03 -Radiokllubs, Keimzellen des Amateurfunks


Dieser Abschnitt wird gefördert durch Zuwendungen von:Karl-Heinz Holzberger, DC5WW, Materialspende Nachlass Gerhard Strößner DJ2VN (Radio-Verein Coburg) / Eckart Viehl, DJ3JD, Materialspende Nachlass (Deutscher Radio-Klub Braunschweig)
Für die anderen Teile dieses Abschnitts fehlt noch die Förderung



SPOT - Amateurfunk-Inseln in den Funkverbänden



zoomViele kleine und mittlere Funkvereine schließen sich den großen an, die über eine offizielle postalische Genehmigung zur Abnahme der "Lizenzprüfung" für die Audion-Versuchsgenehmigung verfügen - so tritt etwa etwa der Radio-Verein Coburg dem Süddeutschen Radio-Klub bei, der Klub in Braunschweig dem Deutschen Radio-Klub. Diese drei stellen wir hier als typische Beispiele vor.
Mit der Freigabe des allgemeinen Rundfunkempfangs und dem immer umfangreicheren Angebot der Industrie verlieren die Klubs rapide an Bedeutung - und Mitgliedern. Das Funk-Kartell wandelt sich zum Deutschen Funktechnischen Verband, FTV. Für die wenigen in alle Vereine versprengten (Amateur-)Funkamateure, die es trotz aller Restriktionen zu einer Sendegenehmigung geschafft habenn, bietet sich hier eine Plattform an.



Download [5.74 MB]Satzung Süddeutscher Radio-Klub e.V. [PDF , 5.74 MB]

03A Erster deutscher Radioklub: Der Radio-Verein e.V. Coburg

Erinnerungen von Rudolf. F. Staritz, DL 3 CS

03A Erster deutscher Radioklub: Der Radio-Verein e.V. Coburgzoom011919, kurz nach Ende des 1. Weltkriegs kommt es zur Gründung der ersten deutschen Radio-Klubs. dem Radio-Verein in Koburg (damalige Schreibweise),
Ab 1920 werden unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Ing. Alfred Riechers Radioapparate gebaut und Empfangs- und Sendeeinrichtungen vorgeführt. Höhepunkt ist die "Große Coburger Funk-Schau" 1923. In diesem Jahr wird der Radio-Verein e.V. Coburg. Studiengesellschaft für Elektrotechnik und Funkentelegraphie in das Vereinsregister eingetragen. Mit dem Ausbau der Reichsverwaltungen - Coburg ist inzwischen von Thüringen zu Bayern gekommen -, der typisch deutschen Reglementierungssucht und der staatlichen Bedenken wird die private Betätigung erschwert. Man verfolgt eine restriktive Genehmigungs- und Anerkennungspolitik gegenüber den experimentell tätigen Funkamateuren. Nacheinander beantragt der Radio-Verein Coburg beim zuständigen Telegraphenamt Coburg am 4.1.1924 eine Vereins-Empfangslizenz, am 24.3.1924 eine Vereins-Sendelizenz und 16 Empfangslizenzen für seine Mitglieder und erweitert diese Liste um eine namentliche Aufstellung mit dem Antrag auf insgesamt 31 Empfangslizenzen für 16 Röhrenempfänger und 15 Detektorempfänger mit nachfolgendem NF-Röhrenverstärker. Die zuständige Oberpostdirektion Bamberg erteilt am 21.11.1924 dem Verein auch die Erlaubnis zur Abnahme der Prüfung für die Audion-Versuchserlaubnis. Aus einer ersten Rufzeichenliste aus dem Jahr 1926 ist zu ersehen, dass dem Verein das Senderufzeichen KW 5 zugeteilt ist, und unter den ersten DE-Nummern von DE 0001 bis DE 0220 gibt es bereits sechs DE's in Coburg.



Download [4.8 MB]Satzung des Radio-Vereins e.V. Coburg [PDF , 4.8 MB]

01 - Aktendeckel zum Vereinsakit im Stadtarchiv Coburg
02 - Verfügung der Eintragung in das Vereinsregister, 7. Juli 1923
03 - Erste Seite der Mitgliederliste, Süddeutscher Radio-Klub, Ortsgruppe Coburg, 01.10.1925
04 - Mitgliedsausweis für Hugo Kohles, undatiert
05 - Mitgliedsausweis, Ortsgruppe Coburg im Süddeutschen Radio-Klub, 1925
06 - Mitgliedskarte für Hugo Kohles in der "Hauptortsgruppe Coburg", 1924
07 - Amtsgericht/Registergericht Coburg: Beschluss und Begründung der Entziehung der Rechtsfähigkeit des Vereins, 19.05.1936
08, 09 - QSL-Karte K-w5 für Bengt Johanson, Smxt, vom 27.11.1925, Vorder- und Rückseite




1926 unternehmen die Vereinsmitglieder Ing. Alfred Riechers und Techniker Alfred Knauf eine Donau-Faltboot-Expedition mit systematischen Empfangsbeobachtungen und -messungen deutscher und ausländischer KW-Sender, u.a. in Abhängigkeit von Wetterbeobachtungen. Österreich, Ungarn, Jugoslawien und Rumänien unterstützen diese Expedition, z.T. durch kostenlose Mitfahrten auf Donauschiffen. Das damalige Bandenunwesen in den Donau-Niederungen einerseits und das Verbot von KW-Versuchen in der Türkei verhindern die Weiterreise bis Konstantinopel. Die gleichen Empfangs- und Messapparaturen werden ein Jahr später, vermehrt durch Wetter-, luftelektrische und astronomische Geräte anläßlich der Sonnenfinsternis am 29.6.1927 bei MW-und KW-Empfang bis zu 10 m Wellenlänge eingesetzt. 1926 führt Ing. Riechers ein Experiment durch, mit dem er beweisen will, dass sich ionisierte und also elektrisch leitende Gasstrahlen als Leiter bzw. Antenne für HF-Wellen benutzen lassen.
Nach Gründung der Dachorganisation aller Radio-Vereine, dem Deutscher Funktechnischen Verband e.V. (DFTV) am 28. Juli 1925 in München schließen sich ihm 22 regionale Vereinigungen an, auch der Radio-Verein Coburg. Da hat die Trennung der Radiohörer einerseits und der KW-Amateure schon begonnen. Bei der 3. Kurzwellentagung in Kassel am 20.3.1927 wird der DASD gegründet. Leider treten die wenigen Coburger KW-Amateure innerhalb der am Rundfunk interessierten Mehrheit nicht geschlossen in den DASD ein. Die weiterhin restriktive Sendelizenz-Genehmigungspraxis der Reichspost sowohl in der Weimarer Republi, als auch in der NS-Zeit nach 1933 lässt das Interesse der wenigen Coburger KW-Interessenten schwinden. Einige von diesen schließen sich als Einzelmitglied dem Landesverband R, Nordbayern, des DASD an. Der Radio-Verein selbst versucht sich dem Verein der Rundfunkteilnehmer Kreis Coburg anzuschließen. Dies gelingt nicht, und so wird der Radio-Verein vom Amtsgericht Coburg am 5.3.1936 im Vereinsregister gelöscht.



09 - Funkausstellung 1925 (1926?)
10 - Die Station von Walter Dieminger, Kw5 (später K4UAB, D4UAB, DK4UAB)
11 - Große Coburger Funkschau in Cafe Schubarth, 23. Apreil 1928
12 - Klubmitglieder bei der Großen Coburger Funkschau: Dieminger, Puttmann, Wilke, Spanaus. Dieminger hält eine vom Sender Nürnberg beigestellten Senderöhre RS15
13 - KW-Faltboot-Expedition. A. Riechers (li), Alfred Knauf (re)
14 - Hochvakuum-Pumpstand im Labor von Alfred Knauf
15 - "Neuartiger Versuchsapparat zur Aufnahme kurzer Wellen mittels starker ultravioletten Strahlen. Konstruiert von A. Riechers“ – Ein starker Bogenlampen-Scheinwerfer mit Hohlspiegel, Linse aus Uviolglas und Filter ionisiert die Luft vor der Rahmenantenne. Die Empfangsversuche wurden als Differenzmessung mit und ohne eingeschalteten Scheinwerfer durchgeführt, jeweils im Vergleich mit einer in 5 km Entfernung aufgestellten zweiten Empfangsstelle mit normaler Antenne
16 -Empfangs-Registrierungseinrichtungen für Ausbreitungs- und Ionosphäremessungen auf dem Dachboden des Verstärkeramts Kochel mit Rahmenantenne, Oszillloskop und Fotografiereinrichtung




03B Funk-Verein e.V. Braunschweig

03B Funk-Verein e.V. Braunschweigzoom02Der Verein wird am 2. März 1924 errichtet als Deutscher Radio-Klub e.V. Ortsgruppe Braunschweig Die Vorstandsliste zeigt typisch, welche gesellschaftlichen Gruppen an der Gründung der Funkvereine beteiligt sind: Redakteur Rolf-Richard Kunze; Fabrikdirektor , Oberst a. D. Forke: Bergrat Goehlich; Zivilingenieur Schäfer;, Zivilingenieur W. Miether; Ingenieur Meyer; cand. phys. Ritzau. Die Ortsgruppe - später Bezirksgruppe - Braunschweig trifft sich regelmäßig im Logenhaus. Anfang 1925 wird bereits ein Versuchssender gemeldet – wohl KQ2 - im Funktechnischen Laboratorium des Vereins. Er ist bis zumindest 1942 unter der Leitung von Dr. Serger tätig. . In einer außerordentlichen Versammlung wird am 27. August 1925 beschlossen, aus dem Deutschen Radio-Klub e. V. auszutreten. Grund dafür ist der Fortfall der Audion-Versuchserlaubnis und der Zwangsbezug der Zeitschrift Der Radio-Amateur. Am 1. Oktober 1925 erfolgt die Neugründung als Funk-Verein e.V. Braunschweig. Im März und Oktober 1926 werden Funkausstellungen veranstaltet.



Download [817.54 KB]Satzungen des DRKB Ortsgruppe Braunschweig, 1924 [PDF , 817.54 KB]
Download [1.51 MB]Satzung des Funk-Vereins e.V. Braunschweig, 1925 [PDF , 1.51 MB]
Download [2.01 MB]Satzungen des Kurzwellen-Vereins e.V. Braunschweig, 1931 [PDF , 2.01 MB]

011-03 - Die Vereinsnamen spiegeln die Entwicklung der sechs Jahre als Radio-Klub, denen drei Jahre als Amateurfunk-Klub folgen, ehe die Eingemeindung in den DASD vollzogen ist
04 - Titelblatt der ersten Satzungen, März 2924
05 - Sanfter Zwang: Voraussetzung für den Bau und Betrieb eines Radios ist die Audion-Genehmigung. So gewinnen die Funkvereine ihre Mitglieder. Einige privilegierte Klubs organisieren nicht nur "Lizenzkurse", sie dürfen sogar selbst die Prüfung abnehmen
06 - Der Verein hat sich etabliert - und feiert




Der Verein erleidet dasselbe Schicksal wie viele andere Klubs: Mit der allgemeinen Auf der Generalversammlung am 22. Januar 1930 wird beschlossen, den Funk-Verein e.V. Braunschweig aufzulösen, da er seine Funktion, nämlich die Förderung der Einführung des Rundfunks erfüllt hat und ein aussichtsreiches Arbeitsgebiet nicht mehr vorhanden ist. Nach der Auflösung soll aber ein loser Zusammenschluß als "Funktechnische Vereinigung" bestehen bleiben. Der Vorstand legt seine Ämter nieder. Das bewegliche Inventar kommt zur Versteigerung. Die bisherigen Mitglieder der Kurzwellengruppe Vereins schließen sich in einem neuen Verein, dem Funk-Verein-Kurzwellen-Gruppe e.V. Braunschweig zusammen, der auch den Sender D4AEY übernimmt. Nachgewiesen ist als Operator u.a. Adolf Ehni (D4FD, DL1SX). – Hier enden die Aufzeichnungen. Einige tätigen Amateure sind am Aufbau der Ortsgruppe Braunschweig des DASD beteiligt.



07 - Der Zwangsbezug der von der Zentrale in Berlin produzierten Zeitschrift "Der Radio-Amateur" und die Einengung der Entscheidungsfreiheit lassen den Unmit der Mitglieder wachsen
08, 09 - In vertraulichen Sitzungen wird die Wandlung in einen eigenständigen Verein vorbereitet; die Herren in Berlin stellt man vor vollendene Tatsachen
10 - Eineinhalb Jahre nach der Gründung hat sich die Situation grundlegend geändert. Rundfunkempfang ist frei von allen Beschränkungen; die Industrie bietet preiswerte Geräte zum Kauf an. Mit einem eigenen Am,ateurfunk-Sender will man neue Wege gehen
11 - Die monatlichen Treffen gibt es nach wie vor, nun aber dort, wo der Sender steht
12 - Keine vier Jahre sind seit der Gründung vergangen, und das Interesse am Vereinsgeschehen lässt spürbar nach
13 - Die letzte Konsaequenz: Die Auflösung
14 - Die Kurzwellengruppe hat sich als Ortsgruppe dem DASD angeschlossen, der Radioverein Braunschweig ist Geschichte




Quellen- und Bildnachweis

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Fußnoten

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