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oe1_dc_2024

ORF Ö1 – #doublecheck

oe1_dc_2024zoomWie wird über die Medien Politik gemacht, wer profitiert? Worüber spricht das Netz, und was davon sollte uns interessieren?
Archivnummern: AP/m_mm1/oe1_dc_2024_(Sendedatum)
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Datum Inhalt Dauer
05.01 Das Netz und die Demokratie. Desinformation im Netz, das ist gerade in einem Super-Wahljahr wie 2024 ein großes Thema. Das Bewusstsein, dass Fake News zunehmend unsere Demokratien beeinträchtigen, ist laut einer UNESCO-Studie zwar da. Nur steht die Fähigkeit, das im konkreten Fall zu durchschauen, dazu in keinem Verhältnis. Es mangelt an Informations-Kompetenz, während die Anforderungen durch Künstliche Intelligenz und immer aggressivere Algorithmen wachsen. Zwei Drittel aller jungen Menschen in Österreich sind auf TikTok. Sie verbringen täglich Stunden mit den hunderten Videos, die im Sekundentakt auf sie einprasseln. TikTok ist eine ihrer Hauptquellen für Unterhaltung und Information. Dabei gerät man sehr schnell auf Abwege, wie auch der #doublecheck Selbstversuch zeigt. Wie kann man sich dagegen wappnen? Kann man auf TikTok überhaupt seriöse Nachrichten vermitteln? Die ZIB vom ORF Fernsehen versucht das, mit großem Erfolg. Kritikerinnen halten das nur für oberflächliches Marketing. Medienpädagogen sagen, niemand kann mehr an diesen Plattformen vorbei, wenn es darum gehen soll, den Jungen Informations-Kompetenz zu vermitteln - die die Medienwissenschaft als Basis für Demokratie-Kompetenz im Internet-Zeitalter sieht. Digitale Popkultur" auf den Lehrplan Seit 2018 gibt es an den österreichischen Schulen die digitale Grundbildung für die 11- bis 14-Jährigen, seit dem vergangenen Schuljahr als eigenes Fach. Bald soll man das auch als Lehramt studieren können. In den fünf Jahren habe sich einiges verbessert, sagen Medienpädagogen und -pädagoginnen, die an den Hochschulen entsprechende Kurse anbieten. Entscheidend sei, dass sich Lehrerinnen und Lehrer auf die Lebenswelten der jungen Menschen einlassen und die "digitale Popkultur" zwischen Instagram und TikTok annehmen. Das sei die Realität - so wie ein erschreckendes Ergebnis aus dem Medienkompetenz-Bericht der RTR: Demnach konnten fast zwei Drittel der Befragten in einem digitalen Kompetenz-Test der Unis Salzburg und Linz personalisierte Werbung nicht erkennen. Und mit der Künstlichen Intelligenz warten neue Herausforderungen: Es ist eine Chance für mehr Informations-Kompetenz - mit dem Risiko massiver Überforderung. Medienpolitik mit Junktim und Bremse Das Wahljahr schlägt sich auch in der Medienpolitik der Koalition nieder, die noch zwei wichtige Vorhaben auf ihrer Liste hat. Beide gehen auf Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofs zurück, wie schon das seit 1. Jänner in Kraft stehende ORF-Gesetz mit der Haushaltsabgabe. Auch das ist vom Höchstgericht erzwungen worden. Es geht einerseits um eine Reform der ORF-Gremien, also eine neuerliche Änderung des ORF-Gesetzes, die die ÖVP nach jüngsten Aussagen der nächsten Regierung überlassen könnte - sie steht auf der Bremse. Andererseits muss bis Jahresmitte eine geltende Ausnahmeregelung für journalistische Medien im Datenschutzgesetz repariert werden - und das will die ÖVP mit einem Zitierverbot aus Ermittlungsakten verknüpfen, welches die Kanzlerpartei seit der Chat-Affäre in ihren Reihen unbedingt durchsetzen möchte. Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn, Stefan Kappacher und Viktoria Waldegger 24:55
02.02 Die Radikalisierung der Begriffe Das rechtsextreme Geheimtreffen in Potsdam hat in der politischen Debatte etwas ins Rutschen gebracht. Nicht nur in Deutschland, wo Hunderttausende zur Verteidigung der Demokratie auf die Straße gegangen sind, sondern auch in Österreich. Wie berichten über die "Gefahr von rechts" - die gern undifferenziert propagiert wird? Und welche Rolle haben die Medien in einem Wahljahr, das mit einer Radikalisierung der Begrifflichkeiten begonnen hat? Der Journalismus ist in einem Dilemma, aber er muss damit umgehen. Soll man über politische Randfiguren wie den Rechtsextremisten Martin Sellner berichten oder erledigt man damit nur dessen Geschäft? Und soll man verharmlosende Begriffe verbreiten, die dann die politische Debatte dominieren? Differenzierung und Kontextualisierung sind das Gebot der Stunde, wenn sogar der Bundeskanzler schon beginnt, den politischen Gegner als rechtsextrem zu framen. Im redaktionellen Tagesgeschäft kommt das aber oft zu kurz. #doublecheck hat mit Journalisten aus Österreich und Deutschland gesprochen, die Sprachwissenschafterin Ruth Wodak schätzt die Entwicklung ein. Viel Theater um das Potsdamer Treffen Einmal mehr ist eine journalistische Recherche so brisant und spannend, dass sie im Theater landet. Das Berliner Ensemble und das Volkstheater haben aus den Recherchen der Plattform "correctiv" in Potsdam eine szenische Lesung gemacht. Auch Recherchen von "Dossier" zu OMV, Red Bull und Missbrauch im Skisport waren schon im Volkstheater zu sehen. Die Geschichte, angelehnt an jene der früheren Skirennläuferin Nicola Werdenigg, ist jetzt im Kino. Sie hat im Interview mit dem "Standard" über ihre Missbrauchs-Erfahrungen erzählt. Hauptdarstellerin Gerti Drassl hat auch schon an "Dossier"-Inszenierungen mitgewirkt. Wie ergänzen sich Theater, Film und Journalismus? Wenn die Recherchen zu komplex werden, wie berührt uns die Kunst? Darüber hat #doublecheck unter anderem mit Gerti Drassl und Volkstheater-Autor Calle Fuhr gesprochen. Demnächst auf der Bühne: René Benko. "exxpress" vor der De-Radikalisierung? Die ÖVP-nahe Website "exxpress", die vom Investor Alexander Schütz finanziert und von Eva Schütz betrieben wird, hat sich von Chefredakteur Richard Schmitt getrennt. Der Abgang steht zeitlich in Zusammenhang mit einem Mordaufruf gegen ORF-Mitarbeiter in den Kommentaren auf der Website, der erst nach öffentlicher Kritik gelöscht worden ist. Dass es einen Zusammenhang mit dem Einstieg von Raiffeisen bei "exxpress" geben könnte, wie kolportiert wird, will Eva Schütz nicht kommentieren. Sie kündigte aber an, dass das Informationsangebot ihres Mediums "breiter" werden soll. Bisher ist die Website vor allem durch Putin-freundliche Meldungen und die Dramatisierung von angeblichem Linksextremismus aufgefallen, wie der Medien-Watchblog Kobuk in einer Analyse zeigt. Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn und Stefan Kappacher 24:55
07.03 Jäger, Gejagte und Profiteure Medienkampagnen konnten immer schon mächtige Instrumente sein, mit Social Media als Verstärker können sie eine vernichtende Wirkung entfalten. Immer öfter sind auch Redaktionen betroffen, und die sollen sich wehren, raten Expertinnen und Experten. Eine österreichische Besonderheit sind Boulevard-Medien, die Litigation-PR-Kampagnen ihrer von strafrechtlichen Ermittlungen betroffenen Verleger und Verlegerinnen als Berichterstattung tarnen. Das zeigt sich nach dem erstinstanzlichen Schuldspruch gegen Sebastian Kurz gerade sehr deutlich. Gestaltung: Nadja Hahn, Stefan Kappacher Thomas Schmid ist durch seine Art der Aussage im zu Ende gegangenen Kurz-Prozess seinem Ziel nähergekommen, in der Inseraten-Affäre den Kronzeugen-Status zu bekommen. Für Kurz und die als Partei von den Ermittlungen der WKStA betroffene ÖVP ist das ebenso bedrohlich wie für die in der Inseratenaffäre ebenfalls als Beschuldigte geführten Verleger Fellner und Dichand. Sie spielen in der Sache aber nicht mit offenen Karten, sondern springen auf den Zug der ÖVP auf. Die attackiert den Kurz-Richter, spricht gegen alle Experten-Meinungen von Befangenheit und kratzt damit weiter an der Glaubwürdigkeit der Justiz. Die erwähnten Verlegerinnen und Verleger kratzen an der Glaubwürdigkeit ihrer Redaktionen, meinen Kritiker. Redaktionen brauchen Krisenmanagement Soziale Medien werden auch für Journalisten und Journalistinnen immer öfter zu einem gnadenlosen "Hinrichtungsraum". So hat Hubert Patterer, Chefredakteur der "Kleinen Zeitung" die Hetze gegen Alexandra Föderl-Schmid beschrieben, nachdem der selbsternannte Plagiatsjäger Stefan Weber die Dissertation der stellvertretenden Chefredakteurin der "Süddeutschen Zeitung" ins Visier genommen hatte. Attacken gegen Journalisten und Journalistinnen dieser Art häufen sich. Es geht darum, ihren Ruf in Zweifel zu ziehen. Da ist in den Redaktionen Krisenmanagement gefragt. Das bedeutet, die Angriffe journalistisch einzuordnen und sich auch juristisch zu wehren, wo es notwendig ist. Eine Herausforderung. Nobel zu warten, bis das Getöse vorbei ist - das geht nicht mehr. Kickls Mann fürs Grobe im Stiftungsrat Ab dieser Woche ist der frühere FPÖ- und BZÖ-Politiker Peter Westenthaler Mitglied des ORF-Stiftungsrats, die Freiheitlichen haben ihn nominiert, die Bundesregierung hat ihn bestellt. Seine regelmäßigen Auftritte beim Privatsender oe24.tv waren kein rechtliches Hindernis. Westenthaler gilt als Speerspitze der Kickl-FPÖ, die mit Stimmungsmache gegen den ORF seit Jahren Stimmen zu gewinnen versucht. Entsprechend kritisch sind die Kommentare zu seiner Bestellung ausgefallen, bis hin zu: demokratiegefährdend. Peter Westenthaler seinerseits attackiert den ORF-Redaktionsrat und kündigt ein eigenes Format über den ORF im Fellner-Fernsehen an. Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn und Stefan Kappacher 29:57
04.04 Alte Marken und neue Tools Gestaltung: Nadja Hahn, Stefan Kappacher, Viktoria Waldegger Moderation und Gestaltung: Nadja Hahn, Stefan Kappacher und Viktoria Waldegger Die Krise der Zeitungen hat auch Namen - zum Beispiel "Kurier". Das Blatt versucht gerade, sich wieder einmal neu zu positionieren, begonnen hat das mit Personal-Abbau in bisher nicht gekanntem Ausmaß. Kann das Aufpolieren der alten Marke gelingen - in Zeiten, wo Social-Media-Tools wie TikTok medial ganze Wahlkämpfe bestimmen? #doublecheck hat mit den Verantwortlichen beim "Kurier" gesprochen, sich durch die TikTok-Accounts unserer Politiker geklickt - und analysiert die programmierte Neid-Debatte über die ORF-Gehälter. Die drittgrößte Kauf-Tageszeitung des Landes versucht seit Jahrzehnten, sich irgendwo zwischen Boulevard und Qualität zu positionieren. Anhaltende Reichweiten- und Auflagenverluste waren die Folge, die bundesweite Relevanz ist verloren gegangen. Oft wurde der "Kurier" schon totgesagt, aber er habe immer noch Potenzial, sagt der Medienexperte Peter Plaikner, der der Zeitung freilich auch einen existenziell bedrohlichen Schlingerkurs bescheinigt. Liberal, konservativ oder einfach nur bunt? Den Werbe-Gurus, die jetzt mit Redaktion und Geschäftsführung an einem Strategiekonzept arbeiten, bereitet der "Kurier" jedenfalls einiges Kopfzerbrechen. Und die Blatt-Verantwortlichen haben jetzt "die Mitte" entdeckt - im Wahljahr ist das für eine unabhängige Zeitung gefährliches Terrain. Ticken unsere Politiker auf TikTok richtig? Österreichs Politik entdeckt TikTok. In den vergangenen Monaten sind immer mehr Politikerinnen und Politiker der chinesischen Video-Plattform beigetreten. Dort versuchen sie, junge Menschen von sich und ihrer Partei zu überzeugen. Denn im laufenden Superwahljahr ist man besser dabei, der Plattform wird große, wenn nicht oft wahlentscheidende Bedeutung beigemessen. Das Magazin "Politico" hat die Accounts der Mitglieder des Europäischen Parlaments unter die Lupe genommen und gefunden, dass die Rechtsaußen-Fraktion überdurchschnittlich stark auf TikTok vertreten ist. #doublecheck hat sich angeschaut, wie sich österreichische Abgeordnete und Regierungsmitglieder auf der Plattform präsentieren - und wie das von Experten und von der Zielgruppe wahrgenommen wird. Die missbrauchte neue ORF-Transparenz Eine WhatsApp-Gruppe aus der Regierungszeit von Schwarz-Blau dokumentiert jetzt Schwarz auf Weiß, wie ungeniert die FPÖ personalpolitische Pläne für den ORF gewälzt hat. Dank Ibiza ist das meiste davon nicht umgesetzt worden. Was mit der Novelle zum ORF-Gesetz gekommen ist, sind neue Transparenzregeln und die namentliche Veröffentlichung der Spitzenverdiener mit ihren Gehältern und Nebeneinkünften. Die Neid-Debatte auf dem Boulevard und auf Social Media war absehbar. Dabei ist der ORF das einzige Unternehmen, das zu solcher Transparenz verpflichtet worden ist. Dazu kommt ein neuer Ethik-Kodex ab Juni - mit strengen Regeln für Nebenbeschäftigungen und für Äußerungen in Sozialen Netzwerken. #doublecheck hat nachgefragt, was der Kodex taugt und was er bringen wird. 29:57
02.05 Wenn die Enthüllungen blühen Die Spionage-Affäre, politische Chatprotokolle, der Wirtschaftskrimi um René Benko und die Signa, mutmaßliche Inseratenkorruption jetzt auch bei der FPÖ - selten ist so viel recherchiert und enthüllt worden wie in diesem Wahljahr. Viele tun sich schwer, den Überblick zu behalten. #doublecheck hat mit Investigativjournalisten und -Journalistinnen gesprochen - über ihre Arbeit und ob wirklich alles so brisant ist, wie es durch die Berichterstattung den Anschein hat. Enthüllungen haben Konjunktur - oder auch nicht. Die Affäre um den mutmaßlichen Spion für Russland aus dem österreichischen Verfassungsschutz, Egisto Ott, hat die heutige "profil"-Chefredakteurin Anna Thalhammer Anfang 2022 in der Tageszeitung "Die Presse" schon in allen Details berichtet. Doch der sogenannte "Maulwurf-Akt" hat überhaupt keine Wellen geschlagen. Auch die Affäre um dubiose Millionen-Umwidmungsgewinne des früheren Gemeindebund-Präsidenten Alfred Riedl brauchte einen zweiten Anlauf, bis es Konsequenzen gab. In einem Wahljahr sind Enthüllungen wie diese willkommene Munition - aber wem nützt das am Ende? Das Medienverständnis des Herbert Kickl Im innenpolitischen Fokus steht derzeit vor allem FPÖ-Obmann Herbert Kickl, er führt in allen Umfragen und wird von den politischen Gegnern angefeindet. Wie ist sein Verhältnis zu Medien und Journalisten? Eine "investigative Biographie" über Kickl hat dieses Verhältnis eben erst auf die Probe gestellt. Ein peinlicher Recherchefehler macht das Buch angreifbar, das die vielen unbekannten Seiten des FPÖ-Chefs ausleuchtet. #doublecheck hat mit den Autoren gesprochen und FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker gefragt, was Kickl mit dem Brief bezwecken will, den er vor kurzem an Chefredakteure und Verleger österreichischer Zeitungen geschickt hat. Spuren Künstlicher Intelligenz im Wahlkampf Und #doublecheck geht auch der Frage nach, wie weit Künstliche Intelligenz auch in den Wahlkämpfen dieses Jahres schon eine Rolle spielen kann. Die Bedrohung ist da, warnen die Experten, aber die handfesten Beweise fehlen oft - und die Wirkung der jungen Technologien ist noch kaum untersucht. In Polen und der Slowakei wurden schon gefälschte Audioaufnahmen in Wahlkämpfen eingesetzt. Auch in Österreich sieht man bereits Bilder und Videos, die mit KI generiert wurden. Was kann man noch glauben in den kommenden Wahlkämpfen? Dieses Säen von Zweifeln ist Teil der Strategie, Wähler und Wählerinnen zu verunsichern. 29:57
06.06 Ein anonymisierter Medien-Hype Selten war Österreichs Medienbranche so uneins wie in der Frage: Sind die Vorwürfe, die der "Standard" über die grüne EU-Spitzenkandidatin Lena Schilling veröffentlicht hat, politisch relevant? Oder hat das linksliberale Qualitätsblatt ohne Not eine Grenzüberschreitung getätigt, die den übermächtigen Boulevardmedien in Österreich das Tor zur Unseriosität noch weiter aufstößt - und warum? #doublecheck über eine anonymisierte Berichterstattung, die einen Medienhype ausgelöst und die Berichterstattung über den EU-Wahlkampf dominiert hat. Der Presserat - das gern unterschätzte Selbstkontrollorgan der Zeitungen - musste sich nach eigener Einschätzung auf Neuland begeben und hat zum Beispiel das Ausmaß der Zitierung anonymisierter Quellen in der Berichterstattung über die Vorwürfe gegen Lena Schilling unter die Lupe genommen. Das muss nämlich gemäß den Regeln des Ehrenkodex für die österreichische Presse verhältnismäßig sein. Die Diskussion geht indessen weiter. #doublecheck hat mit der Kommunikationswissenschaftlerin Petra Herczeg gesprochen und mit den Leuten vom "Standard", die zu den Vorwürfen recherchiert haben - aber auch mit Beobachtern von außen. Denn viele sehen die Entwicklung auch als eine Folge der zu großen Nähe, die hierzulande zwischen Medien und Politik herrscht. TV-Duelle als Hort der Sachpolitik Während allerorten die fehlende Debatte über sachpolitische Themen im EU-Wahlkampf beklagt wurde, haben genau das die TV-Duelle auf ORF III und auf Puls 24 geliefert. Dort konnte man einen Helmut Brandstätter von den NEOS erleben, der dem FPÖ-Spitzenkandidaten Harald Vilimsky Kontra gegeben hat, und eine Lena Schilling, die unbeirrt von den Einschlägen rechts und links ihre Botschaften abspulte. Reinhold Lopatka versuchte die Europapartei ÖVP aus dem populistischen Fahrwasser zu zerren, und Andreas Schieder bemühte sich um ein Neutralitätsbild, das ihn nicht in einem Boot mit der FPÖ sitzend zeigt. #doublecheck hat mit dem Meinungsforscher Peter Hajek darüber gesprochen, was diese Wahl entscheiden könnte. Verschwörungs-Formate von rechts Stimmen die bisherigen Umfragen, dann wird die FPÖ am Sonntag erstmals in der Geschichte bei einer Bundeswahl auf Platz eins liegen. Konsequente Parteimedienarbeit und ein nie dagewesener Fokus auf Verschwörungsmythen haben zu dem Höhenflug beigetragen: "Mit euch gegen das System", so heißt die neueste Kampagne der Freiheitlichen, verbreitet über FPÖ-TV und soziale Medien. Eine alte Formel, die an Jörg Haider erinnert, neu verpackt für das Wahljahr 2024, sagen Kommunikationsexperten. Doch diesmal verfängt das mehr, weil die Krisen größer und vielfältiger sind und ein großes neues Mediennetzwerk eine parallele Realität zu zeichnen scheint. Verschwörungs-Erzählungen rücken in die Mitte der Gesellschaft, und so prägen Europas Rechte auch den öffentlichen Diskurs. 29:58
04.07 Freischwimmen im Neuland Der Digital News Report 2024 zeigt: Die Zahlungsbereitschaft für online Nachrichten stagniert, nachdem sie zuletzt wenigstens langsam gestiegen ist. Branchenvertreter sagen, man sei im Netz noch immer zu sehr von Print getrieben, so werde man junge Leute nicht gewinnen können. Freischwimmen im digitalen Neuland ist also angesagt. #doublecheck hat darüber mit Medienprofis gesprochen, die die Transformation in ihren Verlagen unbeirrt vorantreiben. Stichwort Transformation: Der ORF bietet ab September seriöse Information auch auf YouTube an, ZIB2-Anchor und Social-Media-Chef Armin Wolf erklärt wie und warum. "Wir reden seit zwei Jahrzehnten über die Digitalisierung, aber wir machen es nicht", sagt Sebastian Krause, zuständig für die Produktentwicklung bei der "Kleinen Zeitung". Es ist so etwas wie eine Beichte für die Zeitungsbranche. Bei der "Kleinen" ist digital schon viel passiert. Doch das eigentliche Umdenken, der Tabubruch, passiere erst jetzt, sagt Krause. Denn der Text sei nicht mehr so wichtig und das Gedruckte sei zweitrangig. Was zählt sind Audio, Video, Social Media, Live-Berichterstattung, Personalisierung. Aber noch sind viele Verlage nicht so weit. Und das bremst die Bereitschaft, für digitalen Journalismus zu bezahlen. Weil das Angebot noch immer nicht stimmt. Dafür gibt es zwar die Digitale Transformationsförderung durch den Bund, aber die werde oft verschwendet, so Experten. Drei Beispiele, wie Print noch lebt Ob es die reichweitenstarke "Die ganze Woche" von Noah Falk ist - das meistunterschätzte Blatt in Österreich, wie der Medienexperte Peter Plaikner findet - oder das qualitativ hochstehende Monatsmagazin "Datum - Seiten der Zeit", das dieser Tage sein 20-jähriges Bestehen feierte: Es gibt die Beispiele dafür, dass Print lebt und auch im Algorithmen-getriebenen Online-Medienbusiness überleben kann. #doublecheck hat sich auf die Suche begeben und ist auch bei der Tageszeitung "Die Presse" fündig geworden. Mit einem Relaunch setzt das Blatt bewusst auf das Printprodukt. Nicht nur, aber speziell am Wochenende: die "Presse am Sonntag" gibt es seit 15 Jahren, ein Erfolgsmodell. Ein Sommermärchen für Servus TV Das allzu kurze Sommermärchen der österreichischen Männer-Fußball-Nationalmannschaft bei der laufenden EM-Endrunde in Deutschland fand auf ServusTV statt, weil der Red-Bull-Sender sich um viele Millionen Euro die Übertragungsrechte gesichert hat. Das Doppelte von dem, was für den beitragsfinanzierten ORF wirtschaftlich möglich war. Die Folge sind Rekordquoten, ServusTV hat dank Fußball im Juni erstmals ORF1 bei den Marktanteilen überholt. Es ist auch ein Sommermärchen für Senderchef Ferdinand Wegscheider, der davon schon vor Jahren geträumt hat. Und diese Entwicklung hat Schubkraft für die politische Berichterstattung des Senders, der sich als Plattform einer rechten Gegenöffentlichkeit etabliert hat und als Kanal für Verschwörungserzählungen wie für alternative Fakten nach dem Vorbild der US-amerikanischen "Fox News" gilt. 29:56
01.08 Das unverwüstlichste Medium 100 Jahre Radio Das Radio in Österreich feiert im Oktober seine ersten hundert Jahre. Der ORF begeht das stolze Jubiläum mit Spezialsendungen, das Technische Museum in Wien macht eine große Ausstellung zu diesem unverwüstlichsten aller Medien. Denn Radio ist und bleibt, wie die Kennzahlen zeigen, eine Erfolgsstory. Neue Digitalkanäle der Privaten sorgen gerade für einen Boom. Und Podcasts werden zum Geschäftsmodell. #doublecheck hat mit Radiomachern und Podcastern gesprochen - und dem legendären Freien Radio Salzkammergut einen Besuch abgestattet. Obwohl es jede Menge Streaming-Angebote und Podcasts gibt, schalten jeden Tag drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher das Radio ein. Unglaubliche 4,5 Millionen hören täglich die drei nationalen und neun regionalen ORF-Radiosender, mehr als die Hälfte davon hören Ö3. Warum das so ist und was er tut, damit das so bleibt, das hat #doublecheck mit Ö3-Chef Michael Pauser besprochen. Dessen langjähriger Vorgänger an der Spitze von Ö3, Georg Spatt, macht jetzt beim größten Privatsender "Kronehit" das Programm und hat dort gerade vier neue Digitalradios gestartet. Er erzählt über die Herausforderungen, die erschreckenden und faszinierenden Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und den Kulturschock, den er nach dem Wechsel vom ORF zum Privatsender verdauen musste. Berge, Seen und Frequenzen Auf acht UKW-Frequenzen - zwischen 89,6 und 107,5 MHz - kann man im Salzkammergut das gleichnamige Freie Radio empfangen. Es deckt ein Gebiet mit rund 200.000 Menschen ab. Das FRS, wie es abgekürzt heißt, ist einer der rührigsten Sender der freien Szene in Österreich, er feiert heuer seinen 25. Geburtstag. Aus dem Salzkammergut ist der Sender nicht mehr wegzudenken. Günter Kaindlstorfer hat die Senderzentrale in Bad Ischl für #doublecheck besucht. Radios kleiner Bruder gedeiht Die Freien Radios waren auch so etwas wie Pioniere des Podcast. Und Podcasts bietet inzwischen nicht nur der ORF, sondern praktisch jedes Medienhaus an. Die digitale Transformation stützt sich zu einem guten Teil darauf. Podcasts sind mittlerweile aber auch für sich ein Geschäftsmodell geworden, sie finanzieren sich über Werbung, Mitgliedsbeiträge und Events. Andrea Gutschi hat für #doublecheck mit Podcastern gesprochen, die - wie es der erfolgreiche Host Andreas Sator ausdrückt - oft "alles" sind, nämlich Eigentümer, Verkäufer und Redaktion. Ein Spannungsverhältnis. Ist der kleine Bruder des Radios schon erwachsen geworden? Nur bedingt, wie der Blick in die junge Branche zeigt. 29:56
05.09 Wenn Medien Wahlkampf machen Drei Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl am 29. September 2024 wollen Kanzler werden. Doch die meisten Medien spitzen seit Wochen alles auf ein Duell zwischen dem blauen und dem schwarzen Parteichef zu. Der rote Spitzenkandidat wird als chancenlos dargestellt, die internen Querelen seiner Partei bringen die Negativ-Spirale weiter in Schwung. Was tragen Umfragen und die Berichterstattung darüber zu dieser Dynamik bei? Inwiefern machen auch die Medien Wahlkampf? #doublecheck beleuchtet die mediale Verfasstheit wenige Wochen vor der Wahl. Umfragen würden von Medien auch deshalb gern in Auftrag gegeben, weil sie Schlagzeilen liefern, sagt der Meinungsforscher Peter Hajek. Die immer noch auflagenstarke "Kronen Zeitung" mischt mit der Kampagne "Die Stimme Österreichs" sogar als quasi virtuelle Partei im Wahlkampf mit. Die Berichterstattung bekommt aber leicht eine Schlagseite, wenn etwa - wie im laufenden Wahlkampf zu beobachten - der möglicherweise entscheidende Kampf um Platz zwei ausgeblendet wird. Das geht quer durch die Medien. Kritiker werfen dem ORF vor, mit der Entscheidung für das Duell Nehammer vs. Kickl als abschließende TV-Konfrontation zu diesem schiefen Bild beizutragen. #doublecheck hat in der Chefredaktion nachgefragt, was die Beweggründe für die Entscheidung waren. Was von Potsdam übrig blieb In Deutschland sind zwei mit Spannung erwartete Wahlen bereits geschlagen, die Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen. Und so wie bei uns die FPÖ steht dort die AfD im Mittelpunkt, nach der Wahl noch mehr als vorher. Die AfD hat in beiden Ländern Rekordergebnisse über 30 Prozent erzielt, in Thüringen ist sie stärkste Kraft. Fast vergessen sind die Demonstrationen Hunderttausender nach der Veröffentlichung der Recherchen von "Correctiv" über ein Treffen von AfD-Leuten, Unternehmern und Rechtsextremen in Potsdam. Generalthema: Deportation von nicht-angepassten Menschen. Von Beginn weg haben rechte Medien versucht, die Ergebnisse der Recherche und die Redaktion zu diskreditieren. Auch der deutsche Medienkritik-Papst Stefan Niggemeier wirft "Correctiv" jetzt vor, zu sehr mit Schlussfolgerungen gearbeitet zu haben. Ist Niggemeier damit päpstlicher als der Papst? Die Entdeckung von YouTube Wahlkampf findet schon lange nicht mehr nur im linearen Fernsehen statt. Der ORF bringt jetzt vier Wochen vor der Wahl mit einem spannenden ZIB-Kanal Nachrichten und seine bekannteste Marke auf YouTube. Andere Sender sind dort schon seit Jahren. Krone.TV zum Beispiel war digital, bevor es dann auch linear ausgestrahlt wurde. Der Platzhirsch auf YouTube heißt allerdings oe24.TV. Aber nicht nur Medienhäuser etablieren sich auf der Plattform, auch die Parteien haben dort Platz für längere Wahlwerbespots - oder gleich für eigene TV-Sender. Die Freiheitlichen haben mit FPÖ TV gezeigt, wie man auf diese Weise eine parallele Medienwelt aufbauen kann - und die "Plattform Demokratie Österreich", wie man mit einem Kickl-Hitler-Vergleich via YouTube für Aufmerksamkeit sorgt. 29:56
03.10 Die verlorene Unschuld des Wetterberichts Gestaltung: Andrea Gutschi, Stefan Kappacher, Viktoria Waldegger Die Rekord-Flutkatastrophe von Mitte September, die laut einer aktuellen Studie als Folge der Erderhitzung deutlich verschärft worden ist, hat auch die Berichterstattung darüber in den Fokus gerückt. Den Wetterbericht mehr oder weniger unterhaltsam präsentieren, das war einmal. Journalistinnen und Journalisten der Wetter-Redaktionen brauchen viel Expertise und tragen mit Zunahme von Extremereignissen immer mehr Verantwortung. Dazu kommen Anfeindungen von Klimawandel-Skeptikern und ein schmaler Grat zum Aktivismus. #doublecheck fragt nach, wie der moderne Wetterjournalismus funktioniert, was er leisten kann und wie die Redaktionen mit den neuen Herausforderungen durch die Klimakrise umgehen. So war das Team vom ORF Wetter im Zuge der Berichterstattung über das Hochwasser nicht nur mit dem haltlosen Vorwurf konfrontiert, man habe zu spät vor der Entwicklung gewarnt, sondern auch mit Verschwörungsgeschichten, wonach die Klimakrise auf Sendung nicht mehr angesprochen werden dürfe. Daniel Zeinlinger, Chef der Wetterredaktion, sagt gegenüber #doublecheck, was Sache ist. Der Nachhall einer ORF-Bombe Vor eineinhalb Jahren hat die sogenannte Ziegler-Kommission im ORF ihren Bericht vorgelegt, der zum Rücktritt des ORF-Landesdirektors in Niederösterreich geführt hat. Es ging um das Naheverhältnis von Robert Ziegler zur Landes-ÖVP, der er zu günstiger Berichterstattung verholfen hat. Viele Fälle sind dokumentiert, rund 50 Auskunftspersonen haben gegenüber der Kommission die Vorwürfe bestätigt. Der Bericht wurde unter Verschluss gehalten, um die Identität der Whistleblower zu schützen. Jetzt hat die Rechercheplattform "Dossier" über den Inhalt berichtet, es steht auch der strafrechtliche Vorwurf der Bestechlichkeit im Raum. Die Staatsanwaltschaft prüft. Auch der ORF prüft die Causa noch einmal, Generaldirektor Roland Weißmann erklärt im #doublecheck-Interview, warum das Unternehmen Ziegler weiterbeschäftigt, obwohl er der Glaubwürdigkeit des ORF schwer geschadet hat. Die schwarz-grüne Medienpolitik Qualitätsjournalismusförderung, Informationsfreiheitsgesetz, ORF-Digitalnovelle: Hinter diesen sperrigen Begriffen steckt fünf Jahre schwarz-grüne Medienpolitik. Dass tatsächlich viel passiert ist, sagen auch Experten und Expertinnen. Und trotzdem: Österreichs Medienlandschaft hat nicht nur profitiert. Manche Änderungen, wie die Transformation der "Wiener Zeitung", könnten in der nächsten Legislaturperiode noch Kopfzerbrechen bereiten. Anderes wird das ganz bestimmt tun - zum Beispiel die Reform der ORF-Gremien. Die zukünftige Regierung wird dem Medienstandort wieder ihren eigenen Stempel aufdrücken. Wie der aussieht, wird sich in den Koalitionsverhandlungen zeigen. #doublecheck zieht Bilanz und wagt einen Ausblick. 29:56
07.11 Die Normalisierung der Kampfmedien Wie schwierig ist es, eine Grenze zwischen Propaganda-Medien und journalistischen Medien zu ziehen, ohne dass gleich von Zensur die Rede ist? Die Frage stellt sich, weil die stimmenstärkste Partei im Nationalrat den rechtsextremistischen Verschwörungs-Kanal AUF1 demonstrativ forciert. Es ist der Versuch einer Normalisierung. #doublecheck zeichnet eine Entwicklung nach, die fatale Auswirkungen auf den politischen Diskurs hat, die Wissenschaftsfeindlichkeit fördert und von Nachrichtenmüdigkeit - den sogenannten "News Avoiders" - profitiert. Der neue Nationalratspräsident von der FPÖ gibt eines seiner ersten Interviews dem Propaganda- und Verschwörungskanal AUF1. Als Kritik daran laut wird, stellt Walter Rosenkranz den Kampfsender auf eine Stufe mit journalistischen Medien und betont, er rede mit jedem Medium, das nicht verboten ist. Am Wahltag ist es AUF1 durch einen formalen Trick gelungen, live aus dem Parlament zu berichten und dabei haltlose Wahlbetrugs-Gerüchte zu verbreiten. FPÖ-Obmann Herbert Kickl hat dennoch -oder gerade deshalb - sein erstes Interview als Wahlsieger diesem Medium gegeben. Der Hintergrund ist der Kampf um den vorpolitischen Raum, um Medien, Kultur, Universitäten. Rechtsextreme Kreise wie die Identitären und auch Exponenten von AUF1 nennen das "Metapolitik". Wenn Fakten nicht mehr durchdringen In Österreich ist das Vertrauen in die Wissenschaft generell eher gering. Die viel zitierte Wissenschafts-Skepsis und eine traditionelle Nähe zur Alternativmedizin machen sich auch alternative Medienkanäle zunutze. Und das nicht erst seit der Corona-Pandemie. Wissenschaftsfeindliche Erzählungen sind zwar besonders am rechten Rand zu finden, aber nicht nur. Oft ist die Grenze zur Verschwörungstheorie sehr dünn. Mithilfe von Onlinemedien schaffen sich Menschen eigene Parallelwelten. Und es wird immer schwieriger, diese mit wissenschaftlichen Fakten zu durchdringen. Wenn Nachrichten nichts mehr gelten Immer mehr Menschen vermeiden bewusst oder unbewusst Nachrichten, sie gehören zu den sogenannten "News Avoiders" - also den Nachrichtenverweigerern. Seit Corona sind es deutlich mehr geworden. Menschen haben oft einfach genug von negativen Meldungen, der Nachrichtenkonsum wird dann zur psychischen Belastung. Viele fühlen sich generell in ihren Bedürfnissen und Erwartungen an die Medien nicht mehr abgeholt, was das Tor zu dubiosen Kanälen mit Verschwörungsinhalten aufmacht. Welche Auswirkungen hat es, wenn Menschen einfach keine Nachrichten mehr konsumieren? Ist das immer schlecht? Und was können Journalistinnen und Journalisten da tun? 29:57
05.12 Medienordnung dringend gesucht Die Präsidentschaftswahl in den USA hat den letzten Beleg dafür geliefert: Medien, die sich an keine Regeln halten, gewinnen immer mehr die Oberhand gegenüber jenen Medien, die sich der Faktentreue und anderen journalistischen Grundsätzen verpflichtet sehen. Und wer die sogenannten alternativen Medien hinter sich hat, der gewinnt Wahlen - und damit Einfluss, die Medienlandschaft noch mehr in eine Propagandawelt zu verkehren. Wie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden? Der Ruf nach einer neuen Medienordnung wird laut, aber wie kann die aussehen? Welche Rolle spielt der öffentlich-rechtliche Gedanke dabei? Und welchen Beitrag können, ja müssen die laufenden Regierungsverhandlungen dazu leisten? #doublecheck sucht Antworten auf diese Fragen und spricht darüber mit ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, Verleger-Präsident Maximilian Dasch und mit dem Pionier der Medienkritik in Österreich, Falter-Mitbegründer und Herausgeber Armin Thurnher. Der sieht wie viele andere den Schlüssel im öffentlich-rechtlichen Modell, dessen Möglichkeiten als Gegengewicht zu Verlotterung und Desinformation aber viel zu wenig genutzt würden. Der Aufstand der User gegen Musk Viele österreichische Journalistinnen und Journalisten haben Mitte November ein Zeichen gesetzt und der Plattform X, vormals Twitter, den Rücken gekehrt - angeführt von Armin Wolf, der den sogenannten #eXit initiiert hat, und Florian Klenk mit ihren hunderttausenden Followern auf der längst toxisch gewordenen Plattform von Trump-Einflüsterer Elon Musk. Die konzertierte Aktion - unter Medienleuten eine Seltenheit - ist gelungen, es ist ein kleiner Beitrag zu einer neuen Medienordnung. Was heißt das für Musk und sein Spielzeug X, wenn ihm dort zentrale User abhandenkommen? Ist Bluesky, die neue Heimat für viele Journalistinnen und Experten auch in Deutschland, ein besserer Ort? Und wozu brauchen Journalisten so eine Plattform, geht es da nicht ohnehin nur um Eitelkeiten? Die neuen Gründer und ihre Starthelfer Der Qualitätsjournalismus von morgen ist digital, multimedial und in engem Austausch mit seinen Lesern und Leserinnen. Davon sind Expertinnen und Mediengründer überzeugt. Und Beispiele aus dem Ausland zeigen, wie man damit Erfolg hat. Doch wer finanziert diese neue Art des Journalismus? Werbeeinnahmen und staatliche Förderungen allein reichen nicht. Vermehrt bringt sich auch die Zivilgesellschaft über Stiftungen ein, darunter der Media Forward Fund mit dem früheren "Standard"-Chefredakteur Martin Kotynek und die "Datum"-Stiftung von Sebastian Loudon. Die Mediengründer suchen indessen nach Wegen, die Zahlungsbereitschaft ihres Publikums hochzuschrauben. 29:56

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