Amateurfunkgeschichte Deutschland, Folgen 64-67


(64) Der Verband der Funkamateure der Deutschen Bundespost - VFDB (1) 1945-1965

(64) Der Verband der Funkamateure der Deutschen Bundespost - VFDB (1) 1945-1965Zu Zeiten des DASD war „die Post“ eher Widerpart als Bündnispartner. In den bisherigen Folgen wurde über die Pflege des gegenseitigen Misstrauens und allenfalls sachdienlichen Nebeneinanders berichtet. Auch nach Kriegsende war der Zielkonflikt zwischen den Funkamateuren und den für sie zuständigen Behörden im geteilten Deutschland keineswegs ausgeräumt; aber der Neuanfang war immerhin vielversprechend.
Nach 1945 fanden sich einige Funkinteressierte und vorherige Funkamateure im Amt für Funkwesen des Zweimächtekontrollrates der Militärgouverneure der Bi-Zone und in der Hauptverwaltung für das Post- und Fernmeldewesen (HVPF) in Frankfurt/Main. Sie bemühten sich, die Bestrebungen der Funkamateure zu unterstützen, die im besetzten Deutschland vier erste Organisationsstrukturen geschaffen hatten, die sich später zum DARC vereinen sollten. Auch Alfred Schädlich, später DL1XJ und langjähriger 2. Vorsitzender des VFDB, war damals in der HVPF beschäftigt. So nahmen die von der HVPF offiziell entstanden Herren Pressler und Johannes (Hans) Erbe, später DL6QB, an der Kurzwellentagung der vier Funkverbände am 7. und 8. Juni 1947 in Stuttgart teil. Hans Erbe war auch maßgeblich an den schon 1947 begonnenen Verhandlungen für das Amateurfunkgesetz beteiligt. Das Gesetz trat dann erst am 14.3.1949 nach der bekannten Backstein-Aktion der Funkamateure, aber immer noch vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland in Kraft.
Zur gleichen Zeit baute Dr.-Ing. Karl Herz das Fernmeldetechnische Zentralamt (FTZ) in Darmstadt als Nachfolgeorganisation für das Reichspostzentralamt (RPZ) auf. Er holte dazu viele Fachleute des Funks und damit auch Amateurfunkinteressierte in das FTZ, so Willi Menzel, später DL1UR, und Walter Plage, später DL1UM, aus der Funkwetterdienststelle in Bredeneck in Schleswig-Holstein. Menzel hatte sehr guten Kontakt zu Werner Slawyk, später DL1XF, der von den Besatzungsmächten als Leiter der Küstenfunkstelle Norddeich Radio eingesetzt worden war.

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1951-1956: Schwerer Anfang, erste Erfolge

1951-1956: Schwerer Anfang, erste ErfolgezoomNach der Gründung des Verbandes ging die Arbeit los. Das Amtsgericht in Darmstadt forderte eine Änderung der Satzung.[3] Am 17. Februar 1950 wurde der Verband in das Vereinsregister des Amtsgericht Darmstadt eingetragen. Dass von Anfang an enge Kooperation geplant war, belegt der Beschluss, ebenfalls die CQ, die gemeinsame Zeitschrift der Funkverbände, als Mitgliederzeitschrift zu übernehmen. (Werner Slawyk erreichte, dass ab 1951 fünfhundert Exemplare als Dienststücke für den VFDB aus Mitteln des BPM beschafft wurden.) Am 27. April 1950 erschien das erste Rundschreiben des Gesamtvorstandes, verfasst von Willi Menzel. Es wurde angekündigt, dass ausgemustertes Nachrichtengerät kostenlos überlassen werde und man eine besondere Förderungsverfügung ausverhandeln wolle. Werner Slawyk gab jeden Sonntag auf 80m in Telefonie Neuigkeiten in einem VFDB-Rundspruch bekannt. Am 14. Juni 1950 fand eine Besprechung des Vorstands mit Karl Herz, dem Präsidenten des FTZ, statt. Man erzielte Einvernehmen über die wahrscheinlich zu realisierenden Vorschläge für eine Förderungsverfügung des BPM.

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(65) Der Verband der Funkamateure der Deutschen Bundespost - VFDB (2) 1965-2008

(65) Der Verband der Funkamateure der Deutschen Bundespost - VFDB (2) 1965-2008zoomDas Jahr 1965 bringt den Höhepunkt und zugleich die Überwindung der personellen Krise. Am 2. Mai tritt per Briefwahl ein neuer kommissarischer Hauptvorstand an: mit Dipl.-Ing. Fritz Harder, DL3FH, als Vorsitzenden und Alfred Schädlich, DL1XJ, als dessen Stellvertreter. Geschäftsführer wird Heinz Müller, DL9YS, Kassenwart Karl Sonntag, DL9YS, und QSL-Vermittler Alfred Apel, DJ2AV. Gewählt wird, zur Sicherheit, „auf Zeit“. Das Rundschreiben mit dem Ergebnis geht erst im November an die Bezirksverbände. Der Vorstand nutzt die Weihnachtsfeier der Verwaltung für den offiziellen Antrittsbesuch.
Vorübergehend gibt es VFDB-Mitteilungen im DL-QTC, sie werden aber mangels Mitarbeit 1958 eingestellt.[1] Die „DARC-Raute“ wird mit den Buchstaben VFDB als Vereinslogo eingeführt. Die Aktivität in den Bezirken und Verbänden steht und fällt naturgemäß mit dem Einsatz der Funktionäre. Von allem Anfang an tut sich Hamburg hervor, wo man z.B. beim 3. HAM-Fest, 1957, bereits 120 Teilnehmer begrüßt. Die Verbandsarbeit erfolgt weitgehend dezentral, jeder Bezirksvorstand legt den Mitgliedsbeitrag selbst fest und führt seinen eigenen Haushalt.

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zoomWiedervereinigung, Neuorientierung, Neustrukturierung
Für Funkamateure in der DDR gibt es kein Pendant zum VFDB. Die wenigen am Funk interessierten Mitarbeiter der Deutschen Post geben sich im Dienst lieber nicht zu erkennen. Es ist anfangs nicht einfach, Kollegen aus den „neuen Bundesländern“ ausfindig zu machen – mit einer Ausnahme: Am 12. Januar 1991 erhält eine Gruppe um Rolf Kranhold, später DL1AZI, in Erfurt den DOK Z83. Aus dem BV Erfurt wird der BV Thüringen mit den weiteren OVs Gera, Z88, und Suhl, Z90. Der zweite Bezirksverband entsteht am 22. Juni 1991 mit Z85 in Magdeburg. Die Berliner schließen sich zunächst dem bestehenden BV an, „übersiedeln“ aber am 2. November 1991 am 2. November 1991 in den neuen BV Berlin-Brandenburg. Frankfurt/Oder folgt mit Z86. Erst 1993 organisiert man sich provisorisch in Mecklenburg-Vorpommern und gestaltet, mit einigen geografischen Kunstgriffen, schließlich am 3. August 1996 den BV Nordost mit den Ortsverbänden Z24 Winsen/Luhe, Z87 Schwerin und Z89 Rostock. Auch in Sachsen tut man sich schwer. Die Betreuung erfolgt zunächst aus der Ferne durch den OV Darmstadt, Z21, bis am 23. September 1995 endlich der BV Sachsen mit dem OV Collmerberg, Z91, entsteht.

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(66) Sie alle tragen bei zum Erfolg

(66) Sie alle tragen bei zum ErfolgzoomJede der hier kurz vorgestellten Initiativen verdiente eine umfassende Darstellung, die allerdings den Rahmen dieser Reihe sprengen würde. Die folgende Aufzählung enthält großteils veröffentlichte Selbstdarstellungen, erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern will bloß typische Beispiele zeigen, wie – oft über Jahrzehnte hinweg – engagierte Amateure lokale, regionale und nationale Aktivitäten setzen. Stets erfolgt die Intialzündung durch eine besonders engagierte Person oder Gruppe. Dem Enthusiasmus des Beginns folgen die „Mühen der Ebene“, und nicht immer gelingt es, die Stafette weiter zu reichen. Umso erstaunlicher ist, wie viele – und oft international renommierte – Aktivitäten allen personellen, finanziellen und sonstigen Engpässen zum Trotz die Faszination und Bandbreite des Amateurfunks präsentieren. - Wir stellen vor: Förderverein Amateurfunkmuseum e.V. (AFM) - Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.v. (AATis) - Deutsch-Niederländische Amateurfunker-Tage (DNAT) (Foto: Flohmarkt 2008) - Bayerischer Bergtag (BBT) - Interradio Hannover (IR) - Marinefunker-Runde e.V. (MF-Runde)

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(67) Abschluss: Rückblick und Fazit

Mit diesem Beitrag bringen wir die „Kleine deutsche Amateurfunkgeschichte“ zu einem vorläufigen Ende, wenngleich nicht zum Abschluss. Dass diese Beiträge nicht im Kluborgan des DARC erschienen sind und auch der Förderung des Verbandes entbehren, soll nicht zu voreiligen Schlüssen führen, sondern ist bloß Folge einer redaktionellen Entscheidung: Die Gestalter der cqDL lehnten den Vorschlag einer historischen Serie ab, den Leo Jung, DH4IAB, ihnen unterbreitet hatte. Die Redaktion des FT hingegen griff die Anregung auf, und nach dem vorzeitigen Tod von Leo Jung setzte das Dokumentationsarchiv Funk in Wien die Arbeit ab Folge 15 fort – mit allmählich verschobenen Akzenten, was dem Zugriff auf eine wesentlich umfassendere Quellenfülle zu verdanken ist als sie dem höchst verdienstvollen Autor Leo Jung zur Verfügung stand. (Daher wird nach geziemendem Respektabstand die von DH4IAB geschilderte Frühzeit des Amateurfunks in Deutschland nach aktuellem Forschungsstand neu zu fassen sein.)

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