Rundfunk in Österreich 1938 - 1945


1939-1945: Sendepause für Österreich

Nach dem "Anschluss" an Hitler-Deutschland wurde die RAVAG an den "Reichsrundfunk" angegliedert. Da alles seine Ordnung haben musste, geschah dies dadurch, dass die Reichsrundfunkgesellschaft das gesamte Aktienpaket der RAVAG um 666.667 RM kaufte. Die Reichspost wiederum bezahlte für Sendeanlagen und Liegenschaften 2,8 Mill. RM als Ablöse. Das Rundfunkwesen erfuhr eine völlige Neuorganisation: Die Sender Innsbruck und Salzburg kamen zum Reichssender München, der Sender Dornbirn zum Reichssender Stuttgart, Linz und Graz (Dobl - "Sender Alpen") blieben dem Wiener Reichssender ("Sender Donau") zugeordnet.
Zu Kriegsende wurde alle Sendeanlagen in Wien zerstört. Der Sender am Bisamberg war zwar von den Bombenangriffen verschont geblieben, wurde aber am 13. April 1945 von der SS gesprengt.


Leistung (kW) Frequenz (kHz) Standort
1,5 519 Aldrans (Tirol)
6 519 Lauterach (Vbg)
1 519 Salzburg (Sbg)
100 886 Dobl (Stmk)
15 1267 Linz-Freinberg (OÖ)
0,1 1285 Bruck/Mur (Stmk)
0,1 1285 Eisenerz (Stmk)
15 1285 Graz (Stmk)
0,1 1285 Judenburg (Stmk.)
7 1285 Klagenfurt (Ktn)
0,1 1285 Kötschach (Stmk)
0,1 1285 Leoben (Stmk)
0,1 1285 Lienz (Tirol)
0,1 1285 Mürzzuschlag (Stmk)
0,1 1285 Radenthein (Ktn)
0,1 1285 Spittal/Drau (Ktn)
0,1 1285 Villach (Ktn)

Der Sender Dobl

Der Sender DoblzoomAm 22.2.1941 wurde in Oberberg bei Graz der Sender Dobl ("Sender Alpen") des Reichsrundfunks offiziell eröffnet und strahlte auf Mittelwelle Fremdsprachenprogramme für das Ausland aus. Seine Reichweite erstreckte sich bis an die Krim und nach Nordafrika. Zudem wurden in der Steiermark und Kärnten insgesamt 10 Kleinsender mit 100 Watt Leistung gebaut, die gemeinsam mit den stärkeren Sendern in Graz und Klagenfurt auf der "Ostmärkischen Gleichwelle" 1285 kHz sendeten. Der 156 Meter hohe Sendemast ist bis heute das höchst Bauwerk der Steiermark. Nach dem Krieg wurden von hier und aus Klagenfurt die Programme der "Sendergruppe Alpenland" der britischen Besatzungsmacht ausgestrahlt. 1955 übernahm der ORF die Anlage. Nach Einstellung des Sendebetriebes am 1. März 1984 erwarb die Gemeinde Dobl 1988 das nicht unbeträchtliche Areal und sah sich vorerst erheblichen Auflagen und Nutzungsbeschränkungen gegenüber. Im denkmalgeschützten Gebäudekomplex wurde vorerst die Musikschule Strunz untergebracht. Ab 22. September 1995 fand sich mit dem Privatradio Antenne Steiermark ein zusätzlicher Mieter, der einerseits dem historisch-technischen Ambiente gerecht wird und andererseits neue technische und mediale Impulse setzt. Die unter Denkmalschutz stehende Anlage wird seit 1993 von Hubert Tschugmell, OE6THH, und Peter Kalcher, OE6PCD, ehrenamtlich betreut: linkext. Link Bilder 1-4 © senderdobl.at





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