Rundfunk in Österreich 1924 - 1938


1924-1938 - Österreich entdeckt das Radio

1924-1938 -  Österreich entdeckt das RadiozoomDie neue Technik der drahtlosen Übertragung wurde ausgiebig genützt. Am 23. April 1925 gab es die erste drahtlose Fernreportage aus London. Doch die Sendetechnik genügte den Ansprüchen bald nicht mehr. Am Rosenhügel, einer Erhebung unweit des Schlosses Schönbrunn und des heutigen ORF-Zentrums, wurde noch 1925 mit dem Bau eines Großsenders begonnen, der über 3 je 85 m hohe Sendemasten mit 7 kW am 30. Jänner 1926 den Betrieb auf 590 kHz aufnahm. Bereits im Sommer 1927 wurde mit dem Umbau zur Verdoppelung der Sendeleistung begonnen.
Am 8. Mai 1928 nahm die erweiterte Anlage den Betrieb auf. Der nicht mehr benötigte 7 kW-Sender wurde nach Graz verbracht und nahm in St. Peter am 17. Juni 1929 den Betrieb auf.
Da eine gute Antenne für optimalen Empfang wichtig war, gab es oft Schwierigkeiten. Im Juni 1926 entschied der Oberste Gerichtshof, dass jeder Rundfunkteilnehmer das Recht auf Errichtung einer ordentlichen Antenne hätte.
1926 übersiedelte die RAVAG aus dem behelfsmäßigen Studio im Heeresministerium in die Johannesgasse, wo das erste Funkhaus entstand. 1935 wurde mit dem Bau des heutigen Funkhauses in der Argentinier Straße begonnen. Die RAVAG war inzwischen zu einem der größten Steuerträger Österreichs geworden.
Im Herbst 1926 gab es in Genf eine Konferenz zur Zuteilung von Frequenzen, da sich viele Sender bereits gegenseitig störten. Dieser Plan trat am 1. Jänner 1929 in Kraft und schränkte die Nutzung der Frequenzen für Rundfunkzwecke stark ein. Man musste sich daher im Juni 1929 wieder in Prag treffen, um die daraus resultierenden Probleme zu beseitigen. Der Sender Wien-Rosenhügel änderte die Frequenz geringfügig von 590 kHz auf 580 kHz.
Zwischen 1926 und Sommer 1930 wurde auch versuchsweise ein Bildfunk gesendet. Dieser musste aber mangels Zuspruch eingestellt werden. 1929 wurde auch mit der versuchsweisen Ausstrahlung von Kurzwellensendungen begonnen (mit 40 Watt vom Rosenhügel).
Im Frühjahr 1928 wurde das Fernkabel Wien-Linz-Salzburg-Innsbruck fertig gestellt, womit die qualitativ einwandfreie Programmversorgung der neuen Sender in den Landeshauptstädten gewährleistet war. Schon mit Beginn 1927 konnten in Klagenfurt und Innsbruck Sender in Betrieb genommen werden, Linz folgte im Juni 1928 und Salzburg im Dezember 1930. Nur Vorarlberg musste noch bis 1934 auf einen eigenen Sender warten. Der Hauptgrund war neben dem Umstand, dass das Fernkabel aus Wien erst bis zum Bodensee verlängert werden musste, dass erst ab diesem Zeitpunkt eine höhere Sendeleistung verfügbar war, was für das Rheintal in Vorarlberg unabdingbar war.
Am 28. Mai 1933 nahm der Großsender Wien-Bisamberg mit 100 kW Sendeleistung den Betrieb auf. Die außer Betrieb gesetzte Anlage am Rosenhügel diente zur Erneuerung bzw. Verstärkung des Senders in Linz (Eröffnung 26. Juni 1936).
Der Bisamberg-Sender hatte zuerst nur einen 130 m hohen Sendemast. Nicht einmal ein Jahr später wurde jedoch 110 m östlich ein ebenso hoher Reflektormast aufgestellt, da durch die Randlage Wiens die Verteilung der Sendeenergie ungünstig war. Das Prinzip einer Richtantenne mittels Reflektormast wurde hier erstmals in Europa angewandt.
Die beiden Sendemasten wurden so gebaut, dass eine Verlängerung bis 150 m problemlos möglich war, wenn es in Folge einer Frequenzänderung notwendig gewesen wäre. Der Sender Wien hatte jedoch das Glück, im Lauf seiner gesamten Geschichte immer die gleiche Frequenz benützen zu können. Nur durch Veränderungen im Kanalraster waren geringfügige Anpassungen notwendig. Die Schwankungsbreite betrug nur 566 bis 592 kHz.
Österreich verfügte seit 1929 über 2 Hauptwellen, die mit höherer Sendeleistung betrieben werden konnten. Die übrigen Sender mussten sich die Frequenz mit anderen Sendern teilen und durften vorerst nur eine Leistung von 500 Watt haben. Die Reichweite dieser Sender war auf etwa 10 km beschränkt, was die Standortsuche z.B. in Linz, aber vor allem in Vorarlberg erschwerte. Auch an den übrigen Standorten der schwachen Sender kamen zahlreiche Beschwerden wegen des schwachen Empfangs und der Störanfälligkeit des Signals.
Mit Inkrafttreten des Luzerner Wellenplanes 1934 erhielt Österreich eine dritte Hauptwelle (1294 kHz), die mit den Sendern Klagenfurt und Dornbirn belegt wurde, während der verstärkte Sender Linz gemeinsam mit Graz die 2. Hauptwelle (886 kHz) belegte. Die erste Hauptwelle (von Wien-Bisamberg) wurde geringfügig von 580 kHz auf 592 kHz geändert. Außerdem durften die Nebenwellensender jetzt mit einer höheren Leistung betrieben werden.
Die Topografie von Österreich (zwei Drittel Gebirge) und die meist schlechte Bodenleitfähigkeit machten die Rundfunkversorgung des Landes auf Mittelwelle zu einem permanenten Problem. Meist waren die zugeteilten Frequenzen zu hoch (dadurch geringere Reichweite der Bodenwelle) und die Sendeleistungen zu gering.



Download [1.1 MB]"Der Tag" blickt hinter die Kulissen des Hörspiels bei Radio Wien, 29. November 1925 [PDF , 1.1 MB]
Der neue Telefunken-Sender im Dachgeschoss des ehem. Kriegsministeriums am...

Wien-Stubenring

Der neue Telefunken-Sender im Dachgeschoss des ehem. Kriegsministeriums am Stubenring in...

..hat eine Hochantenne. Schlager zur Geburtsstunde des Radios.

Die schöne Adrienne

..hat eine Hochantenne. Schlager zur Geburtsstunde des Radios.

Die drei Sendemasten vom Rosenhügel

Das RAVAG-Logo

Die drei Sendemasten vom Rosenhügel

Quelle: 'Radio Wien', 1924

Studio, 1924

Quelle: "Radio Wien", 1924

Quelle: 'Radio Wien' 1924

Maschinenraum, 1924

Quelle: "Radio Wien" 1924

Der erste Titelkopf

Die Programmzeitschrift

Der erste Titelkopf

Zweiter Titelkopf, ab Mai 1925. Gestaltung: Feri Schwarz, ein vorwiegend als...

Die Programmzeitschrift

Zweiter Titelkopf, ab Mai 1925. Gestaltung: Feri Schwarz, ein vorwiegend als Aquarellist...

Gesamtansicht (ein Mast)

Wien-Bisamberg

Gesamtansicht (ein Mast)

Gesamtansicht (beide Masten)

Wien-Bisamberg

Gesamtansicht (beide Masten)

Maschinenraum mit den Dieselgeneratoren 2 x 500 PS und 1 x 400 PS

Wien-Bisamberg

Maschinenraum mit den Dieselgeneratoren 2 x 500 PS und 1 x 400 PS

Der Senderraum mit den Verstärkerstufen 3-7 und dem Zwischenkreis

Wien-Bisamberg

Der Senderraum mit den Verstärkerstufen 3-7 und dem Zwischenkreis

Oskar Czeija, Generaldirektor

Die Pioniere 1924

Oskar Czeija, Generaldirektor

Prof. Dr. Gustav Schwaiger, Technischer Direktor

Die Pioniere 1924

Prof. Dr. Gustav Schwaiger, Technischer Direktor

Erich Kunsti, Verwaltung

Die Pioniere 1924

Erich Kunsti, Verwaltung

Otto Redlich-Redensbruck, Programmchef

Die Pioniere 1924

Otto Redlich-Redensbruck, Programmchef

Dr. Leopold Richtera, Wissenschaft (*23.9.1887 - †30.4.1930)

Die Pioniere 1924

Dr. Leopold Richtera, Wissenschaft (*23.9.1887 - †30.4.1930)

Dr. Hans Nüchtern, Literatur

Die Pioniere 1924

Dr. Hans Nüchtern, Literatur

Max Ast, Musik

Die Pioniere 1924

Max Ast, Musik

Dr. Karl Bayer, Direktion Wien

Die Pioniere 1924

Dr. Karl Bayer, Direktion Wien

Hans Sobotka, Direktion Wien

Die Pioniere 1924

Hans Sobotka, Direktion Wien

Personal Wien 1924

Franz Huber, Direktor Nebensender Graz

Die Pioniere 1924

Franz Huber, Direktor Nebensender Graz

Dr. Bubik, Nebensender Graz

Die Pioniere 1924

Dr. Bubik, Nebensender Graz

Personal Graz 1924

Landeshauptmann Prof. Dr. Anton Rintelen

Präsident 1924

Landeshauptmann Prof. Dr. Anton Rintelen

Konstituierende Generalversammlung der Österreichischen Radio-Verkehrs-A.Gzoom

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'Kikeriki' - 4. Oktober ...

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