Telegraphenleitungen von Nord nach Süd, von West nach Ost


Telegraphenleitungen quer durch den Kontinent

Telegraphenleitungen quer durch den KontinentzoomDie QSL-Karte mit dem Sonderrufzeichen VI6EWT trägt auf der Rückseite folgenden Text: "Diese aus einem einzigen Stahldraht bestehende 2.532km lange Leitung wurde am 8. Dezember 1877 eröffnet und erschloss West-Australien die ganze Welt. Die Telegraphenstation Eucla, 1.436km östlich von Perth und 12km von der Grenze zu South Australia, wurde von zwei Kolonialverwaltungen als jeweiliger Endpunkt betrieben und wurde eines der wichtigsten Kommunikationszentren des Kontinents.

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Verrückt, aber machbar: Der Australian Overland Telegraph

Verrückt, aber machbar: Der Australian Overland TelegraphzoomIm März 1854, nur zehn Jahre, nachdem Samuel Morse die erste Telegraphenleitung zwischen Washington und Baltimore eröffnet hatte, verband bereits ein "Public Telegraph" die Stadt Melbourne mit dem Hafen von Williamstown. Samuel MacGowan, der aus Kanada mit einigem Telegrafen-Equipment eingewandert war, hatte das Projekt im Jahr zuvor initiiert. 1857 entstand in Tasmanien eine Verbindung von Hobarth nach Launceston, die 1859 per Unterseekabel nach Melbourne erweitert wurde. Sydney, Melbourne und Adelaide wurden 1858 verbunden, Brisbane 1861 angeschlossen. Australien, das waren jetzt nicht bloß ein paar Sträflingskolonien, das war seit nunmehr 25 Jahren ein ganzer Kontinent, auf dessen Besitz die britische Krone Anspruch erhob - ein riesiges Territorium fernab der Welt. Aber hatte Britannia nicht soeben ein Unterseekabel verlegt, das von London bis Java reichte? Zugegeben, es wäre ein waghalsiges Unterfangen, aber: wenn man nun die bestehende Leitung nach Norden verlängern würde, bis zu dem Java nächstgelegenen Ort an der Küste... Das war Palmerston, in den Northern Territories, das spätere Darwin.

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Sir Charles Todd, 1826-1910

Sir Charles Todd, 1826-1910zoomDer Mann, der diese verrückte Idee hatte, war Charles Todd (1826-1910), der "Superintendent of Telegraphs". Er war Astronom, Elektrizitätsforscher und Meteorologe am Königlichen Observatorium in Greenwich und an der Universität Cambridge gewesen, ehe man ihn 1855 nach Australien schickte, wo er Stern- und Wetterwarten errichten ließ und das Postwesen in Schwung brachte (1870 sollte er sogar Postmaster General werden). Seine größte Leistung war und blieb aber die Errichtung des "Overland Telegraph". Sie trug ihm zahllose Ehren ein, schließlich sogar die Erhebung in den Adelstitel ("Sir Charles"). Nach ihm ist der Todd River benannt (und nach seiner Gattin Alice die Stadt Alice Springs).

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Die zweite Großtat: Der East-West-Telegraph

James C. Fleming - Vom Sträfling zum Oberaufseher

Die zweite Großtat: Der East-West-TelegraphzoomDie Errichtung der "Overland Telegraph Line" hatte unvorhergesehene Folgen für Westaustralien. Bislang hatte diese Kolonie stets als erste die Neuigkeiten aus Europa erfahren, legten doch die Schiffe zuallererst hier an. Nun war Perth das Stiefkind der Kommunikation geworden. Die Situation war geradezu lächerlich: während man entlang der gesamten besiedelten Ostküste Nachrichten binnen weniger Minuten austauschen konnte, musste man sich am westlichen Brückenkopf der weißen Zivilisation auf Briefpost beschränken - sechs Monate Laufzeit von und nach England, sechs Wochen quer durch den eigenen Kontinent. Da musste Abhilfe her! So beschlossen also die Regierungen von Western Australia und Southern Australia, die beiden Kolonien ebenfalls mit einer Telegraphenleitung zu verbinden. Die Regierung von Western Australia beauftragte James Coates Fleming mit der Errichtung einer Verbindung von Albany nach Eucla, zunächst bezeichnet als "Eucla Telegraph Line", später als "Inter-Colonial Telegraph Line", schließlich definitiv als "East-West-Telegraph".

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In Eucla kreuzten sich die Wege - und die Morse-Codes

04.08.09

In Eucla kreuzten sich die Wege - und die Morse-CodeszoomAuf den ersten Telegrafenlinien wurde natürlich, aus den USA übernommen, der American Morse Code eingesetzt und galt schließlich in ganz Ost-Australien als Standard. Als 1872 die Verbindung des Overland Telegraph von Port Augusta nach Darwin eröffnet wurde, beschäftigte man aus den USA eingewanderte Telegrafisten, die mit diese Code vertraut waren. Aus bislang nicht erkennbaren Gründen entschied sich der Bundesstaat Victoria aber 1874 für eine eigene Version, bei der z.B. die Zwischenräume bei C O R : ; und . entfielen, bei Y Z und & jedoch beibehalten wurden. Diese Variante nannte man den Victorian Code. In Westaustralien wurde die Leitung 1869 von der West Australian Telegraph Co. errichtet und betrieben, die ihrerseits einen eigenen, so genannten WATCo Code einsetzte. Für Verwirrung war also gesorgt, sobald die Leitungen verschiedener Betriebe miteinander verknüpft wurden, wie dies in Eucla der Fall war:
Zwei Gruppen von Telegraphisten saßen einander an dem langen, in der Mitte durch eine Barriere geteilten Tisch gegenüber, der sich durch den ganzen Raum erstreckte. Die Beamten von South Australia vermittelten die Meldungen von und nach Adelaide mittels American (oder Victorian) Morse Code und reichten die Telegramme durch Öffnungen in der Trennwand an die Kollegen von Western Australia weiter, die im WATCo Code nach und von Perth sendeten. Erst im November 1896 einigte man sich bei der Intercolonial Postal and Telegraph Conference in Sydneyauf einen gemeinsamen, den International oder Universal Code. Er trat erst am 1. Juni 1897 in Kraft, damit die Telegraphisten ausreichend Zeit zum Umlernen hatten.

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Die Eucla Telegraph Station heute

31.48.00 S, 128.55.00 O, 1.440km östlich von Perth: Die Nullarbor-Plains tragen ihren Namen mit Recht: Kein Baum weit uns breit, nur endlose Straßen - und in der Dünenlandschaft unweit des einsamen Ortes Eucla (50 Einwohner) die Reste der Station, heute ein nationales Kulturerbe.

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Weitere Information (Englisch)

Weitere Information (Englisch)zoomThe Overland Telegraph Story linkext. Link
Connecting the Continent linkext. Link (mit Audio)
The Telegraph – a Wire around the World
Transkript eines Science Show-Programms von ABC Radio National, 26. November 2005 (© ABC)

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The Singing Line

01.02.09

The Singing LinezoomAusschnitte aus dem Buch "The Singing Line" von Alice Thomson, der Ur-Ur-Enkelin von Alice Todd, eschienen 1999 bei Chatto & Windus, London. Zitiert wird aus der Taschenbuchausgabe von 2000, erschienen bei Vintage/Random House, London.

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QSL Collection - Dokumentationsarchiv Funk

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