GOOGLE & mehr - Online-Recherche

GOOGLE & mehr - Online-RecherchezoomWie Sie exakte Treffer auf Ihre Suchanfragen erhalten lautet der Untertitel dieses Rat-Gebers, und was der Autor Hektor Haarkötter verspricht, hält er. Zunächst freilich elaboriert er, wie GOOGLE auf Sucheingaben reagiert: Er deckt sozusagen die kapriziösen Charaktereigenschaften der Suchmaschine auf, womit schon erklärt ist, warum erst die Finessen bei der Abfrage zu besseren Ergebnissen führen, oder, wie es in einer Kapitelüberschrift auf den Punkt gebracht wird: Suchen kann jeder, finden nicht. Die Reise in die Praxis beginnt bei der Aufzählung von Möglichkeiten bei der erweiterten Suche („Einstellungen“ – „Erweiterte Suche“). Dazu bedürfte es zwar nicht unbedingt fremder Hilfe, aber nur selten begibt sich der Durchschnitts-User in diese Gefilde, und bereits hier stößt man bei der Lektüre auf praktische Beispiele zur Nutzanwendung, auf die man von selbst nicht ohne weiteres gekommen wäre.Und immer breiter und tiefer geht es weiter: mit GOOGLE-Spezialprogrammen aber auch alternativen Suchmaschinen und Datenbanken, denn oft wird man erst dort fündig, wo GOOGLE nicht weiterweiß.. Die Angaben sind übersichtlich aufbereitet, das Grundsätzliche im Lauftext, das Konkrete in zum Pröbeln einladenden Tabellen. Haarkötter spart auch nicht mit der Einladung zu gesunder Distanz ( „Der Nutzer ist nicht der Kunde von GOOGLE, sondern das Produkt, das verkauft wird“) und er weist in den Schlusskapiteln kritisch sowohl auf die Möglichkeiten wie auf die Fallstricke des Datenjournalismus hin. - Als zentrale Zielgruppe werden Journalisten angesprochen, aber wenn es ums Recherchieren geht, sind z.B. Übersetzende, Studierende und Archivare durchaus im gleichen Metier beheimatet.
Hektor Haarkötter - GOOGLE & mehr: Online-Recherche. Wie Sie exakte Treffer auf Ihre Suchanfragen erhalten. Br., 144 S mit zahl. Tab. und Abb. – 2016: Konstanz und München, UVK Verlagsgesellschaft mbH. Schriftenreihe: Praktischer Journalismus, Band 103. ISSN: 1617-3570, ISBN 978-3-86764-684-0. Auch als EPUB und EPDF erhältlich. Link zum Buch: linkext. Link - €14,99 (D)



Die DDR und die Westmedien

Franziska Kuschel

Die DDR und die WestmedienzoomGleich vorneweg: Das ist keine leichte Lektüre. Franziska Kuschel hat dieses Werk 2014 als Dissertation eingereicht, und es wurde für die Buchausgabe offenbar 1:1 übernommen. Wer mit akademischen Schriften zu tun hat, weiß, dass hier wissenschaftlich erhärtete Fakten (und Fußnoten) Vorrang haben vor literarischen Ambitionen. Allerdings ist dieses Stück Medienwirklichkeit extrem interessant – für Zeitgenossen hüben wie drüben und ebenso für Nachgeborene - und wurde bisher in dieser Konstellation noch nie untersucht. Da waren zwei Staaten, von denen einer seine Mediennutzer vom Konsum des gegnerischen Angebots abhalten wollte, nicht zuletzt, indem man zugleich per Abgrenzung vom kapitalistischen Klassenfeind die Vorzüge des eigenen gesellschaftlichen Systems pries. Der andere Staat präsentierte sich im Selbstbewusstsein seiner Attraktivität als Garant der „freien Meinungsäußerung“ ohne staatliche Kontrolle – auch dies, de facto, ein propagandistisches Produkt, wenngleich mit subtilerem Auftritt. Im täglichen Gebrauch ihrer Radio- und Fernsehprogramme und Printmedien erfuhren die Konsumenten in der DDR nun sowohl ihre eigene Wirklichkeit wie die von ihnen imaginierte Realsituation im Westen. Und dies gilt auch vice versa. Franziska Kuschel beschreibt ausführlich das komplexe Medienangebot in der DDR und jenes der „Feindsender“ in der BRD und untersucht, welchen Einfluss und welche Wirkung dieser langfristige Prozess auf den gesellschaftlichen Wandel gehabt haben mochte.
Franziska Kuschel – Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
Band 6 von: Medien und Gesellschaftswandel im 20. Jahrhundert
2016: Wallstein Verlag, Göttingen. 336 S, 34,90€ (D), 35,90€ (A)
ISBN 978-3-8353-1789-5 – Auch als e-book erhältlich



Von Männern und Mächten - und von "Radio Satan"

Plli Jalonen

Von Männern und Mächten - und von 'Radio Satan'zoomSommer 1972 in Finnland. Staatspräsident Kekkonen, zwar Garant für die Sicherheit und Neutralität des Staates zwischen Ost und West, aber mit eigenwilligem Demokratieverständnis, will mit einem Sondergesetz seine Amtszeit ohne Wahlen durchsetzen. Das interessiert freilich den namenlosen 17jährigen Ich-Erzähler zunächst wenig. Als sein kranker Vater entlassen wird, muss der Junge von einem Tag auf den anderen während der Sommerferien in einer Installationsfirma arbeiten. Vorbei ist die unbeschwerte Zeit, die er bisher unter anderem als Rundfunk-DXer mit seinem „Trio“ verbracht hat. (Das ist wohl der legendäre Allbandempfänger 9R-59DS). Nun ist der unbedarfte Gymnasiast plötzlich mit der fremden und beinharten Arbeitswelt der Erwachsenen konfrontiert, mit seltsamen Kumpeln – und zum ersten Mal auch mit Frauen. In der Hochphase von Free Radio wird aus dem puren Hörabenteuer – und als Schlüsselerlebnis einem Besuch bei Radio Veronica – der Entschluss, sich mit einem eigenen Piratensender in das politische Geschehen einzumischen. Am Ende des Entwicklungsromans steht nicht nur Radio Satan, sondern auch die schwere Entscheidung zwischen schulischer Weiterbildung und dem endgütigen Eintritt ins Berufsleben.
Mit menschlicher Wärme und subtilem Witz erzählt der preisgekrönte Autor Olli Jalonen vom Hineinwachsen in Eigenverantwortlichkeit und eigene Weltsicht.
Funkfreunde dürfen sich freuen über ein Buch, in dem Rundfunk-Fernempfang und die Piratenszene eine bedeutende Nebenrolle spielen. Und in der einfühlsamen Übersetzeng von Stefan Moster stimmen auch die technischen Details.

Olli Jalonen – Von Männern und Mächten
Roman, 544 S, aus dem Finnischen von Stefan Moster
2016: marevelag, Hamburg
ISBN 978-3-86648-241-8 - €24,-- (D),



Dietmar Dath: Waffenwetter

Roman

Dietmar Dath: WaffenwetterzoomHAARP (High Frequency Active Auroral Research Program, auch: High Frequency Active Auroral Research Project) entstammt dem Kalten Krieg und ist ein US-amerikanisches ziviles und militärisches Forschungsprogramm, bei dem hochfrequente elektromagnetische Wellen zur Untersuchung der oberen Atmosphäre (insbesondere Ionosphäre) eingesetzt werden, so etwa sucht man Erkenntnisse zur Beeinflussung des Elektrojets in der Erdatmosphäre, auf den Gebieten der Funkwellenausbreitung, Kommunikation und Navigation. Nun ist HAARP auch zu Romanehren gekommen.
Dietmar Dath Waffenwetter Roman, 208S. 2007, Frankfurt am Main: Suhrkamp -
ISBN-10 3518419161, ISBN-13 9783518419168 - € 17,80 (D) - linkext. Link

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zoomDie Zukunft dieses geschichtsträchtigen Hauses steht, vielen Protesten zum Trotz, definitiv fest: In fünf Jahren wird abgesiedelt in das ORF-Zentrum auf dem Küniglberg. Lediglich das Radiokulturhaus und die historischen Großstudios sollen beim ORF bleiben.
Vor dieser Perspektive ist das vor kurzem bei müry salzmann erschienene Buch mit den wunderbaren Fotografien von Hertha Hurnaus und den Begleittexten von Peter Stuiber und Ute Woltron ein vielleicht letztes Lebenszeugnis des Wiener Funkhauses. Die atemruhigen Frontal- und liebevollen Detailaufnahmen erzählen acht Jahrzehnte Radiogeschichte, heute aktuell, bald nur noch Erinnerung.
Hurnaus/Stuiber/Woltron: Funkhaus Wien. Ein Juwel am Puls der Stadt. 2015, Salzburg-Wien: mürny salzmann. 72 Seiten, zahlr. Abb., 16,5x22 cm, broschiert, ISBN 978-3-99014-127-4, EUR 19,00

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Tom McCarthy: "K"

Roman, aus dem Englischen von Bernhard Robben.

28.01.08

Tom McCarthy: 'K' Rezensionsübersicht bei Perlentaucher: linkext. Link
"Tom McCarthy hat einen unbequemen, manchmal provokanten, aber höchst virtuosen Roman vorgelegt, der fest in der Tradition der europäischen Moderne steht, und dem man einen Platz im Kanon der zeitgenössischen Literatur durchaus wünscht. Die Telekommunikation, der drahtlose Funkverkehr, Radiowellen und Morsezeichen, das Chiffrieren und Dechiffrieren von Nachrichten, verschlüsselte Kodes und Klartext, die potenzielle, echte und gefälschte Spionage spielen eine große Rolle in diesem Roman. Dabei sind all diese Topoi doppelt belegt. Sie existieren einmal in ihrer historischen Funktion, denn natürlich beschäftigten sich alle Nationen am Vorabend des Ersten Weltkriegs fieberhaft mit Strategien und Technologien. In einer zweiten Bedeutungsebene - und über weite Strecken des Romans scheint dies die ausschlaggebende zu sein - sind all diese Aktionen metaphorisch aufgeladen." (Tanya Lieske, in: "Buch der Woche", Deutschlandfunk, 10. Juni 2012 linkext. Link
Tom McCarthy K Roman, aus dem Englischen von Bernhard Robben (Originalverlag: Cape), München, 2012: DVA Belletristik (Verlagsgruppe Random House) -
ISBN: 978-3-421-04489-1 - € 24,99 [D] | € 25,70 [A] | CHF 35,50 - linkext. Link

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Margit Knapp: "Die Überwindung der Langsamkeit"

Samuel Finley Morse - der Begründer der modernen Kommunikation

Margit Knapp: 'Die Überwindung der Langsamkeit'zoomFunkamateure wissen: CW ist nicht tot. Wer an der Taste sitzt, sei es beim Hobby oder (noch) beruflich, verbindet mit der Morsetelegrafie nicht „Punkt und Strich“ sondern „dit und dah“. Zur Entwicklungsgeschichte zählen Namen wie Wheatstone und Vail; Der ursprüngliche American Morse Codeunterscheidet sich gründlich vom heutigen System… Das Internet ist prallvoll mit Informationen. Hier aber ist (endlich) eine belletristische, von technischen Details weitgehend unbelastete Biografie dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit.
Margit Knapp Die Überwindung der Langsamkeit. Samuel Finley Morse – der Begründer der modernen Kommunikation Roman, 192S mit Abb. und Ill., Hamburg, 2012: mareverlag €19,90 (D), €20.50 (A), sFr 28,90 – ISBN 978-3-86648-139-8 - linkext. Link
Morse bei DokuFunk: Sonderschau - Der Maler Samuel F.B. Morse

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Kurzwellenempfang heute

Die neuen Perspektiven der SDRs

Kurzwellenempfang heutezoomDie seit Jahren tot gesagte Kurzwelle lebt nach wie vor – und es wird sie noch geben, wenn der letzte ihrer Totsager gestorben ist. Geändert hat sich allerdings das Angebot: Viele internationale Dienste wurden geschlossen, weitere werden folgen, bis nur noch wenige big player den Markt bestimmen werden. Aber die Frequenzbänder sind nach wie vor prallvoll mit Signalen der unterschiedlichsten Funkdienste. Und geändert hat sich auch die Technologie. Die über Jahrzehnte hinweg konkurrenzlosen Empfänger und Sender analoger Bauart werden abgelöst durch Geräte in Digitaltechnik. In Verbindung mit dem PC leisten Sie buchstäblich bislang Ungeahntes. Nils Schiffhauer, DK8OK, heute der wohl kompetenteste Kenner der Materie, führt mit diesem Buch in die ganze Welt der Software-defined Radios (SDR) ein und vertieft das Wissen auch jener, die bereits mit SDR-Geräten zugange sind. Zwar besteht die Gefahr, dass angesichts immer kürzerer Entwicklungszyklen und rascherer Update-Folgen ein solches Werk bald an letzter Aktualität verliert; die Fülle an gebotener Information und gesammelter Erfahrungen wiegt aber diese Einschränkung gewiss auf.
Nils Schiffhauer Kurzwellenempfang heute Die neuen Perspektiven der SDRs. Broschur, 208S, 275 Abb., inklusive DVD mit Multimedia-Workshop. 2012, Baden-Baden: vth Verlag für Technik und Handwerk - VTH-Best.-Nr. 411 0169, ISBN 978-3-88180-872-9, € 26,80(D) secure linkext. Link

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Geschichten über’s Radiohören

Carmen Friedrich, Hans-Joachim Brustmann

14.07.10

Geschichten über’s Radiohören„Ein Leben ohne Radio, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen.“ In ganz besonderem Maß gilt diese Maxime für jene, für die das Rundfunkhören zum Hobby wurde, mehr noch zur Leidenschaft. Als Wellenjäger durchstreifen sie die Weiten des Ätherwellen-Universums auf der Suche nach immer neuen Empfangserfolgen oder parken sich ein bei ihren Lieblingssendern, um Information aus erster Hand zu erhalten. Sei dies nun eine objektive Meldung aus einem Land, dem hiesiger Redaktionen jenseits von Kriegs- oder Katastrophenfall keine Aufmerksamkeit schenken, sei es unverhüllte, für unsere Ohren kaum erträgliche Propaganda: So oder so, wie sich ein Staat über seine Massenmedien selbst darstellt, ist in jedem Fall enthüllend. Dies gilt ganz explizit für die internationale Präsenz – für Auslandsdienste, die traditionell auf Kurzwelle senden, mittlerweile vermehrt (auch) im Internet. Dass das Abhören ausländischer Stationen auch gefährlich sein konnte – und nicht nur im „Dritten Reich“ – haben vor allem die Hörer in der DDR leidvoll erfahren. Einer von ihnen, Hans-Joachim Brustmann, zeichnet gemeinsam mit Carmen Friedrich eine Erfahrungsreise durch mehrere Jahrzehnte der Wellenjagd nach, Anlass ist das 20jährige Bestehen des Radio Hörer Clubs International (RHCI), dessen Herz und Seele Hans-Joachim Brustmann in der Hammer-Sichel-Ähre-Ära war und bis heute blieb. Hier liegt also erstmals eine sehr persönliche, zugleich faktenreiche und kompetente Schilderung aus der Feder von DXern vor (so nennen sich die Hobbyfreunde in ihrem eigenen Jargon.

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Kommandosache "Sonnengott"

Die Geschichte der deutschen Sonnenforschung

Kommandosache 'Sonnengott'Zwischen 1939 und 1945 investierte die Luftwaffe des Dritten Reiches unter dem Codewort "Sonnengott" große Summen in die Sonnenforschung und in den Aufbau eines Netzes von Sonnenobservatorien. Durch Beobachtungen der verschiedenen Erscheinungen der Sonnenaktivität sollte eine verlässliche tägliche Vorhersage der optimalen Frequenzbänder für den militärischen Weitfunk geliefert werden. Zum Aufbau dieser Forschungsaktivitäten bediente sich die Luftwaffe eines jungen Astrophysikers, der als Sohn eines bekannten linksgerichteten Verlegers der Weimarer Republik wenig geeignet erschien, "kriegsentscheidende Forschung" für das nationalsozialistische Regime zu betreiben: Karl-Otto Kiepenheuer (1910-1975). Hitlers Krieg machte den knapp dreißigjährigen und bis dahin reichlich erfolglosen Kiepenheuer unter Umgehung der üblichen akademischen Laufbahn zum einflussreichen Institutsdirektor, der er auch die folgenden drei Jahrzehnte bleiben sollte. Funkamateure stoßen aber auf eine Vielzahl weiterer vertrauter Namen... Dieses Buch erzählt die Geschichte der deutschen Sonnenforschung im Zeitraum 1939-1949, ihre Verstrickungen in die Verbrechen des NS-Regimes sowie ihre Instrumentalisierung durch die westlichen Besatzungsmächte bis zur Gründung der Bundesrepublik.
Michael P. Seiler, Kommandosache "Sonnengott". Geschichte der deutschen Sonnenforschung im Dritten Reich und unter alliierter Besatzung. Acta Historica Astronomiae Vol. 31, 2007, Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch. - 246 Seiten, kartoniert, €(DL)22,80, ISBN 978-3-8171-1797-0. linkext. Link

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Theorie und Praxis der Kurzwellenausbreitung

Dipl.-Ing. Gerd Klawitter

Theorie und Praxis der KurzwellenausbreitungGerd Klawitter ist Profi in Theorie und Praxis. Was er, knapp und präzise, vorstellt, beruht auf jahrzehnte langer Erfahrung. Die Einleitung bietet die wohl unvermeidlichen Grundlagen: Die Ionosphäre, die Ausbreitungsbedingungen, die Planung von Funkverbindungen. Den Hauptteil des Buches bildet die detaillierte Beschreibung der gängigsten Prognose-Programme. Auf einer beigestellten CD sind sie, als Freeware oder in Demoversion, zu finden.
Dipl.-Ing. Gerd Klawitter Theorie und Praxis der Kurzwellenausbreitung Leichtverständlich dank moderner Software. 2008: Siebel Verlag im vth Verlag, Baden-Baden. Br., 160S mit zahlr. Abb. und CD- ISBN 978-3-88180-672-5 - €23,50 (D)

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Wir kommunizieren uns zu Tode

Gerald Groß

Wir kommunizieren uns zu TodeGerald Groß ist einer der Moderatoren der "Zeit im Bild", der TV-Nachrichtensendung des ORF. Er erregte Aufsehen (für manche Betroffenen: einen Skandal), als er sich öffentlich medienkritisch äußerte, auch zur Situation in der eigenen Anstalt: ausgerechnet er, der vor laufender Kamera durch bohrendes Nachfragen und überraschendes Nachstoßen (dank exzellenter Vorbereitung) so manche politische Größe irritiert hatte. Nun legt er Überlegungen zum Überleben im digitalen Dschungel vor: Welche Auswirkungen haben die technischen Möglichkeiten auf unsere Sicht der Welt, auf unsere Privatsphäre? Was sind Informationen noch wert, wenn sie ständig abrufbar sind, wenn das Wissen der Welt von Amateuren verwaltet wird?
Gerald Groß, Wir kommunizieren uns Tode. Überleben im digitalen Dschungel. 2008: Ueberreuter, Wien. 200S, €19,95/sFr 34.80, ISBN-978-3-8000-7383-2. linkext. Link

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50 Hertz gegen Stalin

Steffen Lüddemann

50 Hertz gegen StalinDie vier Gymnasiasten aus Altenburg in Thüringen, DDR, die 1949 aus ethischen Gründen Widerstand gegen das SED-Regime und die sowjetische Besatzung leisteten, indem sie Flugblätter aus dem Westen verteilten und später einen Radiosender bauten um die Huldigungsorgien zu Stalins siebzigsten Geburtstag zu torpedieren und mit dem sie eine Rede von Wilhelm Pieck störten, hat es tatsächlich gegeben, und nachdem Steffen Lüddemann zunächst ein Hörspielfeature und einen Dokumentarfilm dazu produzierte, hat er nun die Geschichte in einem Roman verarbeitet.
Steffen Lüdemann, 50 Hertz gegen Stalin. 2007: Verlag Sauerländer, Düsseldorf, 267 S, ISBN-13:9783794180653, €14,90

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Soldatensender. Geschichte und Gegenwart

Rainer Pinkau und Hans Weber

Soldatensender. Geschichte und GegenwartAus dem Inhalt: Geschichte der Soldatensender • Oppositionelle Sender zwischen 1933 bis 1939 • Soldatensender im Zweiten Weltkrieg • Soldatensender nach dem Zweiten Weltkrieg. Zweiter Weltkrieg in Europa • Liste der Soldatensender, Propagandasender und Geheimsender 1939 bis 1945 • Zeit des Kalten Krieges - Deutscher Soldatensender 935 • Wellenkrieg am Golf • Soldatensender heute • PsyOps und Target Radios - heute • Ton- und Filmdokumente der Feindpropaganda • Datenbanken der Kriege • Datenbank für Kriegsfilme • Enzyklopädie der Propaganda • Frequenzlisten • Internetseiten von Soldatensendern • Kontaktadressen von Soldatensendern in aller Welt


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Ich musste immer lachen. Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben

Dieter Hildebrandt / Bernd Schroeder

Ich musste immer lachen. Dieter Hildebrandt erzählt sein LebenEin Zeuge des Jahrhunderts erzählt dem Buchauto Bernd Schroeder sein Leben – ohne Nostalgie, ohne Pathos, nachdenklich und mit trockenem Humor. Dieter Hildebrandt prägt wie kein anderer das politische Kabarett in Deutschland. Er hat Kultrollen in Filmen gespielt, viele erfolgreiche Bücher geschrieben und zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten. 2007, aus Anlass seines 80. Geburtstages ermöglicht er den Lesern, persönliche Einblicke in sein Leben zu nehmen. Die Hardcover-Ausgabe bei Kiepenheuer liegt nun auch als preiswertes Taschenbuch vor.
Dieter Hildebrandt / Bernd Schroeder . Ich musste immer lachen. Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben. 2008: Heyne TB, 240S, ISBN978-3-453-64036-8. € 8,95 [D] | € 9,20 [A] | SFr 16,90

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Marconis magische Maschine

Erik Larsen

Marconis magische MaschineEs hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man einem Funkamateur erzählen, wer Guglielmo Marconi war und welche Leistungen er für die drahtlose Kommunikation erbrachte. Und der Streit zwischen den Experten tobt immer noch, ob am 12. Dezember 1901 tatsächlich die erste transatlantische Funkverbindung geglückt war oder ob Marconi, in akuter Finanznot und mit zerrupftem Image, die Übertragung der Buchstaben SSS bloß als Medienspektakel inszeniert hatte. Außer Zweifel steht aber, dass spätestens nach dem Untergang der „Tiitanic“ ein international geregelter Seefunkdienst entstand –und keinen Zweifel gibt es auch an der spektakulären Festnahme des Mörders Hawley Harvey Crippen, dessen Flucht auf der „“SS Montrose“ dank einer Funkverbindung mit der Festnahme endete. Erik Larsen ist ein routinierter Autor mit Printmedien-Erfahrung: beim „Wall Street Journal“, aber auch mit Magazinbeiträgen, u.a. im renommierten „The New Yorker“. Bisher von ihm in deutscher Sprache erschienen: „Isaacs Sturm“ (2000) und „Der Teufel von Chicago“ (2004). Mit „Marconis magische Maschine“ gelingt ihm die Verbindung von Zeitgeschichte, der Ära des technischen Aufbruchs - und einer handfesten Krimi-Story. Kein Wunder, dass das Buch viele Wochen auf der Bestsellerliste der „New York Times“ stand. Larsen hat fleißig in den Archiven recherchiert und webt geschickt in den Handlungsablauf Zitate im Wortlaut ein. Daher sind die funktechnischen Angaben korrekt (und erstaunlich geschickt gewertet), und dass hin und wieder der Fluss der Erzählung aus dem Zettelkasten ergänzt wird oder die Schilderung besonders dramatisch ausfällt (so etwa, wenn es um jenen Dezembertag 1901 geht), kann das einem Funkfreund nur noch mehr Freude machen.
Erik Larsen, Marconis magische Maschine, aus dem Amerikanischen von Gabriele Herbst, 448S, geb. , 2007: Scherz, ISBN 978-3-502-15008-4
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Hörspiele der Anfangszeit - Schriftsteller und das neue Medium Rundfunk

Frank Steinfort

Hörspiele der Anfangszeit - Schriftsteller und das neue Medium RundfunkDas neue Medium Rundfunk wurde in den 1920er Jahren für Schriftsteller als Betätigungsfeld interessant. Die in diesem Zusammenhang oft genannten Brecht oder Döblin hatten aber zu dem neuen Medium eine eher zufällige und zeitweilige Nähe. Franz Steinfort hat sich stattdessen mit solchen Autoren zu beschäftigen, die sich dem neuen Medium öffneten, die eigenen künstlerischen Kompetenzen an ihm ausloteten und ihrerseits Anstöße für eine Weiterentwicklung gaben. Im Mittelpunkt des Buches stehen Rundfunkarbeiten von Alfons Paquet, Eduard Reinacher und Hermann Kesser. Neben kürzeren Beiträgen zu einzelnen Sendungen, den Entwürfen und der Präsentation kleinerer Sendeformen, z. B. von Hörfolgen sowie Vorträgen und Gesprächen, finden vor allem die Hörspiele Beachtung. Das neue Medium faszinierte die drei Autoren. Alfons Paquet wollte die Technik beherrschen und bildete sich auf Tagungen oder mittels autodidaktischer Studien fort. Mit seinem Engagement förderte er auch Schriftstellerkollegen, so dass man ihn durchaus als Kulturmanager bezeichnen könnte. Eduard Reinacher erarbeitete sich innerhalb kurzer Zeit einen Ruf als Spezialist für die dramaturgische Seite einer Produktion. Insoweit arbeitete er mehr im redaktionellen Hintergrund und betrachtete sich als Teil eines Teams. Hermann Kesser wollte das neue Medium als kritischer Geist der Zeit nutzen. Via Radiowellen sollten gesellschaftskritische Botschaften in einer von Krisen erschütterten Zeit gesendet werden. Kesser begleitete seine eigenen Produktionen von der Stoffauswahl bis zur damals üblichen Live-Präsentation im Rundfunkhaus.
Franz Steinfort liefert wertvolle Thesen zur Grundlagenforschung zur Genese des „Hörspiels“ als neue Gestaltungsform, wo bislang nur das „Schauspiel“ Maß aller Dinge war. Er belegt, wie bedauerlich dürftig die Quellenlage ist; um so bemerkenswerter, wie viel profundes Material er zu den exemplarisch vorgestellten Autoren zusammengetragen hat.
Franz Steinfort Hörspiele der Anfangszeit Schriftsteller und das neue Medium Rundfunk - Düsseldorfer Schriften zur Literatur - und Kulturwissenschaft, Band 4 – 372S, br., 2007: Klartext-Verlag, Essen, ISBN 978-3-89861-835-9 linkext. Link




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