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knie_patina_2009-2011

Roland Knie - "Patina" (2009-2011)

20.10.11

knie_patina_2009-2011zoomAlle im ORF-Archiv noch vorhandenen Ausgaben der Sendereihe "Patina". Arbeitskopien für Forschungszwecke, nur am Hörplatz im Archiv beistellbar.

T = Manuskript vorhanden / L = Lücke (Audio fehlt)

Archivnummern: ocgf/OR/AP/knie_patina_(Jahr)_(Datum)
© ORF

Biographie von Roland Knie bei Oral History ohist


# Datei Datum Inhalt Dauer Text
      2009    
228 pat090104.wav 04.01.09 "Das war Radio Heinzi" - Zum 95. Geburtstag des Radiokünstlers Heinz Conrads (4. Teil von 5). 24:50 T
229 pat090111.wav 11.01.09 "Das war Radio Heinzi" - Zum 95. Geburtstag des Radiokünstlers Heinz Conrads (5. Teil von 5). 24:50 T
230 pat090118.wav 18.01.09 "Übermorgen war Gestern" - Zum 75. Todestag von Hermann Bahr. Für die einen - etwa seinen notorischen Gegner Karl Kraus - war Hermann Bahr der geradezu archetypische, sich selbst überkompensierende Provinzler, der "Herr aus Linz". Für die andern (die allerdings selten geworden sind) war er der eifrig und eifernd seiner jeweiligen Zeit Vorauseilende, der "Mann von Übermorgen". Die Schwierigkeiten mit Hermann Bahr rühren vermutlich daher, dass seine Lieblingsbeschäftigung das Bahnbrechen war - ungeachtet dessen, ob es da auch wirklich was zu brechen gab ... 24:50  
231 pat090125.wav 25.01.09 "Die mit dem 'Grimmingtor'" - Erinnerung an Paula Grogger, zur 25. Wiederkehr ihres Todestages (1. Teil von 2). Ein Bestseller wie der Roman "Das Grimmingtor" ist der steirischen Heimatdichterin Paula Grogger nie wieder gelungen - aber sie hat, am Ende ihres langen Lebens, noch ihre Anerkennung abseits aller Heimattümelei erlebt. 24:50 T
232 pat090201.wav 01.02.09 "Die mit dem 'Grimmingtor'" - Erinnerung an Paula Grogger, zur 25. Wiederkehr ihres Todestages (2. Teil von 2). 24:50 T
233 pat090208.wav 08.02.09 Karl Schönböck zum 100. Geburtstag. Er war der Grandseigneur und Bonvivant des deutschen Films schlechthin - und blieb doch zeitlebens ein bisschen der typische Wiener, der er eigentlich war. Und als er zwischen 1957 und 1960 und dann nochmals in den siebziger Jahren am Theater in der Josefstadt spielte, war es, als sei's nie anders gewesen. 24:50 T
234 pat090215.wav 15.02.09 Ein vergessener Komiker - Franz Engel (1. Teil von 2). Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze - dem Komiker schon gar nicht. Bei Franz Engel, dem einstigen Star des Wiener wie auch des Berliners Unterhaltungstheaters, haben die Weltgeschichte und das schlechte Gewissen schon ordentlich nachgeholfen beim Vergessen ... 24:50 T
235 pat090222.wav 22.02.09 Ein vergessener Komiker - Franz Engel (2. Teil von 2). 24:50  
236 pat090301.wav 01.03.09 Sehr geboren, ausführlich gestorben - Peter Altenberg, 1859 - 1919 (1. Teil von 2). Als wunderlicher Vogel, als Narr von Wien lebte er leidenschaftlich unter den Menschen und war ihr Seelenseismograph: Der altmodische Moderne Peter Altenberg. 24:50 T
237 pat090308.wav 08.03.09 Sehr geboren, ausführlich gestorben - Peter Altenberg, 1859 - 1919 (2. Teil von 2). 24:50 T
238 pat090315.wav 15.03.09 Ernst Deutsch, gestorben 1969. Erinnerung an einen Großen des österreichischen Theaters (1. Teil von 2). Er stammte aus der altösterreichischen feinen Prager Völkermischung, war 1890 geboren, ebenso wie sein lebenslanger Freund Franz Werfel. Er debütierte in Wien, als er noch lang nicht "Nathan, der Weise" war, kam gleich nach Vertreibung und Krieg nach Wien zurück, galt aber, dank seiner solitären Ausdruckskunst, als "Schauspieler-Klassiker" im ganzen deutschen Sprachraum. 24:50 T
239 pat090322.wav 22.03.09 Ernst Deutsch, gestorben 1969. Erinnerung an einen Großen des österreichischen Theaters (2. Teil von 2). 24:50 T
240 pat090329.wav 29.03.09 Annie Rosar, Volksschauspielerin (1. Teil von 2). Die Wienerin Annie Rosar, aus den sprichwörtlichen "kleinen Verhältnissen" stammend, hat sich vor allem durch den Film - und da vor allem als gemütvolle Partnerin des Hans Moser - den Rang einer "Volksschauspielerin" erworben. Obwohl sie als Heroine begann und noch nach dem 2. Weltkrieg berühmt war für ihre Rezitationen griechischer Tragödien, war ihr nachhaltigster Erfolg das - nicht ganz unsentimentale - Einpersonenstück "Langusten", dessen Uraufführung sie 1957 spielte und das ihr, bis zu ihrem Tod im Jahr 1963, noch zusätzlichen späten Ruhm einbrachte. 24:50 T
241 pat090405.wav 05.04.09 Annie Rosar, Volksschauspielerin (2. Teil von 2). 24:50 T
    12.04.09 Übertragung Evangelischer Gottesdienst    
242 pat090419.wav 19.04.09 "Der Lausbub und die Tante Frieda" - Ludwig Thoma, gelesen von Robert Meyer (1. Teil von 4). Die "Lausbubengeschichten" des bayrischen Advokaten und Schriftstellers Ludwig Thoma sind scharfe Gesellschaftssatiren - umso schärfer, als Thoma darin selbstverständlich die eigene sehnsuchtsvolle, vaterlose Jugend inmitten bayrischer Herrschaftsmoral im späten 19. Jahrhundert aufarbeitet. 24:50 T
243 pat090426.wav 26.04.09 "Der Lausbub und die Tante Frieda" - Ludwig Thoma, gelesen von Robert Meyer (2. Teil von 4). 24:50  
244 pat090503.wav 03.05.09 "Der Lausbub und die Tante Frieda" - Ludwig Thoma, gelesen von Robert Meyer (3. Teil von 4). 24:50 T
245 pat090510.wav 10.05.09 "Der Lausbub und die Tante Frieda" - Ludwig Thoma, gelesen von Robert Meyer (4. Teil von 4). 24:50 T
246 pat090517.wav 17.05.09 Eine Erinnerung an Jörg Mauthe, zum 85. Geburtstag. Der promovierte Kunsthistoriker Jörg Mauthe gehörte in all seinen Professionen - Journalist, Schriftsteller, Rundfunkpionier, Kulturaktionist - zu den bedeutendsten politischen Köpfen der Zweiten Republik. Zu seiner unermüdlichen Arbeit als Öffentlichkeits-Hersteller gehörte der "Watschenmann" ebenso wie sein von ihm selbst kommentiertes Sterben im Jahr 1986. 24:50 T
247 pat090524.wav 24.05.09 Der hundertjährige Prinzipal - Franz Stoß (1. Teil von 2). Franz Stoß, Jahrgang 1909, machte stets den Eindruck eines Hofrates in einem imaginären Schauspielamt, wurde im hohen Alter samt Kollegen aus "seinem" Josefstädter Theater noch einmal im Fernsehen populär - natürlich in der Rolle eines Hofrates -, war aber eigentlich die Idealbesetzung eines Theater-Prinzipals. Auch als solcher wusste er als Professional, Improvisator und Beiseitesprecher zu glänzen ... 24:50 T
    31.05.09 Übertragung Evangelischer Gottesdienst    
248 pat090607.wav 07.06.09 Der hundertjährige Prinzipal - Franz Stoß (2. Teil von 2). 24:50 T
249 pat090614.wav 14.06.09 "Petrucchio, der Klassische" - Eine Erinnerung an Fred Liewehr (1. Teil von 2). Ein Rückblick auf die ungemein vielseitige Bühnenpräsenz Fred Liewehrs zu seinem 100. Geburtstag - vom Musical- und Operettenstar bis zum Père Noble des Burgtheaters. 24:50  
250 pat090621.wav 21.06.09 "Petrucchio, der Klassische" - Eine Erinnerung an Fred Liewehr (2. Teil von 2). 24:50 T
251 pat090628.wav 28.06.09 "Schön ist so ein Ringelspiel" - Der Textdichter Peter Herz. Peter Herz, 1987 in seinem 93. Lebensjahr verstorben, war Gebrauchsschriftsteller, bei Bedarf auch Journalist oder Librettist, manchmal Kabarettist, oblag aber zumeist der undankbarsten, ja meistverachteten Tätigkeit innerhalb der Schreibezunft: Peter Herz war Textdichter. Dass er es freilich darin zu ganz untypischer Sprachmeisterschaft und eingängiger Alltagsdichtung von durchaus poetischem Rang brachte, bezeugt nicht zuletzt sein erheblicher Anteil am Erfolg des fröhlichen Klavierphilosophen Hermann Leopoldi ... 24:50  
252 pat090705.wav 05.07.09 Der fröhliche Klassiker - Zum 50. Todestag Hermann Leopoldis (1. Teil von 5). Er sei "nicht mehr und nicht weniger als ein Klassiker zu Lebzeiten" gewesen, attestierte ihm einer, der mit Komposition, Klavier und Text auch ganz gut umzugehen wusste: Gerhard Bronner, der sich schon als Knabe den Klavierhumoristen und Vorstadtphilosophen bewundernd zum Vorbild nahm. Als Hermann Leopoldi am 28. Juni 1959 in seiner wiedererlangten Heimatstadt Wien starb, war er der ungemein populäre, erste und einzige Vertreter eines zuvor ungeahnten Unterhaltungs-Genres namens "Hermann Leopoldi". 24:50 T
253 pat090712.wav 12.07.09 Der fröhliche Klassiker - Zum 50. Todestag Hermann Leopoldis (2. Teil von 5). 24:50  
254 pat090719.wav 19.07.09 Der fröhliche Klassiker - Zum 50. Todestag Hermann Leopoldis (3. Teil von 5). 24:50  
255 pat090726.wav 26.07.09 Der fröhliche Klassiker - Zum 50. Todestag Hermann Leopoldis (4. Teil von 5). 24:50 T
256 pat090802.wav 02.08.09 Der fröhliche Klassiker - Zum 50. Todestag Hermann Leopoldis (5. Teil von 5). 24:50 T
257 pat090809.wav 09.08.09 "Ein Mensch als komischer Zustand" - Zum 75. Todestag des österreichischen Schauspielers Max Pallenberg. Das persönlich Bekannteste an ihm war seine Ehefrau, die große Diseuse Fritzi Massary. Ansonsten existieren über Max Pallenberg, der Ende Juni 1934, mit 57 Jahren, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, hauptsächlich Legenden. Dass er freilich eine Ausnahmeerscheinung auf der Bühne - nur nebenbei auch im Film - war, ist unbestritten. 24:50 T
258 pat090816.wav 16.08.09 "Die Bürger von Schmeggs". Von Jörg Mauthe (1. Teil von 5). Es liest Kurt Sobotka. Eine frühe satirische Erzählung Jörg Mauthes, der heuer 85 geworden wäre. Und ein Beleg dafür, wie wenig sich seit damals, seit den fünfziger Jahren, im Grund geändert hat. In der schönen Stadt Schmeggs - wo sonst? 24:50 T
259 pat090823.wav 23.08.09 "Die Bürger von Schmeggs". Von Jörg Mauthe (2. Teil von 5). 24:50 T
260 pat090830.wav 30.08.09 "Die Bürger von Schmeggs". Von Jörg Mauthe (3. Teil von 5). Es liest Kurt Sobotka. 24:50 T
261 pat090906.wav 06.09.09 "Die Bürger von Schmeggs". Von Jörg Mauthe (4. Teil von 5). Es liest Kurt Sobotka. 49:50 T
262 pat090913.wav 13.09.09 "Die Bürger von Schmeggs". Von Jörg Mauthe (5. Teil von 5). Es liest Kurt Sobotka. 49:50 T
263 pat090920.wav 20.09.09 "Die Reblaus wird siebzig" - als die uralten Wienerlieder neu erfunden wurden. Dass so etwas Uraltes wie die "Reblaus", Markenzeichen des Wienerliedes mindestens seit dem Lieben Augustin, 1939 für die nazideutsche Filmindustrie geschrieben wurde, ist kaum zu glauben. Anderes aus der Geschichte der urweanerischen Gesänge noch viel weniger ... 49:50 T
264 pat090927.wav 27.09.09 Zum 100. Geburtstag von Albin Skoda. Er war, in den fünfziger Jahren, der vielbewunderte Inbegriff aller rhetorischen Kunst am Wiener Burgtheater. Dass Albin Skoda heute nur noch wenigen ein Begriff ist, hat gewiss auch mit seinem relativ frühen Tod zu tun - aber doch wohl auch damit, dass die rhetorischen Künste im allgemeinen ein bisschen aus der Mode gekommen sind ... 49:50 T
265 pat091004.wav 04.10.09 "Der hinter dem Vorderzahn" - Eine Erinnerung an Hugo Wiener. Ein pompöses Angedenken mit Jubiläum und so wäre ihm bestimmt nicht recht - er war der Stillsten und der Fleißigsten (und der Witzigsten!) Einer im österreichischen Unterhaltungsgeschäft: Hugo Wiener - rares Beispiel dafür, wie einer Komponist, Pianist, Cabaretier, Satiriker, Arrangeur, Bearbeiter, Schöpfer unsterblicher Chansons - und trotzdem ein ausgesprochen netter Mensch sein kann ... 49:50 T
266   11.10.09 "Prinzipalin und Mutter Courage" - Zum 20. Todestag Stella Kadmons. Die Schauspielerin, Chanteuse und Tänzerin Stella Kadmon gründete 1931 Wiens erstes erfolgreiches Kabarett-Etablissment, den "Lieben Augustin", und wurde nach dem Krieg die Pionierin des kritisch-literarischen Theaters abseits der großen Bühne: Sie führte nicht nur viele Jahre lang, sie lebte auch ihr "Theater der Courage". L T
267 pat091018.wav 18.10.09 Ein abendfüllender Herr - Zum 50. Todestag des Schauspielers Werner Krauß. Er war eines der saftigsten Exemplare von einem Komödianten, die das Wiener Burgtheater je gesehen hat, eine wahrhaft abendfüllende Erscheinung - mit allen Fährnissen, die mit solcher weltumarmenden Erzschelmerei zuweilen verbunden sind ... 47:50  
268 pat091025.wav 25.10.09 Das Glück is a Vogerl - Zum 25. Todestag von Oskar Werner. Der Bub aus der Wiener Vorstadt, der wie ein Besessener zum Theater drängte, war eines der wenigen tatsächlichen Genies auf der Bühne - einer, der so gut wie alles durfte; und der doch an der Überfülle seines Talents zerbrach. 49:50 T
269 pat091101.wav 01.11.09 "Die schlaue Eminenz" - Ein Andenken an den Cabaretier Carl Merz, zu seinem 30. Todestag. Carl Merz, Jahrgang 1906, war der Älteste des "namenlosen" Ensembles, das ab 1952 in Wien Kabarettgeschichte schrieb und spielte und nachmals unter "Qualtinger-Bronner-Kreisler-Kabarett" firmierte. Merz, obzwar gelernter Schauspieler, war vor allem als Autor und - er stammte noch aus dem Karl-Kraus-Anhängerkreis - "Gewissen" des jungen Ensembles wichtig. Als Schriftsteller war Carl Merz für die literarische Zähmung des Helmut Qualtinger zuständig, weshalb etwa "Der Herr Karl" zu Recht beide Autorennamen trägt ... 24:50  
270 pat091108.wav 08.11.09 "... dass manches ungehobelt sei, meint Peter Hey". Ein Andenken an den Schauspieler, Regisseur und Satiriker anlässlich seines 95. Geburtstages. Peter Hey, zu Ende des Ersten Weltkriegs geboren, war nach dem Zweiten einer der Kabarett- und Unterhaltungspioniere - oft zusammen mit seinem Freund Maxi Böhm. Als ernsthafter Schauspieler reüssierte Hey am Wiener Volkstheater, als Regisseur vor allem in Radio und Fernsehen - und als Kodirektor des Wiener "Simpl" nach dem Tod des langjährigen "Freund-Feindes" Karl Farkas. 24:50 T
271 pat091115.wav 15.11.09 "Schiller, Fritz, Geburtstagskind" - zum 250. Mal (1. Teil von 3). Friedrich von Schiller, vor 250 Jahren geboren, gilt als Zitatenlieferant Nummer eins für halbgebildete Schulabsolventen und als Vater alles Auswendiglernenmüssens. 24:50 T
272 pat091122.wav 22.11.09 "Schiller, Fritz, Geburtstagskind" - Zum 250. Mal (2. Teil von 3). 24:50 T
273 pat091129.wav 29.11.09 "Schiller, Fritz, Geburtstagskind" - Zum 250. Mal (3. Teil von 3). 24:50  
274 pat091206.wav 06.12.09 Erinnerung an ein Lächeln - Zum 100. Geburtstag von Hans Holt. Als Schauspieler hat man ihn gern unterschätzt - so lange, bis man die typischen Hans-Holt-Rollen mit anderen Leuten zu besetzen versuchte. Als Lustspielautor war er zwar keine überragende Größe, aber doch einer, der sein Handwerk perfekt beherrschte. Und auch solche sind zumindest sehr, sehr rar - nicht erst geworden, aber geblieben. 24:50  
275 pat091213.wav 13.12.09 Ein Andenken an Fritz Muliar - Zum 90. Geburtstag (1. Teil von 4). In diesem Dezember wäre er Neunzig geworden, und er hätte das so gern auf der Bühne erlebt ... Mag sein, dass auch dem Mimen Muliar die Nachwelt keine Kränze flechten wird - aber zuschauen wird sie ihm noch lang, seine Platten hören, seine Bücher lesen - vielleicht wird sie sich auch noch in der Erinnerung über ihn ärgern, den vielseitigen, omnipräsenten, geradlinigen und sehr oft weisen Schauspieler-Darsteller aus Wien. - Und dann geschähe ihr das ganz recht. 24:50 T
276 pat091220.wav 20.12.09 Ein Andenken an Fritz Muliar - Zum 90. Geburtstag (2. Teil von 4). 24:50 T
277 pat091227.wav 27.12.09 Ein Andenken an Fritz Muliar - Zum 90. Geburtstag (3. Teil von 4). 24:50 T
      2010    
278 pat100103.wav 03.01.10 Ein Andenken an Fritz Muliar - Zum 90. Geburtstag (4. Teil von 4). 24:50 T
279 pat100110.wav 10.01.10 Der "Kleine Dritte Mann" - zum 25. Todestag von Anton Karas. Er ist mit einer einzigen, simplen Tonfolge zu Weltruhm gelangt - und konnte eben damit wenig anfangen: Der Wiener Zitherspieler Anton Karas, der mit seiner Hintergrundmusik zum "Dritten Mann" fast widerwillig und quasi nebenbei ein für alle Mal die Überlegenheit des Wiener Heurigen gegenüber Filmstars und Weltliteraten gleichermaßen bewiesen hat ... 24:50 T
280 pat100117.wav 17.01.10 Erne Seder, 85. Die Wiener Schauspielerin Erne Seder, Jahrgang 1925 und 2006 verstorben, war ein typischer Fall für "bekannt aus Funk und Fernsehen": Sie spielte in Radio- und Fernsehfamilien, viele Jahre lang in dem Radio-Satiremagazin "Watschenmann", man kannte ihr Gesicht, ihre Stimme - und nur ganz nebenbei, quasi als unvermeidliche Begleiterscheinung, auch die vorzügliche Charakterdarstellerin, die das Zirkuskind Erne Seder war - von der ambitionierten Schriftstellerin ganz zu schweigen. 24:50  
281 pat100124.wav 24.01.10 "Der ewige Spießer ist achtzig" - Robert Meyer liest aus dem Roman Ödön von Horváths (1. Teil von 3). "Deutschland besteht, wie alle übrigen europäischen Staaten, zu neunzig Prozent aus vollendeten oder verhinderten Kleinbürgern", notierte der große Volksdramatiker Ödön von Horváth anno 1932 in einer "Gebrauchsanweisung" für seine Bühnenstücke. Daher habe er, Horváth, als treulicher Chronist seiner Zeit, nicht die zehn Prozent der andern, sondern jene neunzig Prozent in ihrem Denken, Fühlen und Daherreden vorzuführen. Sein Roman "Der ewige Spießer" aus dem Jahr 1930 ist in vieler Hinsicht die Quintessenz, ein nur halb episches Destillat aus diesen Theaterstücken, die, so sagt ihr Autor, "alle Tragödien" seien. "Sie sind nur komisch, weil sie unheimlich sind." 24:50 T
282 pat100131.wav 31.01.10 "Der ewige Spießer ist achtzig" - Robert Meyer liest aus dem Roman Ödön von Horváths (2. Teil von 3). 24:50 T
283 pat100207.wav 07.02.10 "Der ewige Spießer ist achtzig" - Robert Meyer liest aus dem Roman Ödön von Horváths (3. Teil von 3). 24:50  
284 pat100214.wav 14.02.10 "Ich heiße Lotte, und das schon lang". Eine Erinnerung an Lotte Lang, zu ihrem 25. Todestag. Sie war schon zu Lebzeiten das, was man ein "Bühnen-Original" nennt: eine Schauspielerin und Komödiantin im eigentlichen Sinn sowohl des Wortes als auch des Wesens aller Komödiantik: der Freude am Ursprünglichen. Und wer ihre urtypischen Auftritte im Theater in der Josefstadt und in etwa siebzig Filmen bloß wegen (zuweilen) nicht allzu vielen Textes für "Nebenrollen" hält, weiß nichts von Präsenz und Gestaltungskraft ... 24:50 T
285 pat100221.wav 21.02.10 Zwei Dichtermaler als Malerdichter: Oskar Kokoschka und Alfred Kubin (1. Teil von 2). Beide waren sie Kinder des neunzehnten Jahrhunderts, die mit ihren Bildern vehement ins zwanzigste drängten: Als "Oberwildling" der eine, als Zeichner bizarrer Visionen der andere: Oskar Kokoschka und Alfred Kubin. Beide haben sie sich auch literarisch betätigt, wobei Kubin mit dem Roman "Die andere Seite" sogar ein ganz beachtlicher Wurf gelang. Und beide waren sie jedenfalls Künstler jenes Zwischenreiches, wo Denkmalerei und darstellendes Wort regieren. 24:50 T
286 pat100228.wav 28.02.10 Zwei Dichtermaler als Malerdichter: Oskar Kokoschka und Alfred Kubin (2. Teil von 2). 24:50 T
287 pat100307.wav 07.03.10 "Vom Herrgott und vom Winkel" - Zum 120. Geburtstag von Ernst Arnold. Ernst Arnold, geboren am 12. Februar 1890 zu Wien, war - ebenso wie sein Bruder, der sich Fritz Imhoff nannte - Schauspieler und Sänger, ehe er sich - anders als Imhoff, der zum Starkomiker in Operette und Film avancierte - ganz dem Schreiben (und der Interpretation) von Wienerliedern widmete. Arnold - zu RAVAG-Zeiten auch Radio- und Schallplattenliebling - gelangen mit "Wann der Herrgott net will" oder "Es steht wo ein Koffer im Winkel" sentimentale Evergreens, in denen sich durchaus auch Lebensideologien in Zwischen- und Nachkriegszeiten widerspiegeln. 24:50  
288 pat100314.wav 14.03.10 "Der Eine von den Dreien ist der andere Böhm" - Erinnerungen zum 90. Geburtstag von Alfred Böhm (1. Teil von 3). Das Böhm'sche Triumvirat - die Schauspieler Franz Böheim, Carlo und Alfred Böhm, allesamt Charakterkomiker und Komödianten von Graden - machte es schon unmöglich, die Wiener Ehrentitulatur für besondere Volkstümlichkeit ("der Böhm") anzuwenden. Die Wendung "der Böhm, aber der Fredi", selbst in Kollegenkreisen, deutet auf eine zusätzliche Verwicklung hin: Der große Alfred Böhm hatte noch einen andern großen Böhm, nämlich den - nicht verwandten - Max(i) an seiner Seite. Und trotz allem war er unverwechselbar. 24:50 T
289 pat100321.wav 21.03.10 "Der Eine von den Dreien ist der andere Böhm" - Erinnerungen zum 90. Geburtstag von Alfred Böhm (2. Teil von 3). 24:50 T
290 pat100328.wav 28.03.10 "Der Eine von den Dreien ist der andere Böhm" - Erinnerungen zum 90. Geburtstag von Alfred Böhm (3. Teil von 3). 24:50 T
    04.04.10 Übertragung Evangelischer Gottesdienst    
291 pat100411.wav 11.04.10 Flucht ins Geheimnis - anlässlich des 90. Geburtstages und zum Gedenken an den 40. Todestag der Dichterin Marlen Haushofer. Ob sie nun tatsächlich eine Madame Bovary der österreichischen Nachkriegsliteratur war - oder vielleicht gar eine "femme fatale", ob sie Opfer oder Täterin innerhalb der überkommenen Kriegs- und Nachkriegsgesellschaften in verstädterter Provinz und provinzialisierter Großstadt war, oder beides an beiden Orten ihres kurzen Lebens - das wird kaum jemals schlüssig zu beantworten sein. Die Schriftstellerin Marlen Haushofer kam jedenfalls selbst mit einer Antwort auf ihre eigenen Existenzfragen nie ins Reine, und der Versuch, ihr (gewiß verhängnisvolles) Leben mit ihrer literarischen Arbeit posthum zu verknüpfen, das ganze durch die feministische Brille zu betrachten und sie als schieres Opfer patriarchalischer Klüngel darzustellen, hat ihr einigermaßen geschadet, wo nicht den berechtigten Ruhm ihrer großen Romanerzählungen wie "Die Wand" ernsthaft beschädigt. War sie eine oberösterreichische Bachmann? Marlen Haushofer, die selbstbewusste Rätselhafte, war immer auch eine Andere, und immer auch Anderswo, im seltsamen Zustand einer lakonischen Sehnsucht nicht getrieben, sondern festgenagelt. Dass Haushofers Werk - zu dem auch einige Kinderbücher gehören und das vor einem knappen halben Jahrhundert noch zu den Spitzenleistungen der neuen österreichischen Literatur gezählt wurde - heute beinahe vergessen ist, gehört allerdings wohl eher zu den ganz banalen Versteckspielen des literarischen Kommerzes, in den sie ganz eindeutig schon zu ihrer Zeit nicht passte ... 25:50  
292 pat100418.wav 18.04.10 "April - Die Geschichte einer Liebe". Von Joseph Roth (1. Teil von 2). Es liest Michael Heltau. Die nachgerade klassischen Romane und Erzählungen des Joseph Roth sind sowohl präzise Beobachtungsprotokolle als auch sprachmusikalische Kompositionen ersten Ranges. Aus dieser Synthese und vermittels einer höchst persönlichen Kontrapunktik gelangen Roth atmosphärische Verdichtungen und Prognosen, ja, Prophetien, die weit über die kunsthandwerkliche Bildung des Romanciers und noch viel weiter über Fingerspitzengefühl und Intuition des wenn auch noch so geviften Journalisten (der Joseph Roth auch war!) hinausgingen. Seine sooft missverstandenen, zuweilen auch filmisch verkitschten Alt-Österreich-Romane "Radetzkymarsch" und "Kapuzinergruft" genauso wie die scheinbar gemeißelten Sätze seines"Hiob", der grandiose Romanessay "Flucht ohne Ende", die testamentarische Wucht im "Falschen Gewicht" - sie alle sind in klassisch musikalischer Manier aus inspirierten Themen geknüpft und gewoben, in Stimmungen voller genau definierter Zusammenklänge transponiert, und aus Melodik, Grundbass, feiner Rhythmik und Harmonien, aus Einfall, Durchführung und Variation entstehen zeitliche Schwebezustände, mündend in unmerkliche Abläufe. Roths Abgründe beginnen als Haarrisse zwischen subjektiver und objektiver Welt. Dem gegenüber stehen die fröhlichen Fingerübungen, die Etüden und pastoralen Rondi, die Roth, jung und genialisch, in den zwanziger Jahren zunächst für Zeitschriften, dann aber auch schon für schön ausgestattete Buchausgaben geschrieben hat: "April" ist eine solche fröhliche, aber auch, wie es dem Thema gebührt, doppelbödige "Geschichte einer Liebe". Es ist nämlich Frühling - und das genügt einem Autor wie Roth für fantastische Variationen ... 25:50 T
293 pat100425.wav 25.04.10 "April - Die Geschichte einer Liebe". Von Joseph Roth (2. Teil von 2). Es liest Michael Heltau. 25:50  
294 pat100502.wav 02.05.10 Beinah ein Jahrhundert Theaterleben: Elisabeth Epp. Ein "Theaterleben" hat sie selbst ihre Vita genannt, die sie von ihrer Geburtsstadt Köln durch mehr als turbulente Zeitläufe nach Wien führte, wo sie zur prägnanten, engagierten Bühnengestalt und schließlich zur Grande Dame des Wiener Volkstheaters wurde, dem sie auch durch die bedeutende Direktionsära ihres Mannes eng verbunden war und blieb: Eliabeth Epp, geboren 1910, gestorben in ihrem 91. Jahr, am 29. Oktober 2000, in ihrer Wahlheimat Wien. "Die Epp" - Ehefrau des Schauspielers, Regisseurs und Theaterprinzipals Leon Epp - stand 61 Jahre lang auf der Bühne, davon 37 Jahre als Mitglied des Volkstheaters. Erst Ende 1989, knapp vor ihrem 80. Geburtstag, ließ sie sich pensionieren. Im Frühjahr 1990 spielte sie ihre letzte Rolle fürs Kino - in einer Neuverfilmung von Franz Werfels "Der veruntreute Himmel", am Originalschauplatz Prag. Ihre Memoiren, veröffentlicht im letzten Dreivierteljahr ihres Lebens, begann und schloss Elisabeth Epp mit dem Gedanken "Nichts geht gänzlich verloren ..." 25:50 T
295 pat100509.wav 09.05.10 Ein Frankfurter als Wiener - Eine Erinnerung an den Burgschauspieler Heinz Moog. Der alte Herr mit dem üppigen weißen Haarschopf und dem ebensolchen Vollbart machte, wenn man mit ihm, abseits der Bühne, ins lebhafte Gespräch kam (Gespräche mit ihm waren immer lebhaft), den ein wenig seltsamen, aber zwingenden Eindruck eines würdigen Lausbuben. Zwar wollte die unverkennbare, auch aus dem Rundfunk wohlbekannte, sonore, ein wenig raue Stimme nicht ganz zu einem solchen Bild passen, aber auch das fügte sich, sobald er, beispielweise, in seinem Mutterdialekt, auf "Frankforderisch", zu blödeln begann. Heinz Moog, aus Frankfurt am Main gebürtig, dort auch Schauspieler geworden, war mitten im Zweiten Weltkrieg, 1943, als blendender Grillparzer-Darsteller ("Bruderzwist") an das Wiener Burgtheater berufen worden - und spielte an dieser Bühne bis 1969 im Ensemble, im höheren Alter dann als regelmäßiger Gast - alles an ernsten, tragischen, komischen, intriganten, heiter beschwingten Rollen, die man ihm nur zu spielen gab. Er war unter den Würdigen wohl einer der würdigsten Träger der Kainz-Medaille, und die Ehrenmitgliedschaft des Hauses 1978, zu seinem 70. Geburtstag, war eine noble Selbstverständlichkeit für einen, den das Wort "Star" (womöglich samt Allüre) nur ein mitleidiges Lächeln kostete ... 25:50 T
296 pat100516.wav 16.05.10 "Komm auf die Schaukel, Luise!" - Die Wiener Musik- und Filmschauspielerin Luise Ullrich. Als die knapp über sechzigjährige Luise Ullrich anno 1972 in einer Fernseh-Serie Rainer Werner Fassbinders eine resolute Großmutter aufs Set legte, als sie im Theater an der Wien als komödiantisch-komische Madame im Musical ihre ursprüngliche Wirkungsstätte, die Theaterbühne, wieder betrat, hatte sie längst ihren Ruf weg: Den Ruf als akkurates Familienmütterchen, als tüchtiges Alltagsfrauchen, als weibliches Nachkriegs-Faktotum des deutschen (und, in der schlimmsten Phase,) auch österreichischen Films. Luise Ullrich war prominent, aber man nahm sie nicht recht ernst - sie nicht, ihre Rollen nicht (wobei diese jenes bedingten), und schon gar nicht ihre Romane und Reiseberichte, die sie nebenbei schrieb und die gewiß nicht bedeutend sind, aber doch Zeugnis von einer geistig beweglichen, intellektuell begabten Bühnenkünstlerin geben - die dennoch vom Filmklischee gelebt und ihm all ihre Begabungen geopfert hat. Luise Ullrich war Wienerin, 1911 geboren, hier an der Schauspiel-Akademie bestens ausgebildet und zunächst am Volkstheater, dann sogar an der "Burg" sehr hoffnungsvoll gestartet - dann aber, 1931, ins mondäne Berlin und dort zum Film gewechselt. Als sie 1985 in München starb, nahm man in Österreich kaum Notiz davon, dass sie nicht nur eine "Unsrige", sondern auch eine bemerkenswerte Künstlerin und - teils unfreiwillige - Zeugin einer Zeit des Klischee-Geschäftes war. 25:50 T
    23.05.10 Übertragung Evangelischer Gottesdienst    
297 pat100530.wav 30.05.10 Große Dame, großer Name - eine Erinnerung an die Schauspielerin Judith Holzmeister. Judith Holzmeister hat nicht nur künstlerisch den großen Namen ihres Vaters, des Architekten Clemens Holzmeister, ehrenvoll weitergetragen, sie hat ihn auch durch ein bedeutendes Moment des Menschlichen zusätzlich geadelt: indem sie, geboren 1920, als junge Schauspielerin am Wiener Volkstheater während der Nazizeit Anständigkeit in Wort und Tat bewies. Sie spielte nicht nur, sie verkörperte während dieser Jahre tatsächlich Schillers Jungfrau von Orleans, Lessings Minna von Barnhelm und auch noch die Maria Stuart in einer körperlichen wie geistigen Haltung, die nicht nur von hoher Kunst - und die Erscheinung der Holzmeister wirkte wie eine humane Inkarnation eben dieses pathetischen Begriffes -, sondern auch von dem zugehörigen Gewissen zeugte. Sie habe, sagte sie einmal, anlässlich einer der vielen Ehrungen im Alter, sie habe seit jeher immer nichts als Theater spielen wollen und spiele auch immer, ob sie nun auf einer Bühne stehe oder nicht. Mag sein, dass Judith Holzmeisters Tod im Sommer 2008 - sie war seit 1985 in Pension - auf der Bühne keine Lücke hinterlassen hat - im Leben ja. 25:50 T
298 pat100606.wav 06.06.10 "Großer Mann mit kleinem Wegerl" - zum 100. Geburtstag von Alexander Steinbrecher (1. Teil von 2). Wer und was alles der Musiker, Komponist, Textautor mit satirischen Neigungen, Herausgeber, Bearbeiter, Kapellmeister, Gelegenheitsschauspieler Alexander Steinbrecher war, das war schon zu seinen Lebzeiten kaum kurz und bündig zu fassen - schon gar nicht von denen, die ihn - freundschaftlich oder auch par distance respektvoll - verehrten; denn das waren so gut wie alle, die ihn kannten, und Steinbrecher gehörte zu den ganz wenigen Auserwählten, von denen und über die nicht erst die Grabredner, sondern bereits die Mitmenschen ausschließlich Gutes zu sagen wussten. Er war Musikant mit Leib und Seele, aus Brünn gebürtig und drüben, im Tschechischen, Musikschüler des großen Josef Suk. Hüben, im Wienerischen, war er Theaterkapellmeister (viele Jahre lang am Burgtheater), kundiger (und stets unterhaltsamer!) Wiederentdecker und sorgsamer Bearbeiter der alten Bühnenmusiken zu Raimund und Nestroy, schrieb eigene Lieder und Chansons und flotte wienerische Singspiele, aus denen noch viel mehr hätte werden können, wenn halt Österreich nicht dazwischen untergegangen wäre. So war Alexander Steinbrecher gleich 1945 der erste Radio-Programmdirektor (bei Rot-Weiß-Rot in Salzburg) und schrieb Musik- und Wortprogramme nach Lust, Laune und Bedarf, musikalische Quizspiele, Kultur-Unterhaltungssendungen aller Art am laufenden Band. Welch brillianter Kopf er war, lässt sich notfalls sogar aus jenem höchst inspirierten, ironisch-sentimentalen Duett heraushören, das von seinem Singspiel "Brillanten aus Wien" übriggeblieben ist - dem "Kleinen Wegerl im Helenental". Dass diese kunstvolle Miniatur trotzdem ein Schlager, ja, sogar ein Fremdenverkehrsfaktor geworden und geblieben ist, gehört zu den vielen Kunststückeln, die ihm ganz sicher keiner nachmacht, dem Alexander Steinbrecher. 25:50  
299 pat100613.wav 13.06.10 "Großer Mann mit kleinem Wegerl" - zum 100. Geburtstag von Alexander Steinbrecher (2. Teil von 2). 25:50  
300 pat100620.wav 20.06.10 "Anatol, der Schwierige" - zum 100. Geburtstag des Schauspielers Robert Lindner. Keiner trug Bühnenanzüge, Fracks und Smokings wie er, keiner bewegte sich durch die Salons - vormals im Josefstädter, nachmals im Burg-Theater, sommers in Salzburg - mit solcher Elegance (welche man in seiner Gegenwart - die stets eine beinahe magische Präsenz war - unwillkürlich französisch aussprach): Wer hätte Robert Lindner je den "Schwierigen" Hans Karl Bühl nachgespielt, wer den "Anatol", als der er - freilich auch dank der Partnerin Paula Wessely in den "Weihnachtseinkäufen" - nachgerade klassisch geworden ist. Dass er durchaus auch Musical konnte, ein passabler Sänger und Tänzer war und in jungen Jahren am Wiener literarischen Kabarett reüssierte, war den meisten Robert-Lindner-Adoranten (und Adorantinnen!) wohl nicht bewusst. Und doch kam gerade die exzellente Sprach- und Sprechkultur des Bonvivants, kamen sorgsam gezirkelte Ironie und charmant camouflierte Leidenschaft, kam das Augenzwinkern hinterm Monokel von genau dort her. Und selbst Wiener Boxkämpfe hatten in jenen Tagen noch einen Hauch von - wenn schon nicht Kultiviertheit, so doch "Savoir Brut": Der Boxhabitué Lindner starb am 6. Juni 1967, zwei Wochen vor seinem 57. Geburtstag, in der Wiener Stadthalle an einem Herzschlag aus Freude über den Europameisterschaftssieg des Hans Orsolics ... 25:50  
301 pat100627.wav 27.06.10 "Hundert Jahre Axel von Österreich, genannt Ambesser". Wenn man in Hamburg auf die Welt kommt - und zwar nicht aus Zufall, sondern mit durchaus hanseatischem Kalkül - und Axel Eugen Alexander von Österreich heißt, sollte man sich, damit's doch wenigstens ein bissel glaubhafter wird, Axel von Ambesser nennen. Das hat auch den Vorteil, dass man in alphabetischen Besetzungslisten immer ganz vorn aufscheint - dazu riet Ambesser der ebenfalls hanseatisch-praktisch denkende Vater. Damit sich das alles auch rentiert, muss man freilich zum Theater beziehungsweise zum Film gehen - und also wurde Axel von Ambesser einer der bekanntesten Schauspieler und Regisseure sowohl am Theater als auch beim Film der Nachkriegszeit. Das "Österreich" aus seinem Geburtsnamen beschloss er fortan im Herzen zu tragen: Zweiundvierzig Jahre lang gehörte Axel von Ambesser zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt in Wien, und nebst Giraudoux und Anouilh und Christopher Fry undsoweiter zählten ganz besonders Nestroy und Herzmanovsky-Orlando (dieser als Uraufführung der Torberg-Fassungen am Burgtheater) zu seinen Regie-Meisterstücken. Dass er auch eigene Theaterstücke schrieb, zählt zum so schwierigen Genre "Nebenbeigekonnt", das er vorzüglich beherrschte. Er hatte schließlich auch bei Gründgens in Berlin gespielt, nach dem Krieg Kabarett in München, und noch in seinem Todesjahr (1988) sah man, wenn man unbedingt wollte, den großen Axel von Ambesser in einer kleinen Rolle in der Fernseh-"Schwarzwaldklinik". Aber knapp zuvor hatte er seinen Bühnenabschied denn doch in Wien genommen, standesgemäß: Als Kaiser Franz Joseph im "Weißen Rössl". 25:50  
302 pat100704.wav 04.07.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (1. Teil von 9). Der Dr. jur. Kurt Tucholsky, der am 19. Dezember 1935 in seinem schwedischen Exil freiwillig - oder doch zumindest nicht gegen seinen Willen - aus dem Leben schied, gehört mit seinem umfangreichen dichterischen Werk zum, wie man so sagt (und wie er selbst niemals gesagt hätte!) - "unverlierbaren Kulturbesitz". Tatsächlich scheint Tucholskys unbeirrbarer Scharfblick, scheinen seine poetischen wie seine polemischen Herzensangelegenheiten zur Besitznahme zu verleiten: Seinen Tucholsky hat man; teils gelesen, teils inhaliert, teils seit Jahren zu Hause stehen, teils seinerzeit bewundert, aber jetzt schon lang nicht mehr so präsent - aber: man hat. Das könnte daran liegen, dass der Dichter Tucholsky erstens wirklich ein solcher war (und keineswegs der satirische Reimebold, als den ihn selbst etliche seiner Bewunderer sehen) und zweitens ein großer Charakter. Kurt Tucholsky war der leuchtende, funkelnde Beweis für das ebenso literarische wie politische Axiom, dass es nicht so sehr darauf ankomme, was oder wie, sondern von wem etwas gesagt wird. Er hat einmal, gegen Ende seines Lebens, auf einen Notizzettel ganz lapidar "Eine Treppe" gezeichnet: Unterste Stufe: Sprechen. Mittlere: Schreiben. Höchste: Schweigen. Von dort oben ist der Dichter Tucholsky weitergegangen. 25:50 T
303 pat100711.wav 11.07.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (2. Teil von 9). 25:50 T
304 pat100718.wav 18.07.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (3. Teil von 9). 25:50 T
305 pat100725.wav 25.07.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (4. Teil von 9). 25:50 T
306 pat100801.wav 01.08.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (5. Teil von 9). 25:50 T
307 pat100808.wav 08.08.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (6. Teil von 9). 25:50 T
308 pat100815.wav 15.08.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (7. Teil von 9). 25:50 T
309 pat100822.wav 22.08.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (8. Teil von 9). 25:50  
310 pat100829.wav 29.08.10 "Hundertundzwanzig alt, fünfundsiebzig tot" - Ein "Patina"-Sommer mit Kurt Tucholsky (9. Teil von 9). 25:50  
311 pat100905.wav 05.09.10 Die Hofschauspielerin Albach-Retty. Zu ihrem 30. Todestage (1. Teil von 2). Sie war wirklich noch eine Hofschauspielerin, anno 1905, mit 31 Jahren, feierlich dazu ernannt - als der erste der Jahrhundertkriege noch weit entfernt war und der Bestand der Herrscherdynastie und eben jenes Hofes, dem sie sich nun ehrenhalber nahe fühlen durfte, ewig schien. Als sie auf dieser Bühne ihren Abschied nahm, mit immerhin 84 Jahren, war die habsburgische Ewigkeit längst dahin, ausgelöscht durch die Katastrophen-Premiere des Totalen Krieges, und auch dessen Reprise war überstanden - zwar weiß Gott nicht glücklich, aber doch. An der nach wie vor "Burg" geheißenen Bühne war zwar nicht mehr alles, aber doch noch vieles beim Alten damals, 1958, als nicht einmal noch Haeusserman Direktor war, sondern noch der streitbare Adolf Rott, der sich drei Jahre zuvor der patriotisch-verblasenen Wiedereröffnung zu widersetzen versucht hatte. Und die K. K. Hofschauspielerin Rosa Albach-Retty erlebte noch dreieinhalb Direktions-Ären an ihrer "Burg", ehe sie 1980, in ihrem 106. Lebensjahr, als Doyenne der Altersresidenz für Schauspieler in Baden bei Wien sanft entschlief. Sie hat ihren Sohn, den Schauspieler Wolf Albach-Retty, überlebt - und auch ihre Enkelin, die tragische Filmikone Romy Schneider. Sie war schon mindestens eine Generation vor ihrem Tod unglaublicher Weise immer noch da. Mit Hundert veröffentlichte sie ihre Erinnerungen. Und dass sie auch vor dreißig Jahren gar nicht wirklich gestorben sei - zu dieser Legende versucht "Patina" mit zwei Sendungen beizutragen ... 25:50 T
312 pat100912.wav 12.09.10 Die Hofschauspielerin Albach-Retty. Zu ihrem 30. Todestage (2. Teil von 2). 25:50 T
313 pat100919.wav 19.09.10 Die Legende einer Legende - Zum 100. Todestag von Josef Kainz. Er war für Generationen von Schauspielern (und Publica) eine schwer fassbare Legende, ein "Hamlet" noch am ehesten, wie es ihn, so hieß es, vor ihm noch viel weniger gegeben habe als nach ihm. Aber immer waren die, die ihn noch leibhaftig gesehen hatten, schon lange tot; man begeisterte sich an seinem Bild, seiner Pose, auch an der Neuheit seines Sprechens, wiewohl man's allenfalls von zerkratzten Tonwalzen vernommen hatte, wie aus einer andern Welt. Josef Kainz war der Welt schon 1910, nach nur 52 Lebensjahren, abhanden gekommen - von denen er unglaubliche vierzig am Theater verbracht hatte. Zunächst natürlich auf Dilettanten- und echten Provinzbühnen, aber spätestens ab 1880 - da war er zweiundzwanzig - als Superstar auf Gastspielreisen quer durch Europa (bis nach Sankt Petersburg!), aber auch durch die USA. Er konnte sich seine Verträge aussuchen - und war gehörig wählerisch. 1899 konnte man ihn an seine Heimat Wien binden - an das Burgtheater. Und er hatte, nach zehn Jahren, soeben seinen Vertrag gelöst, hatte sich losgesagt von dem, wie er meinte, unkreativen Beamtentum, als er an Darmkrebs erkrankte und daran qualvoll zugrunde ging. Josef Kainz ist auch als dieses Bild, diese Kitschfigur mit heißem Herzen, in die Gemüter eingegangen, als der vom Ideal beseelte ewige Rebell, der im Zenit seines Ruhms plötzlich abberufen wird. Sein jüngerer Zeitgenosse Karl Kraus hat diese Pose gespürt und das komödiantische Genie Alexander Girardis gegen Kainz auszuspielen versucht. Dem Nachruhm Josef Kainz' hat das nichts anhaben können. Vielleicht, weil er der überaus seltene Fall einer über den Tod hinaus lebenden Legende war - beziehungsweise ist, noch immer, auch hundert Jahre danach. 25:50 T
314 pat100926.wav 26.09.10 "Der gewissenhafte Überzieher oder Wie der Berliner Charme die Wiener Schnauze erfand". Zu den Geburtstagen zweier typisch wienerischer Couplets. Der "gewissenhafte Maurer" hatte schon 1920 die riesige Bühne des Berliner "Wintergartens" betreten und dort für Lachstürme gesorgt. Ein schlichter "Überzieher", ebendort, aber schwer einsehbar an einem Wandnagel aufgehängt, tat fünf Jahre später ein Gleiches - aber diesmal drang der Widerhall des Gelächters bis nach Wien, und der Musikkomiker Armin Berg, als rundliche Witzfigur gerade auf dem Höhepunkt seiner Popularität, ließ sich die zwei urkomischen Berliner Schlager nicht zwei Mal vorsingen, sondern beauftragte seinen Leibtexter Louis Taufstein, ihm einen wienerischen Diesen auf jenen - nämlich einen Text auf den Leib - zu schreiben. Und so entstanden zwei bis auf den heutigen Tag höchst erfolgreiche, nach wie vor genialisch komische Couplets, die allen möglichen Volkskomikern (zuweilen sogar ihrem Wienerischen Créateur Berg), kaum je aber ihrem eigentlichen Autor und Vortragenden zugeschrieben werden: dem Berliner Klavierhumoristen Otto Reutter. Die Chansonwerke Reutters erzeugten während ihrer Glanzzeit, etwa zwischen 1920 und 1931 (Reutters Todesjahr) eine Unmenge an lustigen Liedern, und Reutter selber, am Klavier sitzend, war ihr kongenialer Interpret - aber so etwas wie diese klassische Melange aus Charme und Schnauze ist eben nur zwei Mal wirklich gelungen, nämlich damals, vor 85 Jahren ... 25:50 T
315 pat101003.wav 03.10.10 Hermann Thimig - zum 120. Geburtstag (1. Teil von 3). "Die Thimigs" wurden auch noch in den fünfziger Jahren - als ihr "Stammvater", der Burgschauspieler und letzte k. u. k.-Hofburgtheaterdirektor Hugo Thimig, schon gestorben war - als eine Art Theater-Zirkustruppe betrachtet (und, schon bei Lebzeiten der drei "Jungen", zuweilen verklärt): Helene, die Erstgeborene, die ab 1935 mit dem großen Bühnenzauberer und Mimendompteur Max Reinhardt verheiratet war (wodurch der quasi auch noch mit zu den "Thimigs" gehörte, selbst in der Zwangsemigration); Hermann, der ältere Bruder, der in jungen Jahren clownesk-komödiantische Fähigkeiten entwickelte und später zum Inbegriff väterlich-renitenter Güte auf der Bühne wurde (all das sehr ähnlich dem Vater) - und Hans, der Jüngste, der dem Theater zuwar auch als Darsteller, mindestens ebenso aber als Regisseur verbunden war und nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Radio das populärste der drei "Thimig-Kinder" wurde. Hermann Thimig war zweifellos der bedeutendste Charakterdarsteller unter den dreien. Er konnte es sich sogar leisten, seine fulminante Karriere unter Reinhardt sowohl in Berlin als auch, ab 1924, in Wien an der "Josefstadt" für drei Jahre beim Film zu unterbrechen, wo er ebenfalls binnen kürzester Zeit zwar nicht künstlerisch, aber in puncto Geld und Starruhm ein Maximum erreichte. Der Theaternarr Hermann Thimig verkörperte persönlich die - in seinem Metier zumal - äußerst rare Kombination von höchster künstlerischer Intelligenz und hart am Existenzminimum liegender Eitelkeit. Als man ihn zu "Memoiren" drängte, ließ er eine kleine Auswahl von Dokumenten seiner Theater- und Filmlaufbahn beinahe unter Ausschluss der Öffentlichkeit erscheinen ... Dennoch soll in diesen drei "Patina"-Sendungen versucht werden, den überaus beliebten Schauspieler Hermann Thimig auch persönlich zu porträtieren - was nicht zuletzt heißt, ihn aus den großen Mythen um Max Reinhardt herauszulösen - und aus jenem Mythos, an dem er selbst beteiligt war: ihn als Hermann Thimig mit möglichst wenig "Thimigs" zu zeichnen. 25:50 T
316 pat101010_spez.wav 10.10.10 Welt Ahoi - Patina spezial: "Als die Welt noch ahoi war". Selbst in gewöhnlich gut sortierten Fachkreisen ist es durchaus umstritten, was "Welt Ahoi" denn eigentlich bedeute - wenn überhaupt etwas. 24:50 T
317 pat101010.wav 10.10.10 Hermann Thimig - zum 120. Geburtstag (2. Teil von 3). 25:50 T
318 pat101017.wav 17.10.10 Hermann Thimig - zum 120. Geburtstag (3. Teil von 3). 24:50 T
319 pat101024.wav 24.10.10 "Wiener Mädel, ziemlich komisch". Eine Erinnerung an die Schauspielerin Helly Servi (zu ihrem 20. Todestag). Helly Servi, geboren 1923 in Wien, war geradezu der Typus eines "theaternarrischen" Kindes - das heißt: sie waren's beide, sie und ihre Zwillingsschwester Traute - die aber bei weitem nicht den "Rundum"-Bekanntheitsgrad ihrer Schwester erreichte, welcher dieser wiederum zeitweise zu schaffen machte und sie vielleicht sogar die ganz große Karriere in einem ihrer vielen "Fächer" gekostet hat. Anderseits: Sie war keine, der's auf derlei eher windige Berufskriterien angekommen wäre. Sie war eine universell einsetzbare Bühnen- und Filmdarstellerin erster Güte, war in Radio und Fernsehen ebenfalls eine Art Rundum-Idealbesetzung, und sie, die herbsüße "Schlager-Mizzi" in zumindest zwei großen Aufführungen von Schnitzlers "Liebelei", wäre selbstverständlich auch eine sehr gute "Christine" gewesen, wenn - ja, wenn die halt nicht eine "Star-Rolle" wäre. Helly Servi - wunderbare weibliche Ingredienz auch diverser Radiofamilien, darunter der berühmten von 1952 bis 1960 - stand schon als Kind auf der Bühne, trat mit fünfzehn ins Reinhardt-Seminar ein und spielte gleichzeitig ihre ersten "Mädeln" am Theater in der Josefstadt, dem sie, als komödiantischer Glücksfall, mehr als vierzig Jahre lang angehörte, ohne je als "Star" aufzufallen. Sie tat das auch in ihren mehr als vierzig Filmen nicht. Sie war einfach da und ließ das Publikum an ihrer Liebe zur Bühne teilhaben. Die Nachwelt tat's der Mitwelt gleich und flocht ihr keine Kränze. Aber als sie starb, nach langer Krankheit, im Oktober 1990, da hatte sie, ganz im Stillen, schon sehr zu fehlen begonnen. 24:50 T
    31.10.10 Übertragung Evangelischer Gottesdienst    
320 pat101107.wav 07.11.10 Der grantige Weltfreund - Eine kleine Erinnerung an Hugo Gottschlich. Wer ihn je auf der Bühne erlebt hat, einen nestroyischen Text gemütlich zermalmend, mit zerquetschter Lust Wehklagen ausstoßend oder zwischen Liebenswürdigkeit und Bosheit grimmige Balanceakte vollführend, wem je seine liebedienerischen Kammercharaktere, seine daherkriechenden Zornbinkel und seine sanft säuselnden Intriganten ans Herz wie ans Zwerchfell griffen, der ist jedenfalls für das ohnedies so heikle Genre des satirischen Volkstheaters fürs Leben verloren: Er wird in all den Hugo-Gottschlich-Rollen den Hugo Gottschlich vermissen. Diese einzigartig verknautschte Figur, die das alte Vorstadtkomödiantentum unzerstörbar in sich trug und das Beiseitesprechen zur Charakter-Darstellungskunst erhob ... 24:50 T
321 pat101114.wav 14.11.10 "Der wichtige Wichtel" - eine Erinnerung an den Charakterkomiker Gerhard Steffen, zu seinem 10. Todestag. Die Kollegen nannten ihn "Wichtel", und er nahm's ihnen nicht weiter übel. Er war ja wirklich zart und klein gewachsen und schien schon rein äußerlich zum Komiker prädestiniert. Gerhard Steffen hatte denn auch schon in den fünfziger Jahren, in Graz, zu den Gründungsmitgliedern des ursprünglich studentischen Kabaretts "Der Würfel" gehört, ging nach Wien zu Gerhard Bronner und war jahrelang - noch unter Karl Farkas - am ehrwürdigen "Simpl" engagiert, ehe er ins Wiener Volkstheater wechselte. Gerhard Steffen war nie ein "Star" - das lag ihm nicht, so sehr er Lachen und Applaus genoss. Hingegen war er ein blitzgescheiter, hochgebildeter, perfekter Schauspieler - also eher eine stille Rarität, am Kabarett und anderswo, damals wie heute. 24:50 T
322 pat101121.wav 21.11.10 Madame Josefstadt persönlich - Vilma Degischer (1. Teil von 2). Sollte man das Wiener Theater in der Josefstadt personifizieren - vielleicht, um eine sinnbildliche Statue oder dergleichen zu entwerfen - dann müsste das wohl jemand noch aus den Tagen der Wiedererweckung des Hauses, also der Ära der "Schauspieler des Theaters in der Josefstadt unter der Führung von Max Reinhardt", sein. Und es müsste selbstverständlich eine Dame sein, nicht nur, weil zur Kultur der Kunst und deren Repäsentanz die weibliche Allegorie gehört; sondern auch, weil die Stimme, die man bei derlei Visionen untrüglich hört, ihre ist und einfach ihre sein muss: Wir sprechen, selbstverständlich, von Vilma Degischer. Allerdings braucht gerade sie, viele Jahre lang Dame und Doyenne des Hauses, keine allgeorischen oder sonstwelchen Denkmäler: Sie tritt auf und ist da, wie stets - ganz egal, ob sie nun demnächst hundert würde oder nicht. 24:50 T
323 pat101128.wav 28.11.10 Die Dame Josefstadt persönlich - Vilma Degischer (2. Teil von 2). 24:50 T
324 pat101205.wav 05.12.10 "Der noble Herr Komödiant" - zum 20. Todestag von Paul Hoffmann. So in den späten sechziger und in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hätte man das Fach des "père noble" am Burgtheater zu Wien ohne langes Nachdenken mit Paul Hoffmann besetzt - hätte es ein solches Fach damals noch gegeben. Er war ein würdiger, nobler Herr mit weißem Haarkranz, 1902 in eine Düsseldorfer "Theaterfamilie" hineingeboren, war Doktor der Philosophie und ab 1959 als Schauspieler an der Wiener "Burg" engagiert. 1968, als dort der umtriebige Ernst Hauesserman die Direktion aufgab, übernahm Paul Hoffmann - indem er einen Acht-Jahres-Vertrag unterschrieb, die Geschäftsführung, aber - mit der ihm eigenen stillen Noblesse - schon 1971 doch lieber an den ebenfalls umtriebigen Gerhard Klingenberg übergab ... Hoffmann war ein bedeutender Charakterdarsteller, was sich nicht nur in Heldengestalten - vornehmlich solcher der klassischen Moderne - und psychisch komplexen Bühnenfiguren äußerte, sondern auch in einer hinreißenden Darstellung des Schmierendirektors Striese im "Raub der Sabinerinnen". In seinem Todesjahr spielte er noch, 88-jährig, den alten Attinghausen im "Wilhelm Tell" - den, der glücklich ist, in den neuen Zeiten nicht mehr leben zu müssen. 24:50 T
325 pat101212.wav 12.12.10 Eine Erinnerung an Hilde Spiel - zum 20. Todestag (1. Teil von 2). Nach ihrer Rückkehr aus der Londoner Zwangsemigration galt sie bald als die Grande Dame der hiesigen Literatur, weil ihr, ihrer betonten Weltläufigkeit, gerade dieses "Hiesige" abging, das auf der österreichischen Literatur so sehr lastete. Sie war auch in England - und nachmals in Deutschland - dem literarischen und dem Theater-Geschehen in ihrer Heimat verbunden, arbeitete als Kritikerin und Übersetzerin und veröffentlichte in ihren letzten beiden Lebensjahren, trotz schwerer Krankheit, ihre vielbeachteten Memoiren. Seit Mitte der fünfziger Jahre residierte sie sommers in einem Cottage-Haus am Wolfgangsee - als Nachbarin Alexander Lernet-Holenias. Genau in jener Salzkammergut-Gegend, die sie sich für den Beginn ihrer literarische Karriere 1934, mit damals 23 Jahren, ausgesucht hatte: als Schauplatz ihres Romans "Verwirrung am Wolfgangsee" ... 24:50 T
326 pat101219.wav 19.12.10 Eine Erinnerung an Hilde Spiel - zum 20. Todestag (2. Teil von 2). 24:50 T
    26.12.10 Doremifa – Musik für Kinder    
      2011    
327 pat110102.wav 02.01.11 "Weigeliana" (1. Teil von 3). Zum Auftakt des Hans-Weigel-Jahres 2011. Der Kabarettist, Inhaber einer gutgehenden Schriftstellerei und Kritiker Hans Weigel (der mit dieser Reihenfolge seiner Tätigkeiten durchaus einverstanden gewesen wäre) ist 1991 gestorben - und keineswegs dem Vergessen anheimgefallen (was, unmittelbar nach dem Tode, ja beinahe zu den Gepflogenheiten großer Geister gehört), sondern dem germanistischen Tratsch und Falsch-Zitiert-Werden, was beides er zeitlebens nach Leibes- und Geisteskräften bekämpft hat. (Nicht selten auch mit einiger Bosheit - insofern darf er sich jetzt nicht wundern ...) Weigel, der aus dem literarisch-politischen Kabarett der dreißiger Jahre kam, war ein bedeutender Faktor der österreichischen Nachkriegsliteratur und blieb, bei allen Eigenheiten und Obsessionen, ihr sprachmächtiger G'wissenswurm und unermüdlicher Advokat. Das nunmehr anhebende zwanzigste Jahr nach seinem Tod sei daher mit der Erinnerung an ihn eingeleitet - und mit der daraus abgeleiteten Hoffnung auf eine kleine, aber feine Renaissance ... 24:50 T
328 pat110109.wav 09.01.11 "Weigeliana" (2. Teil von 3). Zum Beginn des Hans-Weigel-Jahres 2011. 24:50 T
329 pat110116.wav 16.01.11 "Weigeliana" (3. Teil von 3). Zum Beginn des Hans-Weigel-Jahres 2011. 24:50  
330 pat110123.wav 23.01.11 "Ihr Applaus begeistert mich" - zum 100. Geburtstag des Conférenciers und Musikers Ernst Track. Ernst Track, geboren am 20. Jänner 1911 in Wien, verkörperte geradezu das, was man einst mit dem inzwischen beinahe vergessenen Begriff "Conférencier" bezeichnete: einen Unterhaltungsplauderer, Witzeerzähler, Bedarfssänger, Autor in eigener Sache, Humoristen (was keineswegs deckungsgleich mit dem Witzeerzähler ist - oder sein sollte!) - kurzum, einen Mann (es gibt, soweit bekannt, zwar Nummerngirls, aber keine Conférencièren), dem kein Abend zu bunt, kein Hausfrauennachmittag zu dämmrig und kein Frühschoppen zu heikel war, um dort zwischen den Attraktionen aufzutreten, als selber eine, im glücklichsten Fall. Und als einer, der sehr großes Können in unmittelbar angewandter Stimmungserzeugung haben muss, viel Geschmack, eminentes Gespür für all das und dazu noch für die vielen Unwägbarkeiten, die einem in diesem Beruf noch zusätzlich begegnen ... "Ihr Applaus begeistert mich - ich sag noch ein Gedicht auf!" - diesen Satz hatte sich Ernst Track, der kleine und (in seinen späteren Jahren) beleibte Mann auf allen Conférencebühnen als Markenzeichen ausgesucht. Er machte aber auch, nicht zu vergessen, als Unterhaltungsmusiker, Komponist, Stimmungssänger und Quizmaster Karriere, war im Rundfunk höchst präsent. Und er beherrschte zusätzlich zu alledem noch eine extrem seltene Kunst: sich ausgerechnet in diesem Geschäft ebenso wenig Feinde zu machen wie im Leben. Man könnte auch sagen: er selbst zu sein. 24:50  
331 pat110130.wav 30.01.11 "Eine vollendet Unvollendete". Zur Erinnerung an die Schauspielerin und Regisseuse Elisabeth Bergner. Selbstverständlich war sie eine Diva - nämlich: sie war es so selbstverständlich, dass sie so wenig als nur möglich Aufhebens davon machte, wie sehr man sie anbetete, in der Männerwelt ringsum vor allem. Und sie war es doch nicht. Dazu war sie zu klug, zu gebildet, wußte zu gut, was Inhalt und was Fassade, was selbstzerstörerische Überfülle ist, und was der rätselhafte, reizvolle, unauflösliche Rest - und wie viel das mit Künstlertum zu tun hat, mit der Kunst der Menschendarstellung zumal. Denn Elisabeth Bergner, die noch im 19. Jahrhundert in Österreichisch-Galizien geboren war und in Wien ihre große Karriere begann, stellte keine Menschenbilder, sondern Seelen dar, vermochte es, Gemütsregungen und Gedanken intensiv spürbar zu machen - vor allem auf der Bühne, zu der sie aus dem Filmgeschäft denn auch zurückkehrte. Und eben das Vollendete findet sich nirgendwo in der menschlichen Seele - und also auch nicht in der Bühnenkunst der Bergner; die freilich, um auch das noch spüren zu lassen, vollendet zu sein hatte. 24:50 T
332 pat110206.wav 06.02.11 "Der Herr Bernhard wird achtzig und findet das komisch". Kleine Reminiszenz an einen Theatermacher. Sein Leben, am 9. Februar 1931 quasi im privaten Exil begonnen, war voll der Grausamkeiten - und später, als die Verfluchungen der Mutter verstummt, ihre peitschende Hand erlahmt war, das Bild des abwesenden Vaters verblasst, über die restlichen Jahrzehnte von der Todeskrankheit bestimmt. Thomas Bernhards verzweifelte Wut gegen diese Welt hat ihn vom durchaus angepassten Schriftsteller zu dem werden lassen, was seine Bewunderer und auch Leidensvoyeure später "Übertreibungskünstler" nannten. Er genoss die Provokation - vor allem, wenn er sie in Österreichs politischer Landschaft gewissermaßen "herbeizelebrieren" konnte - und hasste persönliche Zurücksetzungen aller Art. Er hatte Schauspieler werden wollen und gab nun, in seinen letzten Jahren auch an Österreichs Haupt- und Staatsbühne (die man ihn allerdings nicht leiten ließ, wie er's gern gehabt hätte), den abgründigen Figurendichter, der seinem verzückten Publikum Kataklysmen an Beschimpfungen als monologische Orgien servierte. Er selber, nicht nur Schriftsteller, sondern auch Text-Taktiker von Rang, genoss die Possen, die ihm die Öffentlichkeit, durch des Dichters monomanische Verwünschungen freudig erregt, verlässlich zurückspielte ... 24:50 T
333 pat110213.wav 13.02.11 Eine couragierte Dame - Dorothea Neff (1. Teil von 2). Dass die aus München gebürtige Schauspielerin Dorothea Neff, die hochgewachsene, von einer Aura der Würde umgebene Darstellerin großer, willensstarker, sehr oft tragischer Frauengestalten - in ihren ersten Berufsjahren natürlich auch Liebhaberinnen (die damals ja noch ein sogenanntes "Fach" waren) und Lustspiel-Dämchen en gros spielte, mochte kaum glauben, wer sie in ihrer Wiener Zeit als, gewissermaßen, "Wahrzeichen" des Volkstheaters erlebte. Sie habe drei Leben gehabt, sagte sie selber, die besagte Jugend am Theater, die Weltkriegsjahre und ihre späte Existenz als erblindete Dienerin der Wortkunst (und immer noch grandiose Lehrerin) reminiszierend. Die auch im privaten Umgang spürbare starke Ausstrahlung der Dorothea Neff hatte auch mit humanistischer Größe zu tun: 1978 wurde die 75-Jährige von der Yad-Vashem-Stiftung als eine der (viel zu wenigen) "Gerechten unter den Völkern" geehrt. Sie hatte in den Jahren der Nazi-Diktatur Leben gerettet. Dorothea Neff war also alles andere als eine "Mutter Courage" (die bei Brecht ja als üble Kriegsgewinnlerin selbst den Tod ihrer Kinder in Rechnung stellt), auch wenn sie in dieser Rolle 1963 am Volkstheater gewaltiges Echo unter Bert-Brecht-Parteigängern auslöste. Die bejubelten allerdings nicht so sehr Neffs herausragende Leistung als den Umstand, dass man am Volkstheater wieder Brecht spielte, nachdem der Autor sich durch öffentliche Parteinahme für die staatskommunistischen Gewaltregimes desavouiert und damit den (polemisch so genannten) "Brecht-Boykott" ausgelöst hatte. 24:50 T
334 pat110220.wav 20.02.11 Eine couragierte Dame - Dorothea Neff (2. Teil von 2). 24:50 T
335 pat110227.wav 27.02.11 Fritz Imhoff, zum 50. Todestag am 24. Februar. Er wäre ohne allen Zweifel der beste unter den lebenden Komikern gewesen, so beschied ihm Friedrich Torberg in seinem Nachruf, habe aber das Pech gehabt, Zeitgenosse des eo ipso konkurrenzlosen Hans Moser zu sein. Fritz Imhoff, der dynamische Dicke mit der fettigen Kratzstimme, hatte sich darüber freilich keine grauen Haare wachsen lassen: Er war als Operettenkomiker mindestens ebenso populär wie als Filmschauspieler, als Komödiant von Graden geradeso erfolgreich wie als Conférencier, Couplet-Humorist und Wiener-Lieder-Sänger. Imhoff hieß ursprünglich Jeschke - wie sein Bruder, der sich als Komponist und früher Radio-Star Ernst Arnold nannte; beide hatten sie auch in Wien die Operettenschule absolviert, machten dann aber getrennt Karriere: Imhoff zunächst als passabler Tenor, dessen (freiwillig) komische Qualitäten erst nach seinen sängerischen entdeckt wurden und ihn alsbald auch zum enorm populären Episodisten im Tonfilm machten. Weniger bekannt ist Fritz Imhoffs außerordentliche menschliche Qualität: Der Kabarettier und Musiker Hugo Wiener blieb ihm ein Leben lang dankbar dafür, dass Imhoff, im Frühjahr 1938 in München gastierend, mit einem spontan ausgestellten und mit höchstem Risiko übermittelten Blanko-Scheck dem Freund binnen Stunden die Flucht vor den bereits anrückenden Nazi-Mördern ermöglichte. 24:50 T
336   06.03.11 "In fünfzig Jahren ist alles vorbei". Eine Erinnerung an Otto Reutter, zu seinem 80. Todestag (1. Teil von 2). Der Berliner Klavierhumorist Otto Reutter gehört zu den "unbekannten Erfindern" der Unterhaltungsbranche. Er, der aus der hintersten brandenburgischen Provinz stammte und als entlaufener Kaufmannslehrling nach Berlin kam, wurde ebendort binnen kurzer Zeit zum berühmtesten Klavierentertainer seiner Epoche. Und das war keineswegs deshalb "keine Kunst", weil es dieses Genre bis dahin nicht gegeben hatte - ganz im Gegenteil: Was der kleine, dickliche Provinzler im zu knappen Frack da aufführte, war die allerhöchste erreichbare Kunst überhaupt, nämlich die, die ihr Publikum blendend unterhielt, indem sie sich selbst erschuf. Das war noch vor dem Ersten Weltkrieg. Als Reutter starb, am 3. März 1931, war er der allererste Schallplattenmillionär - jedenfalls in dieser seiner selbsterfundenen Branche. Dieser Otto Reutter war, trotz seinen vielen Ausritten ins Volkstümliche, nicht nur der Archetyp aller Klaviersänger in den Kabaretts für die nächsten zwanzig, dreißig, vierzig Jahre - bis hin zum neuen Wiener Musik-Kabarett um Gerhard Bronner (der Otto Reutter übrigens freimütig seinen Lehrmeister nannte) und weiter ... bis dahin, wo sich das Chansontexten und Klavierspielen in unseren Kabarettbreiten leider aufgehört hat; er war auch der quicklebendige Beweis dafür, dass Unterhaltungsprogramme nur dann etwas taugen, wenn sie nicht durch vorherige Befragung des Publikums zustandekommen ... L T
337 pat110313.wav 13.03.11 "In fünfzig Jahren ist alles vorbei". Eine Erinnerung an Otto Reutter, zu seinem 80. Todestag (2. Teil von 2). 24:50 T
338 pat110320.wav 20.03.11 "Zwischendurch Polgar". Eine kleine Hommage an den Herrn der Zwischentöne. Alfred Polgar, geboren 1873, gestorben 1955, gehört zu den bedeutendsten österreichischen Autoren des 20. Jahrhunderts - und muss sich doch immer noch, ein wenig gönnerhaft, einen "Meister der kleinen Form" nennen lassen. Selbstverständlich ist er das: aber zur Herablassung besteht nicht der geringste Anlass: Alfred Polgars nicht nur stilistisch feinst ziselierte, sondern auch mit hinterhältiger Akribie gearbeitete, philosophisch diskret unterfütterte Prosa ist von bedeutender innerer Größe, steht - z. B. auf dem geistigen Schlachtfeld der ersten Weltkriegszeit - mit ihrem unbeugsamen Humanimus und nachdrücklicher Überlebensklugheit fast ganz allein da auf der weithin deprimierenden Gesinnungsflur. 24:50 T
339 pat110327.wav 27.03.11 "An jenem Tag". Ein Andenken an den Komödianten und Komiker Max Böhm, der demnächst 95 Jahre alt wäre (1. Teil von 3). Als Max Böhm - jahrzehntelang als der "Maxi der Nation" vielbejubelt und belacht, Blödler und Witzemacher vom Dienst, Komiker und Conférencier, Pionier der Rundfunkunterhaltung, nachmals Fernsehliebling, anno 1950 "beliebtester Österreicher" (weit vor dem damaligen Regierungschef Leopold Figl, einem noch heutigen Inbegriff der Popularität) - als dieser Max Böhm im September 1982, knapp vier Monate vor seinem Tod, in einer Revue der Wiener "Kammerspiele" unvermittelt ein langes Gedicht über seinen eigenen Tod vortrug ("An jenem Tag"), schwieg das Publikum betroffen, applaudierte dann artig und wusste im übrigen nicht, wie ihm geschah. 24:50  
340 pat110403.wav 03.04.11 "An jenem Tag". Ein Andenken an den Komödianten und Komiker Max Böhm, der demnächst 95 Jahre alt wäre (2. Teil von 3). 24:50 T
341 pat110410.wav 10.04.11 "An jenem Tag". Ein Andenken an den Komödianten und Komiker Max Böhm, der demnächst 95 Jahre alt wäre (3. Teil von 3). 24:55 T
342 pat110417.wav 17.04.11 "Patina Patinarum" - Ein Rückblick. Alles hat bekanntlich einmal ein Ende, und ein solches bleibt, allerletzten Endes, auch "Patina" nicht erspart. Freilich mit der - im Übrigen Leben seltenen - Möglichkeit, auf sich selber zurückzublicken ... 24:48 T

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