Ing. Emanuel Strunz

18. Dezember 1911 - 18. November 2011: Pionier in zwei Epochen

Ing. Emanuel StrunzzoomWährend des zweiten Weltkriegs gilt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein Sendeverbot für Funkamateure. Emanuel Strunz erhält die Hörernummer DE6505/S. Nach einer Deninunziation wird er, trotz Einspruchs, vom Präsidenten persönlich am 7. Mai 1943 aus dem DASD ausgeschlossen.
Wie schwer es ein junger Techniker angesichts der schwierigen Wirtschaftslage hat, beweist die Vielzahl der Firmen, in denen Emanuel Strunz zwicshen 1931 und 1945 beschäftigt wird, wiederholt unterbrochen durch Pausen der Arbeitslosigkeit. Der Einberufung im April 1941 entkommt er als unabkömmlicher Konstrukteur bei Kapsch und Söhne wo er unter anderem ein akustisches Peilsystem zur Ortung von Heckenschützen und optische Geräte zur Zielerfassung in Bombenflugzeugen entwickelt.
Der nächste Lebensabschnitt führt ihn schon im April 1945 zum Rundfunk, zur RAVAG. April 1945. Das Funkhaus der RAVAG ist zum Teil zerstört, den Großsender auf dem Bisamberg haben die abziehenden SS-Verbände gesprengt. Strunz bastelt aus den Resten vorhandener Wehrmachtssender aus Bombenflugzeugen behelfsmäßig einen Rundfunksender. Auf das Funkhausdach kommt eine Notantenne. Die Stromversorgung beschafft man, indem man heimlich ein nahe gelegenes russisches Lazarett anzapft.
Generaldirektor Oskar Czeija ist vom Engagement und Improvisationstalent seines neuen Mitarbeiters so begeistert, dass er ihn auf der Stelle für die Wiederaufbaugruppe anheuert.
Das Funkhaus befindet sich im sowjetischen Sektor und ist den schlimmsten Repressalien der Besatzungsmacht ausgesetzt. Strunz hat mittlerweile die Firma Frequentis Ein Nebeneffekt dieser Schicksalsstunden: Emanuel Strunz, hat in der RAVAG eine junge Kollegin kennengelernt, die Tagessprecherin Elfriede Gerischer (*27.11.1918, †19.04.2017). Aus dieser Begegnung wird in den folgenden sechzig Jahren ein Bund fürs Leben.
Die Firma Frequentis AG baut Strunz zu einem weltbedeutenden Kommunikationsunternehemn aus, ehe er 1983 an seinen Nachfolger übergibt.
Zurück zum Amateurfunk. Schon am 15. August 1945 nimmt Strunz am ersten Treffen jener Funkfreunde teil, die den ÖVSV wieder errichten wollen. Dennoch soll es bis 1953 dauern, ehe Amateurfunk in Österreich wieder legal zugelassen wird. Wie viele andee funkt auch Emanuel als "Eddie" illegal, bis er 1953 das Rufzeichen OE1ES erhält - und als OE3ES aus Klosterneuburg aktiviert, wo das Ehepaar ein Haus mit Garten errichtet hat. Nach wie vor ist er ein mann der Taste, Der Landesverband Wien ernennt Strunz zum Ehernmitglied. Die Funkstation bleibt freilich zuletzt immer häufiger unberührt. Schwindendes Augenlicht und zuletzt die Folgen eines schweren Sturzes zwingen schließlich sogar zur Aufgabe des geliebten Hobbys. Emanuel Strunz stirbt kurz vor seinem 100. Geburtstag.





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