Deutsche Amateurfunkgeschichte


Teil 2 - Folgen 15-30

Ab Folge 15 wurden die Beiträge im Funk-Telegramm vom Dokumentationsarchiv Funk gestaltet. Sie werden hier nach aktuellen Ergänzungen erweitert und liegen hier in der ursprüngichen Form als .PDF-Datei vor (Download mit dem Adobe-Reader - falls nicht vorhanden: linkext. Link

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Addendum Folgen 15-30: Bilder




(15) Amateurfunk der Besatzungsmächte

(15) Amateurfunk der BesatzungsmächtezoomNach dem Sprung über das Mittelmeer stießen die britischen und amerikanischen Invasionstruppen durch Italien sowie durch Griechenland und den Balkan in Richtung Deutschland vor. Zu den Aufgaben des UK Royal Signals Corps und des US Signal Corps gehörte der Aufbau eines dichten Nachrichtennetzes, das sich im Laufe des Vormarsches über immer größere Distanzen und Räume erstrecken musste. Briten und Amerikaner verfügten über unterschiedliches Gerät, unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliche Philosophie. An einem simplem Beispiel verdeutlicht: Die Briten rammten zwei Telegrafenmasten in den Boden und spannten einen Antennendraht querüber; die Amerikaner schafften stabile Stahlmasten heran, deren Segmente erst mühsam verbunden werden mussten. (1) Kein Wunder, dass es mit der Kommunikation zwischen den Alliierten immer wieder Probleme gab. Die einzige funktionierende Brücke schufen die zur Truppe gehörenden Funkamateure, die zunächst ohne lange Rückfragen sendeten, bald aber mit höchster Genehmigung.

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D2: Stationen der britschen Besatzungsmacht - QSL-Galerie

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D4: Stationen der amerikanischen Besatzungsmacht - QSL-Galerie

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D5: Stationen der französischen Besatzungsmacht - QSL-Galerie

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04.09.10

DA/DL - Fotogalerie der Funkamateure der Besatzungsmächte

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(16) Der Amateurfunk der SBZ/DDR in einer Grauzone

von Christian Senne

(16) Der Amateurfunk der SBZ/DDR in einer GrauzonezoomNach Ende des 2. Weltkrieges war in den Besatzungszonen Deutschlands jeder Funkbetrieb durch das Kontrollratsgesetz Nr. 76 verboten. Bei eingefleischten Funkamateuren, als Soldaten oder Vertriebene aus Krieg und Gefangenschaft zurückgekehrt, war jedoch der Drang "in die Luft zu gehen" schnell wieder größer, als sich an das Verbot zu halten. Eine Keimzelle der deutschen Amateurfunkbewegung war der sog. inoffizielle Samstag-Abend-Club, der von ehm. DASD-Mitgliedern im April 1946 in Stuttgart gegründet wurde. Im Sommer 1946 gab es eine erste offizielle Genehmigung zur Gründung eines Radioclubs in der Amerikanischen Besatzungszone, der alle funktechnisch interessierten Kreise aufnehmen sollte. Der Württembergisch-Badische-Radioclub (WBRC) beinhaltete auch eine Sektion "Kurzwelle", in der sich die sendenden Amateure halboffiziell organisierten und unter die reinen Hörer mischten. Der WBRC war für die SBZ/DDR insoweit wichtig, da der Verein eine erste einheitliche Rufzeichenordnung installierte, die auch die SBZ und Berlin bedachte. In Anpassung an die Internationale Fernmelderegelung von Atlantic City von 1947 teilte man die deutschen Zonen nach Postleitzahlen in Distrikte auf, wobei Berlin den Präfix DA/DK 7 und die SBZ DA/DK 8 zugeteilt kam. Alle im Geheimen ausfindig gemachten Amateure wurden aufgefordert, sich diesem System zum 31.12.1947 anzuschließen. Die QSL-Karten wurden dabei über eine Stuttgarter Postfachadresse vermittelt (1). Eine Verschmelzung der einzelnen Vereine über die Besatzungszonen hinaus war nicht möglich, jedoch bildete sich in der Britischen Besatzungszone ein Deutscher Amateur Radio Club DARC/BZ, dem dann ein DARC Württ. Baden aus Teilen des stark von Kurzwellenhörern dominierten WBRC folgte.(2)

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Die Arbeitsgemeinschaft Radiobastler Bautzen - DARC Sachsen

von Gerhard Meinekat, DL1HQM, ex DM2AMH/ DM3KDH und Dieter Priebe, DL8YTM

09.05.11

Die Arbeitsgemeinschaft Radiobastler Bautzen - DARC Sachsenzoom(Korrekturen und Ergänzungen werden erbeten von maildl8ytm@darc.de) Am 14. Juli 1953 wurden in der DDR die ersten offiziellen Genehmigungen für Funkamateure ausgegeben. Dieser Neubeginn beendete gleichzeitig eine Periode in der SBZ/DDR, in der vielfältige Versuche von Vereinsgründungen gescheitert waren. Mit der ein Jahr zuvor gegründeten Gesellschaft für Sport und Technik (GST) wurde immer klarer, dass es in der DDR keinen eigenständigen Amateurfunkverein, vergleichbar mit dem bereits existierenden DARC der Bundesrepublik, geben wird. Die vorangegangenen Entwicklungen in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), bis zur Wiedereinführung des Amateurfunks in der DDR im Jahr 1953, wurden niemals öffentlich aufgearbeitet. Im Traditionsverständnis der GST war dieser Teil der Geschichte tabu.

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(17) Die Jenaer Tagung 1951

von Christian Senne

(17) Die Jenaer Tagung 1951zoomAm 19. und 20. Mai 1951 fand in Jena eine "Tagung des Bezirksauschusses Jena der Kammer der Technik (KdT) Fachausschuß Kurzwellentechnik" im FDGB-Haus statt. (1) Der Einladung folgten mit großen Erwartungen etwa 100 bis 150 Funkamateure. (2) Die Einladungskarten wurden im Schneeballsystem von H. J. Gräfe, einer der Hauptorganisatoren des Treffens, in der Republik verteilt, kannte man doch durch die Illegalität und die fehlende Organisation der Amateure deren Anzahl nicht genau. Die Einladung erfolgte in Absprache mit der Betriebsorganisation der KdT des "VEB Carl Zeiss", wo sich schon eine kleine Gruppe von Funkamateuren in Jena zusammengeschlossen hatte. (3)

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(18) Wiederbeginn des Amateurfunks in Hamburg nach 1945 bis zur Gründung des DARC/BZ (Britische Zone)

von Gerhard Hoyer, DJ1GE

(18) Wiederbeginn des Amateurfunks in Hamburg nach 1945 bis zur Gründung des...zoom(Bild: Die Bewilligungsurkunde) Mit dem Zusammenbruch des Großdeutschen Reiches im Mai 1945 hörte auch in Hamburg, wie überall in den von den Siegermächten gebildeten Besatzungszonen, jegliche Betätigung im Amateurfunk auf. Der "Deutsche Amateur Sende- und Empfangsdienst" (DASD), in dem die deutschen Funkamateure bisher organisiert waren, bestand nicht mehr. Unter den von den Besatzungsmächten erlassenen so genannten Kontrollratsbeschlüssen befand sich auch das "Gesetz Nr. 76 der Militärregierung", das bis zur Androhung der Todesstrafe (Artikel IV/11) jeden Funkbetrieb untersagte (Artikel II). Selbst Brieftauben mussten nach diesem Gesetz angemeldet werden!
Die Stadt Hamburg, die am 3. Mai 1945 von den britischen Streitkräften kampflos besetzt wurde, war stark zerstört. In Anbetracht der prekären wirtschaftlichen Notlage hatten die Menschen vor allem eine Sorge: zu überleben. Es überrascht, dass sich trotz alledem schon Ende 1945 ehemalige DASD-Mitglieder fast konspirativ zusammenfanden in der Wohnung des im Hamburg sehr bekannten Rudolf "Rudi" Rapcke (1) am Uhlenhorster Weg 37, wo sie überlegten, wie sie wieder Amateurfunk ausüben konnten.

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Download [194.8 KB]Folge 19: Exkurs - Der Amateurfunk 1938-1945 in der Schweiz [PDF , 194.8 KB]
Download [449.6 KB]Folge 20: Exkurs - Der Amateurfunk bis 1955 in Österreich [PDF , 449.6 KB]

(21) Amateurfunk im Ruhrgebiet nach 1945

(21) Amateurfunk im Ruhrgebiet nach 1945zoom(Eine ausführliche Chronik des Ruhrdistrikts bis 1987, von Karl Gerhard Lickfeld, DL3FM, ist zu finden bei: linkext. Link ) -- Von den ca. fünftausend Mitgliedern des DASD gehörten knapp dreihundert zum Landesverband H. Der Großteil der Mitglieder war zum Kriegsdienst eingezogen worden. Die Situation, in der sich die Heimkehrer fanden, die triste Lage, der zum Trotz sich die Unverbesserlichen dennoch bei erster Gelegenheit wieder ihrem geliebten Hobby widmeten, schildert Ernst Fendler DL1JK(1) so: "Nach meiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft … in meine Heimatstadt Duisburg, wo das Elternhaus zerbombt, wo ich keine Zuzugsgenehmigung … und deshalb auch keine Lebensmittelkarte bekam, wo ich nichts außer meinem abgetragenen Anzug besaß, wo ich 1946 auf krampfhafte Weise meinen Lebensunterhalt verdienen musste, traf ich in Düsseldorf Bernhard Puschmann(2) aus dem Glatzer Bergland in Schlesien. Er hatte auch durch den Krieg alles verloren. Wir waren nun hocherfreut über den Austausch vieler Erinnerungen, denn wir hatten … eine freiwillige DASD-Betriebsdienstlinie Glatz-Duisburg auf 80m gefahren. Ein anderes erfreuliches Erlebnis hatte ich zuvor beim verzweifelten Graben in den Trümmern unseres abgebrannten Hauses … Ich fand eine Kiste mit über 200 QSL-Karten aus meiner Tätigkeit 1932 bis 1938(3). … Bald kam Bernhard in Düsseldorf mit der Nachricht, dass in Stuttgart ein Radioclub gegründet sei, der WBRC."

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(22) Amateurfunk in der französischen Zone nach 1945

Bild: Einladung zur Gründungsversammlung, 16./17. Juli 1949

27.07.10

(22) Amateurfunk in der französischen Zone nach 1945zoom(Bild: Einladung zur Gründungsversammlung, 16./17. Juli 1949)
Im Gegensatz zu den Amerikanern und den zwar zögernd, aber immerhin kooperierenden Briten standen die französischen Besatzer dem Amateurfunk ausgesprochen ablehnend, ja mit abgründigem Misstrauen gegenüber. Man fürchtete offenbar, eine nicht kontrollierbare Untergrundbewegung zu ermuntern, wie man sie aus der Résistance kennen gelernt hatte. Auch grenzten sich die Franzosen prinzipiell strenger von den Deutschen ab als die anderen westlichen Alliierten. Dazu kam, dass die französische Zone nicht mit den Landesgrenzen übereinstimmte, sondern die südlichen Teile von Baden umfasste, einschließlich Teile von Württemberg mit Hohenzollern, Teilen des späteren Bundeslandes Rheinland-Pfalz sowie kleine Teile von Bayern. Das Saargebiet war ja abgetrennt worden. Es gab also Überschneidungen mit der amerikanischen Besatzungszone: die heutigen Landesteile Nordbaden und Nordwürttemberg. Dort wurde nach Gründung des WBRC (Württemberg-Badischer Radio-Club) bald eifrig gesendet, was den französischen Behörden natürlich nicht entging. Zur "Kontrolle des Luftraums" setzten sie schließlich sogar einige D5-Stationen ein, also lizenzierte Truppenangehörige. Das hatte freilich unerwartete Folgen: Die eifrige QSO-Tätigkeit über die Zonengrenzen hinweg, schuf das Netzwerk, das zur Keimzelle der kommenden Amateurfunkbewegung werden sollte.

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27.07.10

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(23) Amateurfunk in der amerikanischen Zone nach 1945

Bild: Erste KW-Tagung, Stuttgart, 7./8. Juni 1947

12.05.10

(23) Amateurfunk in der amerikanischen Zone nach 1945 zoomEs gehörte schon einiges an Wagemut, Narretei und Fanatismus dazu, unmittelbar nach Kriegsende das von den Alliierten auferlegte Sendeverbot zu ignorieren und in einer Zeit, wo es ums nackte Überleben ging, ausgerechnet Amateurfunk zu betreiben. Einer dieser "Spinner" war Otto Seiferheld, DE1995/N, zuletzt D4MCN,später DL1DB. In seine Wohnung in Stuttgart lud er am 18. August 1945 alle jene Funkkollegen ein, die er in den Wochen zuvor zufällig getroffen hatte. Man beschloss, untereinander Kontakt zu halten.
SAC - Der Samstag Abend Club Die Initiative ergriff, kurz entschlossen, Wolfram "Felix" Körner. Er war charakterlich der Idealtypus für eine solche Unternehmung: Aufmüpfig gegen jede sinnlose Autorität, stets streitbar für das, was er als gute Sache ansah, "mutig wie ein Mameluck - halt ein schwäbischer Dickschädel" (Eigendefinition)[1]. Als DE3559/N war er 1937 wegen Schwarzfunkens aus dem DASD ausgeschlossen, angezeigt und sogar kurzzeitig inhaftiert worden. Das nun von ihm gewählte Rufzeichen D3LMA ließ sich unschwer interpretieren; später - nach den Zwischenstufen D4GAX, D3AHA und DA1AR als DL1CU - lieferte er sich ein legendäres Duell mit dem DARC[2]. Im Äther stieß er auf einen mysteriösen I1AW, der natürlich ebenso wenig aus Italien funkte wie die HAs aus Ungarn oder die OEs aus Österreich. Der Unbekannte entpuppte sich als Ger(har)d Grözinger, ex DE7114/N, nun auch D1AW (später D4GLX, DA1AF, nach der Lizenzierung DL1CS). Da man sich meist am Samstagabend traf, erfand er den Begriff "SAC" (Samstagabend-Club"),nicht ahnend, dass sich die lose Verbindung quasi semioffiziell etablieren sollte. Dritter im Bunde war Kurt ("Conny") Schips, ein wahrer Oldtimer (DE7213/N, EK3I, D3KNN, nach 1945 D4GEX, D3ADA, nach der Lizenzierung DL1DA)[3] . Er betrieb DA1AB, die Leitstation des SAC. Sie war erforderlich geworden, denn die abendlichen Runden zogen immer mehr Teilnehmer an. Der SAC wurde unversehens zu einer Institution mit Rundspruch, Rundbrief, Mitgliedsausweis und einheitlich gestalteter QSL, wenngleich all dies mit primitivsten Mitteln. Die SAC-er waren unschwer zu erkennen am letzten Buchstaben des Rufzeichens, einem X[4].

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(25) Exkurs - Ärzte, Sportflieger und Kurzwellenamateure

Bild: DL3HW

22.02.12

(25) Exkurs - Ärzte, Sportflieger und KurzwellenamateurezoomAußenstehende assoziieren mit Amateurfunk - falls Sie überhaupt etwas mit unserem Hobby verbinden - oft spektakuläre Hilfsaktionen: Katastrophenhilfe, Dschungeleinsätze, lebensrettender Medikamententransport ... Das mag daran liegen, dass die seltenen Auftritte von Funkern in den Medien und im Film meist auf solchen Sensationen beruhen. Hin und wieder ereignen sich aber doch Ausnahmefälle wie jener vor fünfzig Jahren, an den wir diesmal erinnern. (Quelle: DL-QTC, November 1976, S 516)

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Addendum Folge 25

Bild: DJ4JJ

22.02.12

Addendum Folge 25zoomEin weiteres Beispiel für Notfunk: Walter Mohwinkel, ein kriegsblinder Funkamateur, war mehrmals hilfreich im Notfunk tätig. Lesen Sie einige seiner Aktionen nach (PDF).

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Download [398.7 KB]Folge 24: Der Weg zum Gesamt-DARC [PDF , 398.7 KB]
Download [154.4 KB]Folge 26: 1950/51 - Das erste Jahr des Gesamt-DARC [PDF , 154.4 KB]
Download [137.5 KB]Folge 27: 1951/52 - Neuorientierung im DARC [PDF , 137.5 KB]
Download [180.7 KB]Folge 28: 1953/54 - Der Aufschwung stockt [PDF , 180.7 KB]
Download [294.1 KB]Folge 29: 1955-57 (1) - Nach innen gefestigt, nach außen repräsentativ [PDF , 294.1 KB]
Download [151.1 KB]Folge 30: 1955-57 (2) - Bandverteidigung und Diplomoffensive [PDF , 151.1 KB]


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