich Bihlmayer, DJ9KR, war einer der Glücklichen, die mit dem Chogyal zuvor zwei Mal Funkkontakt gehalten hatten, im Juni 1972 und im August 1974, beide Male auf 20m in SSB. Er erinnert sich, dass die englische Aussprache des Chogyal nicht leicht zu verstehen war: "Sein Akzent ähnelte dem der Chinesen." Der König bestätigte die Verbindung Jahre später, als Sikkim längt ein von Indien okkupiertes Gebiet war, mit seiner QSL-Karte und einem persönlichen Brief, in dem er die dramatischen Ereignisse jenes Tages schilderte, an dem die Inder seinen Palast erstürmt hatten.

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Hope Cooke, die letzte Königin von Sikkim

Auszüge aus ihren Memoiren

Hope Cooke, die letzte Königin von SikkimzoomTheir first encounter in Darjeelng(p 71).
The afternoon Kedsang introduces me to the Maharaj Kumar, or Crown Prince, of Sikkim. ... The Maharaj, widowed two years earlier, had come to see his two sons at boarding school in town. ... I'm interested in the politics and anecdotes the Prince is telling me, but more than the words I'm struck by the sense of loss and pain that seem to run trough him, by his sensitive face, which changes from sadness when he talks ... to take on a half-courteous, half-puckish smile. ... Against Kesang's protestation he goes back to Gangtok the next morning. "All that chap does is sit up in Sikkim", Kesang says. "Stays up there for months at a time without ever coming out. He's got too much sense of duty. They don't deserve him. A bloody monk's life he leads." ... He talks of him, telling me with admiration of the Prince's efforts to improve the country and his people's condition.

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Amateurfunk aus Sikkim/Indien

Amateurfunk aus Sikkim/IndienzoomAb dem 1. Mai 1975 zählt Sikkim als DXCC-Land/Gebiet zu Indien. Einer der wenigen Funkamateure, die sich seitdem aus Sikkim meldeten, war Rajesh Verma, der Direktor des staatlichen Büros für das Fernmeldewesen (Department of Information Technology). Man kennt Rajesh Verma zwar eher als Autor eines der beliebtesten Reiseführers, aber die Eingeweihten wissen, dass er das Rufzeichen VU2RVM vertrat und 1975 das Lehrbuch “ABC of Amateur Radio and Citizen Band” veröffentlichte.

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