SOS von der 'Titanic' - Chronologie einer Tragödie


Die 'RMS Titanic'

Kurzbeschreibung

Die 'RMS Titanic'zoomDie RMS Titanic, ein Passagierschiff der britischen Reederei White Star Line, wurde in Belfast auf der Werft von Harland & Wolff gebaut und war bei der Indienststellung am 2. April 1912 das größte Schiff der Welt. Der zweite von drei Dampfern der Olympic-Klasse war wie seine Schwesterschiffe für den Liniendienst auf der Route Southampton–Cherbourg–Queenstown–New York, New York–Plymouth–Cherbourg–Southampton vorgesehen und sollte neue Maßstäbe im Reisekomfort setzen. Die Titanic war 269,04 Meter lang, 28,19 Meter bret, 53,33 Meter hoch (Unterkante Kiel bis Oberkante Schornstein), hatte 10,54 Meter Tiefgang, 46.329 Bruttoregistertonnen Rauminhalt, 39.380 Tonnen Leermasse und 13.767 Tonnen Tragfähigkeit. Die Titanic besaß drei Schiffsschrauben (Propeller) und konnte 23 bis 24 Knoten Höchstgeschwindigkeit und 21 Knoten Reisegeschwindigkeit erreichen. Die äußeren Propeller wurden von Vierzylinder-Kolbendampfmaschinen mit Dreifachexpansion und einer Indizierten Leistung von jeweils 15.000 PS (11 MW) angetrieben. Der Abdampf dieser Maschinen wurde in eine Niederdruck-Parsons-Turbine geleitet, die den mittleren Propeller antrieb; diese sollte 16.000 PS leisten. Tatsächlich erwiesen sich die Maschinen in den Tests stärker als geplant, so dass die Titanic mit einer Maschinenleistung von insgesamt 51.000 PS registriert wurde. Die maximal erreichbare Antriebsleistung lag bei ungefähr 60.000 PS. Die Titanic verbrauchte auf See 620 bis 640 Tonnen Kohle pro Tag, welche in 29 Kesseln mit insgesamt 159 Feuerungen verbrannt werden konnte. Es waren allerdings nie alle Kessel gleichzeitig in Betrieb. Die Bunker fassten 6.700 Tonnen Kohle. Die vier Schornsteine der Titanic waren ungefähr 19 Meter hoch. Der vierte Schornstein war allerdings kein Rauchabzug, sondern diente der Ästhetik. Einerseits waren Schiffe mit vier Schornsteinen bei Schiffsarchitekten, den damaligen Medien und den Schiffsreisenden sehr beliebt; andererseits wurde er zur Entlüftung der Kessel- und Maschinenräume sowie der Küchenräume mit den Kohleherden benutzt. Die Titanic besaß eines der größten elektrischen Netze aller Schiffe der damaligen Zeit. Vier dampfbetriebene 400-Kilowatt-Generatoren lieferten zusammen maximal 16.000 Ampere bei 100 Volt. Besonderes Interesse galt der Sicherheitsausstattung der beiden Schwesterschiffe. Sie galten als Wunder der Technik und wurden aufgrund der vollautomatischen Wasserschutztüren zwischen den 16 wasserdicht abschottbaren Abteilungen im Juni 1911 in der Zeitschrift The Shipbuilder als „praktisch unsinkbar“ bezeichnet. Als Abstellplatz für die Rettungsboote war das oberste Deck vorgesehen, welches in Bereiche für die erste und zweite Klasse unterteilt war. Es wurden 16 Paare der damals neuartigen Welin Quadrant Davits installiert, welche zum Fieren von 48 Rettungsbooten ausgerüstet waren. Optional hätte sich die Kapazität der Davits noch auf 64 Boote erweitern lassen, jedoch wurde die Anzahl auf 20 reduziert (14 reguläre Rettungsboote, 2 Notfall-Kutter, 4 Faltboote). Diese geringe Anzahl von war gesetzeskonform: Das entsprechende Gesetz aus dem Jahre 1896 legte nicht die mögliche Passagieranzahl, sondern die Tonnage des Schiffes zugrunde. Die Titanic hätte nur Rettungsboote für 756 Personen mitführen müssen und die gesetzlichen Anforderungen mit 422 zusätzlichen Plätzen deutlich übererfüllt.

Die Entwicklung der Titanic fiel in eine Phase extremen Konkurrenzkampfes zwischen den Reedereien, welche erst durch den Beginn des Ersten Weltkrieges beendet wurde. So stellte die Cunard Line 1907 die beiden Turbinendampfer Lusitania und Mauretania in Dienst, von denen die Mauretania 22 Jahre lang das schnellste Passagierschiff der Welt blieb. Beide waren mit über 30.000 Bruttoregistertonnen bei ihrer Indienststellung die größten Schiffe der Welt. 1912 lief für die deutsche HAPAG der erste von den drei über 50.000 Bruttoregistertonnen großen Dampfern der Imperator-Klasse vom Stapel. Bei der Planung der Titanic und ihrer Schwesterschiffe Olympic und Gigantic (später HMHS Britannic) wurde in erster Linie auf Luxus in der ersten Klasse und weniger auf die Reisegeschwindigkeit geachtet. Zu dieser Zeit war die große Zahl der nach Amerika Auswandernden die sicherste Einnahmequelle für die Reedereien. Die Preise pro Person bei Unterbringung in normalen Kabinen begannen bei 36 US-Dollar (15 US-Dollar für Kinder bis 12 Jahre) für die dritte, bei 60 US-Dollar für die zweite und bei 150 US-Dollar für die erste Klasse. Die größten Suiten kosteten 4350 US-Dollar.
Im Frühling des Jahres 1907 wurden in London die ersten Planungen für den Bau von drei großen Passagierschiffen begonnen. Bruce Ismay, der Geschäftsführer der White Star Line, und Lord William James Pirrie, Direktor der Schiffswerft Harland & Wolff Ltd., beschlossen den Bau von drei Schiffen mit einer bis dahin nicht erreichten Größe von 45.000 Bruttoregistertonnen, der Olympic-Klasse. Das konkrete Design wurde von den Schiffsarchitekten Alexander Carlisle, Thomas Andrews und Edward Wilding entworfen.
15 Wochen nach dem Baubeginn des Schwesterschiffes Olympic wurde am 31. März 1909 die Titanic auf Kiel gelegt. Sie trug die Registriernummer 131428 und die Baunummer 401 der Werft Harland & Wolff Ltd. in Belfast. Der Stapellauf der Titanic fand – wie bei White Star üblich ohne Schiffstaufe – am 31. Mai 1911 statt.
Die Titanic war von den britischen Behörden für 3.300 Passagiere zuzüglich der benötigten Mannschaft zugelassen worden. Allerdings wurde diese mögliche Passagierkapazität aufgrund der Ausstattung der Titanic nicht voll ausgenutzt. In der ersten Klasse fanden 750 Personen, in der zweiten Klasse 550 Personen und in der dritten Klasse 1.100 Personen Platz. Die Titanic bot damit Raum für insgesamt 2.400 Passagiere.
1. Klasse Ein Großteil des Innenraums der Titanic wurde für die erste Klasse verwendet. Fast die gesamten Aufbauten und ein großer Teil des mittleren Rumpfes waren dafür eingeplant. Mittelpunkt der Ersten Klasse war das zwischen erstem und zweitem Schornstein gelegene große Treppenhaus des Schiffes, das insgesamt sechs Decks (Bootsdeck bis E-Deck) miteinander verband. Von einer Glaskuppel überragt und mit Eichenholz getäfelt, gehörte das Treppenhaus zu den aufwändigsten und architektonisch ausgefeiltesten Räumen auf der Titanic. Ein zweites, ähnliches Treppenhaus verband zwischen den hinteren beiden Schornsteinen das A- mit dem C-Deck. Auf dem A-Deck lag die Mehrzahl der öffentlichen Räume, darunter ein Lese- und Schreibsalon, ein geräumiger Gesellschaftsraum, ein Rauchsalon und zwei Verandacafés. Auf dem D-Deck befand sich der Speisesaal der Ersten Klasse, der 1912 der größte Raum auf einem Schiff überhaupt war. Außer in diesem Saal konnten die Erste-Klasse-Passagiere auch À la carte im Restaurant auf dem B-Deck speisen. An das Restaurant grenzte das im Stil eines französischen Straßencafés gestaltete „Café Parisien.". Bei der Gestaltung der Passagierunterkünfte setzte die White Star Line neue Maßstäbe, was Größe, Ausstattung und sanitäre Einrichtungen betraf. Ein Großteil der Luxuskabinen auf dem B- und C-Deck, die in verschiedensten historisierenden Stilrichtungen ausgestattet waren, verfügten darüber hinaus über Verbindungstüren, so dass sie nach Wunsch zu beliebig großen Appartements mit angeschlossenen Badezimmern und Toiletten verbunden werden konnten. Es gab ein Türkisches Bad, ein beheiztes Schwimmbecken, eine Sqashanlage und einen Gymnastikraum.
2. Klasse Der zweiten Klasse stand bedeutend weniger Raum zur Verfügung, trotzdem entsprach die Qualität der Ausstattung und des gebotenen Service der der ersten Klasse auf kleineren oder älteren zeitgenössischen Passagierschiffen. Ihr Bereich war – anderes als die erste und dritte Klasse – nicht über die Schiffslänge, sondern seine Höhe verteilt und konzentrierte sich etwa im Bereich zwischen dem vierten Schornstein und dem achteren Mast des Schiffes. Neben einem großen, eichenholzgetäfelten Speisesaal auf dem D-Deck waren ein auch als Bibliothek bezeichneter Aufenthaltsraum und ein Rauchsalon vorhanden. Als Außendeck dienten die hintere Hälfte des Bootsdecks und ein zwei Etagen tiefer gelegener Bereich auf dem B-Deck.
3. Klasse Die dritte Klasse (auch häufig als „Zwischendeck“ bezeichnet) umfasste die tiefer gelegenen Decks des Schiffes und die Bereiche unmittelbar am Bug und Heck der Titanic. Obwohl im Vergleich zu den beiden anderen Klassen spartanisch eingerichtet, bot sie doch einen Komfort, der häufig weit über dem lag, was viele der meist nahezu mittellosen Auswanderer, die diese Klasse vor allem nutzten, von zu Hause gewohnt waren. Während andere zeitgenössische Schiffe die Dritte-Klasse-Passagiere meist in riesigen Schlafsälen unterbrachten, gab es auf der Titanic Sechs-, Vier- und Zweibettkabinen mit Waschgelegenheit. Der Speisesaal der dritten Klasse lag mittschiffs auf dem F-Deck und war durch eine Schottwand zweigeteilt. Die übrigen öffentlichen Räume – ein allgemeiner Aufenthaltsraum und ein Rauchsalon – lagen ganz am hinteren Ende des Schiffes im achteren Decksaufbau. Dessen Dach sowie die Bereiche des achteren und vorderen Welldecks dienten den Dritte-Klasse-Passagieren als Freiflächen.
Besonderes Interesse galt der Sicherheitsausstattung der beiden Schwesterschiffe. Sie galten als Wunder der Technik und wurden aufgrund der vollautomatischen Wasserschutztüren zwischen den 16 wasserdicht abschottbaren Abteilungen im Juni 1911 in der Zeitschrift The Shipbuilder als „praktisch unsinkbar“ bezeichnet.
Als Abstellplatz für die Rettungsboote war das oberste Deck vorgesehen, welches in Bereiche für die erste und zweite Klasse unterteilt war. Es wurden 16 Paare der damals neuartigen Welin Quadrant Davits installiert, welche zum Fieren von 48 Rettungsbooten ausgerüstet waren. Optional hätte sich die Kapazität der Davits noch auf 64 Boote erweitern lassen, jedoch wurde diese Option nicht genutzt. Zunächst plante Alexander Carlisle die Installation von 48 Rettungsbooten[5] auf der Olympic und der Titanic, jedoch folgten mehrere Designwechsel, in deren Folge die Anzahl der Rettungsboote auf 20 reduziert wurde. Diese beinhalteten 14 reguläre Rettungsboote, 2 Notfall-Kutter, sowie 4 Faltboote. Des Weiteren waren 3.560 Rettungswesten vorhanden. Diese geringe Anzahl von Rettungsbooten war gesetzeskonform: Das entsprechende Gesetz aus dem Jahre 1896 legte nicht die mögliche Passagieranzahl, sondern die Tonnage des Schiffes zugrunde. Die Titanic hätte daher laut Gesetz nur Rettungsboote für 756 Personen mitführen müssen und die gesetzlichen Anforderungen mit 422 zusätzlichen Plätzen deutlich übererfüllt.
(Quelle: Wilipedia)



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