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ORF Ö1 – #doublecheck

oe1_dc_2023zoomWie wird über die Medien Politik gemacht, wer profitiert? Worüber spricht das Netz, und was davon sollte uns interessieren?
Archivnummern: AP/m_mm1/oe1_dc_2023_(Sendedatum)
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Datum Inhalt Dauer
13.01 Kassasturz und Sturzgefahr Von einem "Schicksalsjahr für den ORF" schreiben die Mitbewerber in der Medienbranche, die selbst alle durch schwierige Zeiten gehen. Angesichts aufgeplatzter Affären im ORF und offensichtlich gewordener Finanzprobleme werden auch schon Rufe nach einer Redimensionierung des öffentlich-rechtlichen Leitmediums laut. Und das nicht nur von der Konkurrenz, die ÖVP-Medienministerin steht in der vordersten Reihe. Sie will einen "Kassasturz" vom ORF - und das war bei der Volkspartei immer eine Chiffre für Kampfansage. ORF-Chef Roland Weißmann hat vor einer der größten Finanzkrisen in der Geschichte des Senders gewarnt. Wegen Teuerung, sinkender Werbeerlöse und GIS-Abmeldungen. Gleichzeitung verlangt der Verfassungsgerichtshof eine Neuaufstellung der ORF-Finanzen, damit auch der Empfang der ORF-Programme übers Internet bezahlt wird. Der Plan soll bis Ende März stehen, aber ÖVP und Grüne sind sich nicht einig. Den überraschenden Vorstoß der Grünen, den ORF künftig aus dem Budget zu finanzieren und die Beträge jährlich an die Inflation anzupassen, hat Medienministerin Susanne Raab abgelehnt. Sie verlangt vom ORF, der seit Jahren spart, strukturelle Einsparungen - ein Zeichen des Misstrauens gegenüber ihrem Vertrauensmann Roland Weißmann? Und: Könnte die GIS-Gebühr nun durch eine Haushaltsabgabe wie in Deutschland ersetzt werden? #doublecheck hat nachgefragt. Das Aufräumen nach den Affären Die Weichenstellungen für den ORF finden vor dem Hintergrund von internen Affären statt, die jetzt aufgearbeitet werden. Die Chats des zurückgetretenen TV-Chefredakteurs Matthias Schrom mit dem einstigen FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache beschäftigen eine Ethik-Kommission, die Vorwürfe gegen den Landesdirektor des ORF Niederösterreich, Robert Ziegler, werden durch eine Evaluierungs-Kommission geprüft. Deren Vorsitzender Gerhard Draxler lässt im #doublecheck-Interview keinen Zweifel daran, dass nichts unter den Teppich gekehrt werden soll. Draxler sieht die Untersuchung auch als Weckruf gegen politische Gängelung auch in anderen Landesstudios. Indessen tauchen fast täglich neue Verwicklungen von sogenannten ORF-Stars mit der niederösterreichischen Landespolitik auf. "profil" vor Neuerfindung oder Untergang Beim Nachrichtenmagazin "profil" rumort es. Christian Rainer hat die Chefredaktion nach 25 Jahren abgegeben, seine Nachfolgerin Anna Thalhammer steht ab März vor der großen Herausforderung, Reichweite und Relevanz wieder nach oben zu bringen. Profitabel ist das Blatt, das in seiner 50-jährigen Geschichte mit investigativen Recherchen vom Fall Groer bis zur Waldheim-Affäre das Land verändert hat, nicht mehr. Selbst Gründer Oscar Bronner sagt im #doublecheck-Interview: "Das profil hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt" - gemeint ist die Digitalisierung, die sträflich vernachlässigt wurde. In der Redaktion sorgt vor allem die Bestellung von Richard Grasl für Unmut. Der "Kurier"-Vize-Chefredakteur gilt als ÖVP-Mann, der gut weiß, wie er seinen Einfluss geltend machen kann. Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan 24:57
03.02 Radio-Aktivitäten und Kalamitäten Podcasts werden auch in Österreich immer beliebter. Was als kleine Medien-Nische begonnen hat, entwickelt sich immer mehr zu einem soliden Geschäftsbereich mit guter Nachfrage. Radio bekommt ein neues Gesicht. Auch die ORF-Radioflotte soll jetzt neu aufgestellt werden, um sich in die digitale Welt einzupassen. Und ausgerechnet beim öffentlich-rechtlichen Flaggschiff Ö1 ist jetzt offener denn je die Diskussion über schwierige arbeitsrechtliche Bedingungen für Mitarbeiter aufgeflammt, die vom ORF-Gesetz gedeckt und für das Unternehmen günstig, aber schwer erklärbar sind. Freie Mitarbeiter gibt es bei allen Medien, die könnten sonst gar nicht ihren Auftrag erfüllen - ob es um die Berichterstattung über Großereignisse geht, wo kurzzeitig hoher Personalbedarf besteht, oder um lokale Sport-Reportagen, für die eine Bezirkszeitung auch nicht eigens Leute anstellen wird. Wenn freie Mitarbeiter aber Strukturen aufrechterhalten, dann läuft etwas schief. Ein gutes System sei pervertiert worden, sagen Kenner der Verhältnisse. Die Betroffenen stellen neue Forderungen an die Geschäftsführung, vom Betriebsrat kommt ein Verbesserungsvorschlag, und die Radiodirektorin sagt im #doublecheck-Interview: "Wenn wir's besser machen können, machen wir's besser." Thurnher verspricht Verbesserungen Ingrid Thurnher ist für die ORF-Radios zuständig, sie sagt: Die Beschäftigung von Freien sei keine Sache, die allein Ö1 angeht - ein Eindruck, der in der öffentlichen Debatte entstanden ist. Das sei eine Regelung im ORF-Gesetz, die im ganzen Haus angewendet werde. Und sie mache grundsätzlich auch Sinn, verweist Thurnher etwa auf dem Burgschauspieler, der für Ö1 einen Text einspricht, oder auf den Ö3-Moderator, der gar keine Anstellung möchte. Dort, wo das System sinnwidrig angewandt werde, wolle man hinschauen und verbessern, sagt die Radiodirektorin. Im Interview gibt Thurnher auch einen Ausblick darauf, wie die Sender für das digitale Umfeld fit gemacht werden sollen und für die Zeit, wenn die massiven Online-Beschränkungen für den ORF dann einmal gefallen sein werden. Podcasts: True Crime mit Happy End Lange wurden sie unterschätzt und als Nischenmedium abgetan, mittlerweile sind Podcasts mitten in der Gesellschaft angekommen. Vor allem bei jüngeren Zielgruppen sind Audioformate ein fixer Teil des Medienkonsums geworden. Das haben auch die Zeitungen erkannt. Kaum ein Medienhaus, das nicht auch Audioformate herausgibt, sei es True Crime oder News-Updates. Sie rücken damit nicht nur näher an ihr Publikum - Podcasts sind auch lukrativ, die Werbe-Plätze bei "Thema des Tages" vom "Standard" sind immer ausgebucht. Im Gegensatz zum Digitalbereich haben es die Vermarkter geschafft, die Werbepreise hochzuhalten. Journalisten wie Andreas Sator mit seinem "Erklär mir die Welt" können vom Podcasten sogar leben. Nur der ORF ist in der boomenden Szene bisher kaum vertreten. Indirekt mischt er aber mit. Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher 24:59
03.03 ORF, Rabatt und ein großer Deal Nach jahrelanger Aushöhlung der ORF-Finanzierung über die Rundfunkgebühr, weil Streaming im Internet von der GIS-Pflicht ausgenommen war, wollen ÖVP und Grüne jetzt die Haushaltsabgabe umsetzen. Der Verfassungsgerichtshof hat im Vorjahr eine Frist bis Ende 2023 gesetzt, um die nachhaltige Finanzierung des ORF sicherzustellen. Das geschieht jetzt, die Details sollen bis Ende März ausverhandelt werden. Es ist auch ein Erfolg von ORF-Chef Roland Weißmann, der von vielen unterschätzt worden ist. Der politische Preis, den er zu zahlen bereit ist: ein Sparpaket, das die Kulturszene und den Sport auf die Barrikaden treibt. Es geht um das Radio Symphonie Orchester, das nicht mehr aus dem ORF-Budget finanziert werden soll, und um Übertragungen von Randsportarten im linearen Fernsehen. Dafür muss der ORF-Chef gerade viel Kritik einstecken, Rettungsversuche speziell für das Orchester mit seinen mannigfaltigen Aufgaben laufen. Zum großen Deal Weißmanns gehört aber auch die Digitalnovelle, die den ORF endlich aus den Fesseln befreit, die ihm der Gesetzgeber auf Druck der Zeitungsverleger angelegt hat. Die Sieben-Tage-Frist zum Nachhören und Nachsehen von ORF-Sendungen wird fallen, der ORF soll endlich auch Angebote nur fürs Internet produzieren und Informationen zuerst online bereitstellen dürfen - und nicht erst, nachdem sie im Radio oder im Fernsehen auf Sendung waren. Sport zwischen Sparen und Aufbruch Teil der Sparpläne der ORF-Geschäftsführung ist ein mittelfristiges Auslaufen von ORF Sport+ als linearer Spartenkanal. Der Aufschrei der Vertreter vieler Randsportarten ist noch lange nicht verhallt. Die Verbände und Vereine verlieren damit Sichtbarkeit und auch finanzielle Grundlagen, weil die Übertragungen im linearen Fernsehen eine wichtige Voraussetzung für die Sponsoren sind. Hier soll einerseits ORF1 mit Übertragungen einspringen, andererseits setzt die ORF-Spitze auf eine digitale Sport-Plattform, die auf Basis der kommenden Digitalnovelle aufgebaut werden soll. Umsetzen muss dies alles der neue ORF-Sportchef Hannes Aigelsreiter, der den Job mit 1. März übernommen hat. Der langjährige Radio-Chefredakteur und #doublecheck-Förderer der ersten Stunde will den ORF Sport journalistischer machen, wie er sagt. Und den Jungen mehr Chancen geben. Wenn Parlamentarier Reichweite riechen Wie selbstverständlich die Leistungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei aller Kritik am ORF dann doch genommen werden, zeigt die Debatte darüber, auf welchem Kanal künftig die Sitzungen des Nationalrats übertragen werden. Der Plan war, ORF III zum Parlamentskanal zu erklären und dort für ganztägige und gut kommentierte Übertragungen von Plenarsitzungen zu sorgen. Und plötzlich machten sich die Fraktionen, angeführt von den NEOS, Sorgen um die Reichweite und protestierten heftig dagegen, dass sie nicht mehr auf ORF2 live übertragen werden sollen. Selbst die FPÖ, die den ORF sonst bei jeder Gelegenheit für verzichtbar erklärt, reihte sich ein und sprach gar von einer "Verhöhnung des Parlamentarismus". Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher 24:58
07.04 Risse in der Boulevard-Macht Nach dem "Beinschab-Österreich-Tool", das die Rolle der Verleger-Brüder Fellner und ihre Abmachungen mit Vertretern der Kurz-ÖVP sichtbar gemacht hat, rollt die Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft jetzt die entsprechenden Verbindungen des Verleger-Ehepaars Dichand auf. Mit "Österreich", "Heute" und "Kronen Zeitung" sind jetzt alle Boulevard-Blätter, die die Republik seit Jahrzehnten im Griff haben, im Visier der WKStA. Wird sich an der Praxis der Inseratenvergabe durch die öffentliche Hand etwas ändern? Und: brechen die Risse in der zementierten Macht des Zeitungsboulevards jetzt auf? 7. April 2023, 19:05 Teilen Hausdurchsuchungen bei der Geschäftsführung der Gratiszeitung "Heute", aber auch beim weithin unbekannten Reisemagazin "Connoisseur Circle" - es richtet sich an Luxusreisende und spielt im Gesamtzusammenhang eine größere Rolle, als man glauben möchte - haben die Innenpolitik wieder einmal erschüttert. Polizisten, IT-Fachleute und Staatsanwälte suchten nach weiteren Belegen für Absprachen zwischen der "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand und dem Umfeld von Sebastian Kurz mit dem Ziel: Inseratengeld und andere Vorteile gegen positive Berichterstattung. Das ist der schwere Vorwurf, der nach den Fellners jetzt auch auf den Dichands lastet. Die Nerven bei Eva Dichand liegen blank, auch andere Drähte ihres Hauses in die Politik rücken wieder ins Blickfeld. #doublecheck hat mit "Heute"-Chefredakteur Christian Nusser über den journalistischen Super-GAU gesprochen. Medienpaket: Zu spät und zu wenig? Am Tag, als die Razzia beim Gratisblatt stattfand, brachten die Regierungsparteien im Nationalrat das Medienpaket ein. Und zwar in Form von Initiativanträgen, denn jetzt soll es schnell gehen mit dem Aus für die tägliche Druckausgabe der "Wiener Zeitung", trotz massiver Proteste auch von Prominenten und vieler Einwände im Begutachtungsverfahren. Daniela Kraus vom Presseclub Concordia ordnet die Gesetzesanträge für #doublecheck ein, die auch Verbesserungen bei der Medientransparenz und eine neue Journalismus-Förderung - erstmals auch für Online-Medien - mit Ansätzen von Qualitätskriterien bringen. Inhaltliche Änderungen sind im parlamentarischen Ablauf nicht mehr zu erwarten. Für die vom Ex-Politiker Peter Pilz gegründete Online-Plattform "ZackZack" könnte eine allfällige Förderung aus dem neuen Topf zu spät kommen - dem Medium geht das Geld aus. Deadline ist Anfang Juni. Kommunikationsstrategien: Neu und wirr Während es die Medienbranche durchbeutelt, stellen die politischen Parteien ihre kommunikativen Strategien deutlich erkennbar um. Nach den Landtagswahlen, die für SPÖ und ÖVP nichts Gutes und für die Freiheitlichen Rückenwind gebracht haben, ist vor der Nationalratswahl. Regulär im Herbst 2024 bauen die Strategen schon einmal vor. #doublecheck fragt Kommunikations-Profis, ob die FPÖ in der derzeitigen Situation nichts falsch machen kann, ob die ÖVP mit ihrer aktuellen Positionierung schon als rechtspopulistisch bezeichnet werden darf, ob die Grünen mit ihrer neuen Kampagne wirklich das "Klimaglück" finden werden. Und ob hinter den roten Chaostagen und dem verhaltensauffälligen Social-Media-Team der SPÖ vielleicht sogar so was wie ein Konzept steht. Ein Alleinstellungsmerkmal ist es jedenfalls, nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, kommuniziert es sich völlig ungeniert. Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher 24:57
05.05 Oberflächlich betrachtet, ist alles gut: Heute sind so wie vor fünfzehn, zwanzig Jahren etwa zwei Millionen Zeitungen pro Tag im Umlauf. Der Unterschied zu damals ist, dass nur noch die Hälfte davon bezahlt wird. Diese Kennziffer hat der Medienforscher Andy Kaltenbrunner erhoben, sie ist nicht völlig neu, aber dennoch alarmierend. Ein altes Erlösmodell, das weggebrochen ist, ein neues ist noch nicht in Sicht. Die Verleger sagen: Die Krake ORF ist schuld, und jetzt sollen ihr mit der Novelle zum ORF-Gesetz noch ein paar Arme wachsen. Kaltenbrunner entgegnet: Da sind auch eigene Versäumnisse dabei. Die privaten Medienhäuser hätten sich zu sehr auf die Alimentierung durch öffentliche Gelder vor allem in Form von Inseraten verlassen, mit bekannten korruptiven Begleiterscheinungen. Mit Pandemie, Teuerung und Ukraine-Krieg sei das aufgebrochen. Jetzt werde die Rechnung präsentiert. #doublecheck mit dem Versuch einer Bestandsaufnahme. ORF-Populismus bringt Transparenz Das neue ORF-Gesetz, das bis Ende Mai in Begutachtung ist, bringt auch eine Transparenz-Offensive und die Kürzung von älteren vertraglichen Regelungen, die die Regierung für zu großzügig hält. In einem Jahresbericht sollen Kosten für Produktionen von "Dancing Stars" bis "Zeit im Bild" künftig aufgeschlüsselt werden. Auch beauftragte Studien und Berater-Leistungen sollen genannt werden. Für Medienjournalist Harald Fidler vom "Standard" ist mehr Transparenz längst überfällig, bisher sei man beim ORF großteils im Dunkeln getappt. Brisant könnte die vorgesehene namentliche Veröffentlichung aller Jahreseinkommen über 170.000 Euro werden. Und es gibt rechtliche Bedenken, ob die geplanten Eingriffe in Arbeitsverträge möglichen Anfechtungen standhalten können. Wenn der Avatar das Wetter ansagt Computerprogramme lesen den Wetterbericht, schreiben Texte und generieren Bilder. Künstliche Intelligenz ist im Journalismus nichts Neues. Aber seit es Chat GPT gibt, kann jeder niederschwellig mit der KI reden und Fragen stellen, eine Antwort kommt sicher und schnell. Oft stimmen die Texte nicht oder nur teilweise, aber die Maschine lernt schnell. Bedeutet das, dass die neuen Programme bald Journalisten und Journalistinnen ersetzen? Wie können wir verhindern, dass täuschend echte Bilder und Texte im Netz Desinformationen und Falschmeldungen verbreiten und Journalisten vielleicht auch noch drauf reinfallen? Wer hat die Rechte an den künstlich erstellten Texten? Medienhäuser sind gut beraten, sich schnell eine Strategie zuzulegen, um nicht überrumpelt zu werden, sagen Experten. Als Sparprogramm für Medien in finanziellen Nöten taugen die neuen Programme nicht. Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher 25:02
02.06 Wenn Politik-Experten regieren Die Berichterstattung über die langwierige Suche der SPÖ nach einem neuen Vorsitzenden hat es wieder einmal vor Augen geführt: Österreichs Medien, besonders die diversen Talk-Formate im Fernsehen, aber auch wichtige Informationssendungen setzen massiv auf Politik-Experten. Deren Agenda und mögliche Befangenheiten stehen dabei fast nie im Vordergrund. Eine Erklärung dafür ist: diese Leute werden dringend gebraucht, wenn sich die Politiker - was oft vorkommt - verweigern oder wenn sich politische Entscheidungen ziehen und Sendungen gefüllt werden müssen. #doublecheck macht einen Blick in die mediale Parallelwelt. Moderation und Gestaltung: Rosanna Atzara, Nadja Hahn und Stefan Kappacher Peter Filzmaier habe ein Feldbett im ZIB2-Studio, haben nicht nur Stermann und Grissemann über den politischen Chef-Analytiker des ORF gewitzelt, weil der Mann bei fast jeder Gelegenheit auf dem Bildschirm auftaucht. Wenn Filzmaier einmal nicht kann, dann springt Thomas Hofer ein. Fast so wichtig wie Expertise und Live-Tauglichkeit ist nämlich jederzeitige Verfügbarkeit. Das wiederum ist einer der Gründe, warum da und dort der Eindruck entsteht, die beiden Experten hätten in Österreich wenn schon kein Meinungs- so doch ein Kommentier-Monopol. #doublecheck hat mit Filzmaier und Hofer darüber gesprochen, wie sie ihre Rolle sehen, und Sendungsmacher gefragt, warum Politik-Experten wie die beiden auf allen Kanälen regieren. Im Dienst von Partei und Firma Eine besondere Spezies von Experten sind die parteinahen Politik-Erklärer, die speziell im Privat-Fernsehen inzwischen inflationär zum Einsatz kommen. Ob das gescheiterte politische Existenzen sind wie Heinz-Christian Strache, Johann Gudenus und Gerald Groß, ob es Leute wie Josef Cap und Peter Westenthaler sind, die von längst vergangener Polit-Prominenz aus dem vorigen Jahrhundert zehren - oder gewiefte PR-Profis wie Wolfgang Rosam und Josef Kalina, die gern als Auskenner in Sachen ÖVP und SPÖ vor die Kamera gebeten werden. Die beiden haben es nicht nötig, aber manche machen es für Geld - und praktisch alle machen es, um ihre Bekanntheit zu steigern. Das ist gut fürs Geschäft und jedenfalls auch fürs Ego. Hetzjagd gegen Klima-Experten Klimajournalistinnen und -journalisten sowie Experten und Expertinnen in diesem Bereich sind im Internet immer mehr und heftigeren Attacken ausgesetzt. Morddrohungen inklusive. Die Gegenbewegung nimmt weltweit Fahrt auf, vor allem in den USA werden dahinter gezielte Kampagnen vermutet, lanciert von Think Tanks der Energiewirtschaft und anderen Interessensvertretungen. In Europa lässt sich das noch nicht gut mit Studien belegen, allerdings nimmt die Hetze gegen die Wissenschaft und den Wissenschaftsjournalismus spürbar zu. Die Medien, die diese Entwicklung befeuern, ähneln jenen der Corona-Leugner. Auch die Erzählungen ähneln sich. Wer profitiert? Was macht das mit der öffentlichen Debatte? #doublecheck hat betroffene Wissenschafterinnen und Journalisten befragt. 25:00
07.07 Die letzte Ausgabe ist gedruckt. Papier war gestern. Seit 1. Juli gibt es die "Wiener Zeitung" nun im Netz. Dort nennt sie sich lieber "WZ" und ist auch sonst nicht wiederzuerkennen. Das wirft Fragen auf, denen #doublecheck nachgeht - auch was die neue Journalistenausbildung betrifft, die nicht nur von den Mitbewerbern auf diesem Sektor argwöhnisch betrachtet wird. Den Aufbruch ins Digitale kann jetzt auch der ORF vollenden, die entsprechende Gesetzesänderung wurde diese Woche beschlossen. Das Ziel ist, auch Skeptiker für den öffentlich-rechtlichen Anbieter zu gewinnen. Die Frage ist wie. Statt lange Analysen und Artikel, die vor allem einer älteren Leserschaft der "Wiener Zeitung" gefallen haben, findet man in der "WZ" jetzt kurze Geschichten, die ganz auf die Jungen ausgerichtet sind, mit Videos und Podcasts. Hintergründig, nicht tagesaktuell. Inhaltlich gibt es Stories über den Sneaker-Hype statt die große Putin-Analyse. Viele Leistungen sind zugekauft, etwa vom Onlineverlag "Hashtag". Kann das Re-Branding gelingen? Wie will man mit einer deutlichen geschrumpften Redaktion die Qualität aufrechterhalten? Wer garantiert die redaktionelle Unabhängigkeit? Die neuen Medienmacher schöpfen jedenfalls aus dem Vollen, Geld vom Bund für dieses Projekt ist reichlich vorhanden. Sie können nun digital umsetzen, wovon viele Zeitungsverlage träumen. Journalistenschule unter Verdacht Eine staatliche Journalistenausbildung, an deren Spitze der Bundeskanzler steht, finanziert mit sechs Steuermillionen im Jahr - die Kritik am Trainee-Programm der "Wiener Zeitung" ist massiv. Mit an Bord als Kooperationspartner sind unter anderem die renommierte Rechercheplattform "Dossier" und das Nachrichtenmagazin "profil". Sie lassen den journalistischen Nachwuchs in den Redaktionen schnuppern und geben Workshops - den Vorwurf, deshalb als Feigenblatt für ein fragwürdiges Konstrukt zu dienen und von gratis Arbeitskräften zu profitieren, weisen beide gegenüber #doublecheck zurück. Aber wie will die "Wiener Zeitung" die Unabhängigkeit der Ausbildung garantieren - und was sagen die Trainees zu dem Konflikt, der auf ihrem Rücken ausgetragen wird? Ein ORF, jetzt aber wirklich für alle Der Nationalrat hat diese Woche die Novelle zum ORF-Gesetz beschlossen, die die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach den Vorgaben der Verfassungsrichter nachhaltig absichert. Gleichzeitig gibt das neue Gesetz dem ORF mehr Spielraum für Angebote im Netz. Damit will das Unternehmen die junge Zielgruppe besser ansprechen, aber auch auf Gegner und Kritikerinnen zugehen. Mit neuen Formaten und vertrauensbildenden Maßnahmen in den Redaktionen. "Reflexiver Journalismus" ist das Schlagwort, es soll Quality-Checks und eine Hinweisgeber-Plattform auch für Verstöße gegen interne Verhaltensregeln geben. Werden jetzt neue Saiten aufgezogen? Antworten dazu kommen von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann im #doublecheck-Interview. Der Fall Miklautz: Ein Justizübergriff und die Folgen Seit Jahren deckt der freie Journalist Franz Miklautz Missstände in Kärnten auf. Vor rund drei Wochen steht auf einmal das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung vor seiner Tür. Sie beschlagnahmen Handy und Laptop und werfen dem Journalisten Beitragstäterschaft zum Amtsmissbrauch vor. #doublecheck hat mit Miklautz über die Folgen der Causa gesprochen. 24:56
01.09 Dreißig Sekunden Fehlerkultur in der "Zeit im Bild" vor Millionenpublikum: In einem Beitrag von Christian Wehrschütz über Korruptionsbekämpfung in der Ukraine waren Video-Sequenzen zu sehen, die russische Propaganda enthielten und nicht das zeigten, was im Text behauptet wurde. Faktenchecker haben das aufgedeckt, und der ORF hat es nach einer Überprüfung richtiggestellt. Ein wichtiger Schritt, der aber vielen - auch im eigenen Haus - zu wenig weit geht. Die Affäre holt den Kriegsberichterstatter Wehrschütz vor den Vorhang und in den Applaus mischen sich viele Buh-Rufe. Nachrichten über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gehören seit eineinhalb Jahren zu unserem Alltag, doch die Unterstützung für Kiew nimmt spürbar ab. Russische Desinformation und vom Kreml gesteuerte Narrative tragen dazu bei, die Solidarität des Westens zu untergraben und in Österreich fällt die Propaganda auf besonders fruchtbaren Boden, wissen Expertinnen und Experten. Welche russland-freundlichen Erzählungen halten sich hartnäckig und wer verbreitet diese? Social-Media-Expertin Ingrid Brodnig nennt die ÖVP-nahe Website "Exxpress", die sich durch meinungsstarke Berichterstattung womöglich einen "Klickvorteil" erhoffe. Faktencheck unter Sirenengeheul Die zentrale Frage ist: Wie gehen Journalistinnen und Journalisten, die aus der und über die Ukraine berichten, mit dieser Propagandamaschinerie um? Die Gefahr einer "False Balance" ist groß, nämlich dass das Bemühen um Objektivität missverstanden wird. Natürlich müsse man auch kritisch über die Regierung in Kiew und Präsident Wolodymyr Selenskyj berichten, sagt Vassili Golod im #doublecheck-Interview. Er berichtet für die ARD aus der Ukraine und meint so wie andere Korrespondentinnen und Korrespondenten, dass man nicht verschleiern dürfe, wer in diesem Krieg der Aggressor ist. Unser Mann in Kiew und am Balkan Auslöser für eine heftige und zum Teil sehr emotionale Diskussion über den Umgang der Medien mit russischer Propaganda war ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz, der seit Kriegsbeginn nicht nur aus der Ukraine, sondern auch immer wieder vom Balkan berichtet hat und berichtet. Wehrschütz polarisiert - ein Fehler in einem Beitrag und er steht im Kreuzfeuer auch überzogener Kritik. Der Boulevard und höchste Regierungsstellen erklären ihn erst recht zum Helden. Hinter diesen Schaukämpfen tun sich Fragen auf: Mutet er sich oder der ORF ihm zu viel zu? Wie kann einer allein eine solche Aufgabe bewältigen? Und wären gerade für eine so zentrale Korrespondenten-Stelle nicht verschiedene Blickwinkel wichtig? #doublecheck hat versucht, Antworten darauf zu bekommen. 24:57
06.10 Wo immer FPÖ-Chef Herbert Kickl auftritt, darf die Kritik an den Eliten nicht fehlen. Die politische Konkurrenz und die Medien, die säßen in einem Boot. Unangenehme Wahrheiten, die andere schlicht Verschwörungserzählungen nennen, würden der Öffentlichkeit verschwiegen, sagt Kickl - und erntet dafür bei seinen Anhängern viel Applaus und gute Umfragewerte. Journalistische Formate boykottiert der FPÖ-Obmann neuerdings, er schwadroniert lieber auf dem parteieigenen YouTube-Kanal und stellt Videos von sich ins Netz. Die Vertrauenskrise, in der die klassischen Medien stecken, ist das freiheitliche Kapital. Den Medienhäusern ist das bewusst, sie kämpfen an zwei Fronten: Wirtschaftlich stehen viele Verlage mit dem Rücken zur Wand, der Zeitungsverband hat sogar den Journalisten-Kollektivvertrag gekündigt, um künftige Kosten zu senken. Mit Jahresende wird es wieder zwei Print-Tageszeitungen in Österreich weniger geben. Inhaltlich vertrauen immer mehr Menschen auf Social-Media-Kanäle wie Telegram und YouTube, wo sie vermeintlich ungefilterte und unzensurierte Informationen abholen, die zwischen Fake News und Propaganda angesiedelt sind. Wie sollen die journalistischen Medien darauf reagieren? Darüber wird auf verschiedenen Bühnen diskutiert und viel nachgedacht. Noch scheint die Ratlosigkeit zu überwiegen, was denn zu tun sei. #doublecheck auf Spurensuche. Kanzlermenü als Wahlkampf-Futter Kurz nachdem Bundeskanzler Karl Nehammer von der ÖVP seine Herbstkampagne "Glaub an Österreich" präsentiert und sich im Glanz des Nachkriegskanzlers Leopold Figl sonnen will, platzt die Bombe auf Social Media. Auf der Plattform X, vormals Twitter, ist Nehammer in einem Video-Mitschnitt bei einer Veranstaltung mit Parteifreunden zu sehen, wo er sagt, wer seinen Kindern kein warmes Essen machen könne, könne ja auch zu McDonald's gehen und einen Burger kaufen. Nach seinem Sager über Alkohol und Psychopharmaka der nächste Fettnapf im Netz. Memes und Parodien entstehen auf TikTok, Instagram, Facebook und X - und erreichen blitzschnell ein Millionenpublikum. McNehammer könnte sogar im Wahlkampf eine Rolle spielen, meinen Medien- und Politikexperten. MeToo-Recherchen in rauem Wind Berichte über Machtmissbrauch und sexuelle Übergriffe haben den Sommer dominiert - seien es Vorwürfe in der Techno-Szene, gegen den spanischen Fußballverbands-Chef Luis Rubiales oder gegen den berühmtesten Rockstar Deutschlands, Till Lindemann. Die Debatte über MeToo-Recherchen verläuft dabei zusehends polarisiert; für die einen gehen die "Mainstream-Medien" zu weit und blasen private Kleinigkeiten auf, andere beharren darauf, den Frauen, die ihr Schweigen brechen, Glauben zu schenken. Für Journalistinnen sind die Recherchen heikel, auch juristisch. Nicht nur der ORF hat für Rammstein-Berichterstattung eine einstweilige Verfügung kassiert. #doublecheck hat nachgefragt, warum die Journalistin, die den Fall recherchiert hat, trotzdem nicht von einer Niederlage sprechen will. 24:57
03.11 Seit die Hamas israelische Zivilisten massakriert und Familien in ihren Häusern brutal ermordet und zum Teil verschleppt hat, ticken die Medienwelten anders. Auch auf den Social Media Kanälen und in den Redaktionen ist gerade nichts mehr so, wie es vor dem 7. Oktober war. #doublecheck mit einer Bestandsaufnahme und einer Annäherung an die Frage: Wie berichtet man über einen vielschichtigen Konflikt in Zeiten größter Emotion? Die Empfehlung der Social Media-Expertin Ingrid Brodnig: Schränken Sie die Verweildauer auf den Internetplattformen deutlich ein. Was dort an Falschinformationen und verstörendem Videomaterial kursiert, sei für den Einzelnen praktisch nicht mehr einordenbar. Der Algorithmus etwa von TikTok lernt sehr schnell. Was man sich in diesem Konflikt länger und öfter anschaut, wird verstärkt. Verifizierte Accounts auf X (vormals Twitter) von Elon Musk betreiben Terrorpropaganda für die Hamas. Die Nachrichtenagenturen und mit ihnen die online oft nicht sattelfesten klassischen Medien sind in diesem Setting Getriebene. #doublecheck hat darüber unter anderem mit der neuen Chefredakteurin der Austria Presse Agentur, Maria Scholl, gesprochen. Ein Korrespondent unter Beschuss Als Leitmedium steht der ORF mit der Nahost-Berichterstattung besonders im Fokus. Jeder von der bedingungslosen Unterstützung Israels im Krieg gegen die Hamas abweichende Halbsatz wird dem öffentlich-rechtlichen Sender als anti-israelische oder pro-palästinensische Agitation ausgelegt. Die Kritik am ORF kommt diesmal nicht nur von rechts, sondern sehr breit auch von links. Und viel davon kriegt Karim El-Gawhary ab, der für den ORF seit Jahren kompetent aus dem arabischen Raum berichtet und dort persönlich auch Wurzeln hat. Wie geht er mit den täglichen Shitstorms um, die er aushalten muss, weil er das Leid der Zivilisten auf palästinensischer Seite nicht verschweigen will? #doublecheck hat Karim El-Gawhary dazu befragt und mit den Korrespondentenkollegen in Israel gesprochen, die das Grauen der Hamas von der israelischen Kriegs-PR schonungslos aufbereitet bekommen. Der Wunderwuzzi aus dem Westen Während der Nahe Osten brennt und der Abnützungskrieg der Russen gegen die Ukraine unvermindert weitergeht und all das die Berichterstattung vor große Herausforderungen stellt, sind viele Redaktionen im Umbau. Am spektakulärsten ist wohl der Wechsel in der Chefredaktion samt einem großen Sparpaket beim "Standard". Gerold Riedmann kommt mit 1. April 2024 von den "Vorarlberger Nachrichten" und soll die von Oscar Bronner vor 35 Jahren gegründete Tageszeitung jetzt aber wirklich zukunftsfit machen. Vorher wird aber noch beim Personal gespart, 25 Kündigungen sind angemeldet, eine Notbremsung zur richtigen Zeit, wie Insider sagen. #doublecheck hat mit "Standard"-Geschäftsführer Alexander Mitteräcker darüber gesprochen, was das für die Zeitung als Qualitätsblatt bedeutet und in welche Richtung der neue Chefredakteur das Schiff steuern soll. 26:01
01.12 Öffentlich-rechtlich auf Bewährung. Für den ORF markiert der Jahreswechsel auch eine Zeitenwende. Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nach einem Spruch der Verfassungsrichter auf eine Haushaltsabgabe umgestellt worden. Alle müssen den ORF-Beitrag ab Jänner 2024 zahlen und dafür soll es auch ein Programm für wirklich alle geben - online und on air. #doublecheck hat nachgefragt, welche neuen Angebote kommen, wie transparent der ORF jetzt wird und wie groß die Reform der Gremien ausfallen könnte, die das Höchstgericht ebenfalls erzwungen hat. Der neue ORF-Beitrag macht 15,30 Euro im Monat aus, das ist deutlich weniger als die bisherige GIS-Gebühr, die mit anderen Gebühren gekoppelt war und 22,45 Euro monatlich betragen hat. Der Unterschied: von der GIS konnte man sich abmelden, das geht jetzt nicht mehr und hat naturgemäß viele Kritiker auf den Plan gerufen. Der ORF muss dem laut Gesetz mit mehr Transparenz Rechnung tragen, das betrifft hohe Gehälter und Nebenbeschäftigungen - aber auch die Verwendung der Beitragseinnahmen muss besser als bisher offengelegt werden. Zu mehr Unabhängigkeit bei der Bestellung der Mitglieder von Stiftungsrat und Publikumsrat, wie sie jetzt noch lauter gefordert wird als zuvor, hat sich die Koalition nicht durchringen können. Nach dem jüngsten Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs kommt sie - oder die nächste Regierung - nicht mehr daran vorbei. Ein "Fight Club" kommt selten allein Mehr Programm, mehr Bürgerbeteiligung, mehr Onlineangebot: so will der ORF auch Skeptikerinnen und Skeptiker überzeugen und die Haushaltsgabe für alle rechtfertigen. Für 2024 sind zahlreiche neue Formate angekündigt, im "Fight Club" etwa versuchen ab dem Frühjahr zwei Personen, in einer Art "verbalem Boxkampf" das Publikum von ihren Ansichten zu überzeugen. Die neue Plattform "ORF On" wird mit 1. Jänner die TVthek ablösen, sie soll zu einem Streaming-Dienst werden. Viele Sendungen, Filme und Serien sind dann deutlich länger als die bisherigen sieben Tage abrufbar. Auf der Blauen Seite - also news.orf.at - wird es mehr Audio und mehr Videos geben, auch eigens für das Internet produzierte Formate sind gesetzlich erlaubt. Die Herausforderung ist, klassische Userinnen und User, die die erfolgreiche, bisher mehr textorientierte Seite sehr schätzen, nicht abzuschrecken. Wie ORF-Medien zusammenwachsen Mit 1. Dezember bekommt der seit eineinhalb Jahren provisorisch geführte multimediale ORF-Newsroom eine neu bestellte Chefredaktion. Eine Chefredakteurin und zwei Chefredakteure werden für die Sendungen wie ZIB und Ö1-Journale, für die Fachressorts und für die Kurznachrichten sowie Online zuständig sein. Sie und ihre Stellvertreterinnen und Stellvertreter müssen mit dem Vorwurf leben, dass die Besetzung im Vorhinein ausgemacht gewesen sei. Doch von der fast 400 Personen umfassenden Redaktion haben sie einen Vertrauensvorschuss bekommen. Jetzt wird es darum gehen, Multimedialität zu leben. Das gilt auch für die großen Ö1-Hauptabteilungen Wissenschaft und Kultur, die mit den entsprechenden Einheiten des Fernsehens zusammengelegt werden. Bei allen Synergien sehen manche darin eine Bedrohung der Eigenständigkeit des sehr erfolgreichen Kultur- und Informationssenders Ö1. 24:54

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