Geschichten über’s Radiohören
Carmen Friedrich, Hans-Joachim Brustmann
„Ein Leben ohne Radio, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen.“ In ganz besonderem Maß gilt diese Maxime für jene, für die das Rundfunkhören zum Hobby wurde, mehr noch zur Leidenschaft. Als Wellenjäger durchstreifen sie die Weiten des Ätherwellen-Universums auf der Suche nach immer neuen Empfangserfolgen oder parken sich ein bei ihren Lieblingssendern, um Information aus erster Hand zu erhalten. Sei dies nun eine objektive Meldung aus einem Land, dem hiesiger Redaktionen jenseits von Kriegs- oder Katastrophenfall keine Aufmerksamkeit schenken, sei es unverhüllte, für unsere Ohren kaum erträgliche Propaganda: So oder so, wie sich ein Staat über seine Massenmedien selbst darstellt, ist in jedem Fall enthüllend. Dies gilt ganz explizit für die internationale Präsenz – für Auslandsdienste, die traditionell auf Kurzwelle senden, mittlerweile vermehrt (auch) im Internet. Dass das Abhören ausländischer Stationen auch gefährlich sein konnte – und nicht nur im „Dritten Reich“ – haben vor allem die Hörer in der DDR leidvoll erfahren. Einer von ihnen, Hans-Joachim Brustmann, zeichnet gemeinsam mit Carmen Friedrich eine Erfahrungsreise durch mehrere Jahrzehnte der Wellenjagd nach, Anlass ist das 20jährige Bestehen des Radio Hörer Clubs International (RHCI), dessen Herz und Seele Hans-Joachim Brustmann in der Hammer-Sichel-Ähre-Ära war und bis heute blieb. Hier liegt also erstmals eine sehr persönliche, zugleich faktenreiche und kompetente Schilderung aus der Feder von DXern vor (so nennen sich die Hobbyfreunde in ihrem eigenen Jargon.
Dietmar Dath: Waffenwetter
Roman
HAARP (High Frequency Active Auroral Research Program, auch: High Frequency Active Auroral Research Project) entstammt dem Kalten Krieg und ist ein US-amerikanisches ziviles und militärisches Forschungsprogramm, bei dem hochfrequente elektromagnetische Wellen zur Untersuchung der oberen Atmosphäre (insbesondere Ionosphäre) eingesetzt werden, so etwa sucht man Erkenntnisse zur Beeinflussung des Elektrojets in der Erdatmosphäre, auf den Gebieten der Funkwellenausbreitung, Kommunikation und Navigation. Nun ist HAARP auch zu Romanehren gekommen.
The Radio Times Story
Schnäppchen - rasch zugreifen!
250 prallbunte Seiten im Großformat erzählen die Geschichte der wahrscheinlich ältesten Programmzeitschrift des Rundfunks, der seit April 1923 erscheinenden "Radio Times" - und somit auch die Geschichte der BBC. Der Begleittext in englischer Sprache ist ausführlich, an Fakten und Überraschungen reich - aber selbst wer der englischen Sprache nicht mächtig ist, sollte rasch zugreifen, denn es gibt nur noch wenige Exemplare zum Spottpreis von €3,50 (exkl. Versand) bei Jokers restsellers in Salzburg:
ext. Link - Tony Currie, The Radio Times Story, Diverton, 2001: Kelly Publications. Br., 250S, ISBN 1-903053-09-9
Kommandosache "Sonnengott"
Die Geschichte der deutschen Sonnenforschung
Zwischen 1939 und 1945 investierte die Luftwaffe des Dritten Reiches unter dem Codewort "Sonnengott" große Summen in die Sonnenforschung und in den Aufbau eines Netzes von Sonnenobservatorien. Durch Beobachtungen der verschiedenen Erscheinungen der Sonnenaktivität sollte eine verlässliche tägliche Vorhersage der optimalen Frequenzbänder für den militärischen Weitfunk geliefert werden. Zum Aufbau dieser Forschungsaktivitäten bediente sich die Luftwaffe eines jungen Astrophysikers, der als Sohn eines bekannten linksgerichteten Verlegers der Weimarer Republik wenig geeignet erschien, "kriegsentscheidende Forschung" für das nationalsozialistische Regime zu betreiben: Karl-Otto Kiepenheuer (1910-1975). Hitlers Krieg machte den knapp dreißigjährigen und bis dahin reichlich erfolglosen Kiepenheuer unter Umgehung der üblichen akademischen Laufbahn zum einflussreichen Institutsdirektor, der er auch die folgenden drei Jahrzehnte bleiben sollte. Funkamateure stoßen aber auf eine Vielzahl weiterer vertrauter Namen... Dieses Buch erzählt die Geschichte der deutschen Sonnenforschung im Zeitraum 1939-1949, ihre Verstrickungen in die Verbrechen des NS-Regimes sowie ihre Instrumentalisierung durch die westlichen Besatzungsmächte bis zur Gründung der Bundesrepublik.
Michael P. Seiler, Kommandosache "Sonnengott". Geschichte der deutschen Sonnenforschung im Dritten Reich und unter alliierter Besatzung. Acta Historica Astronomiae Vol. 31, 2007, Frankfurt/Main: Verlag Harri Deutsch. - 246 Seiten, kartoniert, €(DL)22,80, ISBN 978-3-8171-1797-0.
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Theorie und Praxis der Kurzwellenausbreitung
Dipl.-Ing. Gerd Klawitter
Gerd Klawitter ist Profi in Theorie und Praxis. Was er, knapp und präzise, vorstellt, beruht auf jahrzehnte langer Erfahrung. Die Einleitung bietet die wohl unvermeidlichen Grundlagen: Die Ionosphäre, die Ausbreitungsbedingungen, die Planung von Funkverbindungen. Den Hauptteil des Buches bildet die detaillierte Beschreibung der gängigsten Prognose-Programme. Auf einer beigestellten CD sind sie, als Freeware oder in Demoversion, zu finden.
Dipl.-Ing. Gerd Klawitter Theorie und Praxis der Kurzwellenausbreitung Leichtverständlich dank moderner Software. 2008: Siebel Verlag im vth Verlag, Baden-Baden. Br., 160S mit zahlr. Abb. und CD- ISBN 978-3-88180-672-5 - €23,50 (D)
Wir kommunizieren uns zu Tode
Gerald Groß
Gerald Groß ist einer der Moderatoren der "Zeit im Bild", der TV-Nachrichtensendung des ORF. Er erregte Aufsehen (für manche Betroffenen: einen Skandal), als er sich öffentlich medienkritisch äußerte, auch zur Situation in der eigenen Anstalt: ausgerechnet er, der vor laufender Kamera durch bohrendes Nachfragen und überraschendes Nachstoßen (dank exzellenter Vorbereitung) so manche politische Größe irritiert hatte. Nun legt er Überlegungen zum Überleben im digitalen Dschungel vor: Welche Auswirkungen haben die technischen Möglichkeiten auf unsere Sicht der Welt, auf unsere Privatsphäre? Was sind Informationen noch wert, wenn sie ständig abrufbar sind, wenn das Wissen der Welt von Amateuren verwaltet wird?
Gerald Groß, Wir kommunizieren uns Tode. Überleben im digitalen Dschungel. 2008: Ueberreuter, Wien. 200S, €19,95/sFr 34.80, ISBN-978-3-8000-7383-2.
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50 Hertz gegen Stalin
Steffen Lüddemann
Die vier Gymnasiasten aus Altenburg in Thüringen, DDR, die 1949 aus ethischen Gründen Widerstand gegen das SED-Regime und die sowjetische Besatzung leisteten, indem sie Flugblätter aus dem Westen verteilten und später einen Radiosender bauten um die Huldigungsorgien zu Stalins siebzigsten Geburtstag zu torpedieren und mit dem sie eine Rede von Wilhelm Pieck störten, hat es tatsächlich gegeben, und nachdem Steffen Lüddemann zunächst ein Hörspielfeature und einen Dokumentarfilm dazu produzierte, hat er nun die Geschichte in einem Roman verarbeitet.
Steffen Lüdemann, 50 Hertz gegen Stalin. 2007: Verlag Sauerländer, Düsseldorf, 267 S, ISBN-13:9783794180653, €14,90
Soldatensender. Geschichte und Gegenwart
Rainer Pinkau und Hans Weber
Die Autoren verfolgen die geschichtliche Entwicklung der Soldatensender seit Beginn des Radiozeitalters. Sie beschreiben detailliert die Tätigkeit der Propaganda- und Geheimsender im zweiten Weltkrieg. Auch nach 1945 waren Diversionssender durchaus wichtige Propagandamaßnahmen im kalten Krieg – so etwa der „Deutsche Soldatensender 935“. Von den Ätherwellen-Attacken am Golf bis in die Gegenwart spannt sich der Bogen, aber auch die Sender, die Truppenverbände daheim (ob in Deutschland oder Israel) und im Auslandseinsatz versorgen, werden dargestellt. Ein umfangreicher Serviceteil mit Informationen rundet das Angebot ab.
Rainer Pinkau und Hans Weber, Soldatensender. Geschichte und Gegenwart 2007, Siebel Verlag im VTH Verlag für Technik und Handwerk, Baden-Baden, br., 112 Seiten, 75 Abbildungen. ISBN: 978-3-88180-661-9 - VTH-Best.-Nr.: 413 0053, €13,50
Ich musste immer lachen. Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben
Dieter Hildebrandt / Bernd Schroeder
Ein Zeuge des Jahrhunderts erzählt dem Buchauto Bernd Schroeder sein Leben – ohne Nostalgie, ohne Pathos, nachdenklich und mit trockenem Humor. Dieter Hildebrandt prägt wie kein anderer das politische Kabarett in Deutschland. Er hat Kultrollen in Filmen gespielt, viele erfolgreiche Bücher geschrieben und zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten. 2007, aus Anlass seines 80. Geburtstages ermöglicht er den Lesern, persönliche Einblicke in sein Leben zu nehmen. Die Hardcover-Ausgabe bei Kiepenheuer liegt nun auch als preiswertes Taschenbuch vor.
Dieter Hildebrandt / Bernd Schroeder . Ich musste immer lachen. Dieter Hildebrandt erzählt sein Leben. 2008: Heyne TB, 240S, ISBN978-3-453-64036-8. € 8,95 [D] | € 9,20 [A] | SFr 16,90
Marconis magische Maschine
Erik Larsen
Es hieße Eulen nach Athen tragen, wollte man einem Funkamateur erzählen, wer Guglielmo Marconi war und welche Leistungen er für die drahtlose Kommunikation erbrachte. Und der Streit zwischen den Experten tobt immer noch, ob am 12. Dezember 1901 tatsächlich die erste transatlantische Funkverbindung geglückt war oder ob Marconi, in akuter Finanznot und mit zerrupftem Image, die Übertragung der Buchstaben SSS bloß als Medienspektakel inszeniert hatte. Außer Zweifel steht aber, dass spätestens nach dem Untergang der „Tiitanic“ ein international geregelter Seefunkdienst entstand –und keinen Zweifel gibt es auch an der spektakulären Festnahme des Mörders Hawley Harvey Crippen, dessen Flucht auf der „“SS Montrose“ dank einer Funkverbindung mit der Festnahme endete. Erik Larsen ist ein routinierter Autor mit Printmedien-Erfahrung: beim „Wall Street Journal“, aber auch mit Magazinbeiträgen, u.a. im renommierten „The New Yorker“. Bisher von ihm in deutscher Sprache erschienen: „Isaacs Sturm“ (2000) und „Der Teufel von Chicago“ (2004). Mit „Marconis magische Maschine“ gelingt ihm die Verbindung von Zeitgeschichte, der Ära des technischen Aufbruchs - und einer handfesten Krimi-Story. Kein Wunder, dass das Buch viele Wochen auf der Bestsellerliste der „New York Times“ stand. Larsen hat fleißig in den Archiven recherchiert und webt geschickt in den Handlungsablauf Zitate im Wortlaut ein. Daher sind die funktechnischen Angaben korrekt (und erstaunlich geschickt gewertet), und dass hin und wieder der Fluss der Erzählung aus dem Zettelkasten ergänzt wird oder die Schilderung besonders dramatisch ausfällt (so etwa, wenn es um jenen Dezembertag 1901 geht), kann das einem Funkfreund nur noch mehr Freude machen.
Erik Larsen, Marconis magische Maschine, aus dem Amerikanischen von Gabriele Herbst, 448S, geb. , 2007: Scherz, ISBN 978-3-502-15008-4
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Hörspiele der Anfangszeit - Schriftsteller und das neue Medium Rundfunk
Frank Steinfort
Das neue Medium Rundfunk wurde in den 1920er Jahren für Schriftsteller als Betätigungsfeld interessant. Die in diesem Zusammenhang oft genannten Brecht oder Döblin hatten aber zu dem neuen Medium eine eher zufällige und zeitweilige Nähe. Franz Steinfort hat sich stattdessen mit solchen Autoren zu beschäftigen, die sich dem neuen Medium öffneten, die eigenen künstlerischen Kompetenzen an ihm ausloteten und ihrerseits Anstöße für eine Weiterentwicklung gaben. Im Mittelpunkt des Buches stehen Rundfunkarbeiten von Alfons Paquet, Eduard Reinacher und Hermann Kesser. Neben kürzeren Beiträgen zu einzelnen Sendungen, den Entwürfen und der Präsentation kleinerer Sendeformen, z. B. von Hörfolgen sowie Vorträgen und Gesprächen, finden vor allem die Hörspiele Beachtung. Das neue Medium faszinierte die drei Autoren. Alfons Paquet wollte die Technik beherrschen und bildete sich auf Tagungen oder mittels autodidaktischer Studien fort. Mit seinem Engagement förderte er auch Schriftstellerkollegen, so dass man ihn durchaus als Kulturmanager bezeichnen könnte. Eduard Reinacher erarbeitete sich innerhalb kurzer Zeit einen Ruf als Spezialist für die dramaturgische Seite einer Produktion. Insoweit arbeitete er mehr im redaktionellen Hintergrund und betrachtete sich als Teil eines Teams. Hermann Kesser wollte das neue Medium als kritischer Geist der Zeit nutzen. Via Radiowellen sollten gesellschaftskritische Botschaften in einer von Krisen erschütterten Zeit gesendet werden. Kesser begleitete seine eigenen Produktionen von der Stoffauswahl bis zur damals üblichen Live-Präsentation im Rundfunkhaus.
Franz Steinfort liefert wertvolle Thesen zur Grundlagenforschung zur Genese des „Hörspiels“ als neue Gestaltungsform, wo bislang nur das „Schauspiel“ Maß aller Dinge war. Er belegt, wie bedauerlich dürftig die Quellenlage ist; um so bemerkenswerter, wie viel profundes Material er zu den exemplarisch vorgestellten Autoren zusammengetragen hat.
Franz Steinfort Hörspiele der Anfangszeit Schriftsteller und das neue Medium Rundfunk - Düsseldorfer Schriften zur Literatur - und Kulturwissenschaft, Band 4 – 372S, br., 2007: Klartext-Verlag, Essen, ISBN 978-3-89861-835-9
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World QSL Book
Gayle Van Horn
Ein “Buch” auf einer CD mag ungewöhnlich sein, aber der Autor - ein langjähriger Mitarbeiter der "Monitoring Times" - sieht den größten Vorteil darin, jeweils nur Kleinauflagen beizustellen und auf diese Weise den Inhalt stets aktuell zu halten. Auf 528 Seiten wird – ganz nach US-Geschmack – bis ins letzte Detail erklärt, wie man einen Rundfunk-Empfangsbericht abfassen müsse, um garantiert zum Erfolg zu kommen (Amateurfunk wird nur am Rand erwähnt, obwohl Gayle als W4GVH selbst lizenziert ist). Nach der ausführlichen Einleitung folgt der eigentliche Hauptteil, eine Adressenliste der Stationen (Rundfunk und Utility Zivil und Militär), ergänzt mit den jeweiligen Websites und E-Mail-Adressen. Auch Clandestine-Stationen und Piraten werden aufgezählt. Man muss freilich bedenken, dass die Perspektive jenseits des Großen Teichs aus einem anderen Blickwinkel erfolgt. Den Abschluss bildet eine Liste der Amateurfunk-QSL-Büros. – Aufschlussreich und die bescheidenen Kosten schon als Kuriostät wert.
Gayle Van Horn, The World QSL Book, PDF-Datei auf CD, voll recherchierbar ab Adobe Reader 6. 1. Aufl., 528 S, 2007: Teak Publishing. 19.95 Bestellung:
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