06 1924-26: Funkkartell - Funktechnischer Verein - DED - DSD


Die Gestaltung dieses Abschnitts wurde ermöglicht durch eine anonyme Spende



SPOT - Der Gründungsmythos: Die deutschen Funkamateure organisieren sich



06A Die Pioniere werden aktiv

Noch gibt es nur sehr wenige Sendegenehmigungen, aber die Pioniere werden aktiv. Sie melden sich unter Fantasierufzeichen wie UHU, BABY, MARS. Man hört einander, man hört voneinander, man erfährt Namen und Anschriften. Zu einer ersten persönlichen Begegnung kommt es zu Pfingsten 1926 bei Schmitz, Prof. Dr. Wilhelm Ludolf, DE 0072, MARS, K-p6, K4aci, EK4aci, D4ACI in Mühlheim/Ruhr. Das im Grunde genommen harmlose Treffen gilt als legendär, seine Bedeutung wird überhöht, nicht zuletzt, weil alle Teilnehmer in der Folge eine bedeutende Rolle spielen werden.



01 - Station von Otto Anton Klotz, 1924
02-05 - Stationen von Wilhelm Ludo Schmitz, MARS, 1926
06 - Treffen der ersten Funkamateure, Pfingsten 1926 bei Wilhelm Ludo Schmitz, MARS, in Mühlheim/Ruhr. v.l.n.r. Ernst Franzen, D4QJ, Hannover; Wilhelm Döring, Karlsruhe; Rolf Wigand, Berlin, D4CXF; Wilhelm Roth, Berlin; Viktor Gramich, Kw5, Murnau; Wilhelm Ludo Schmitz, Mühlheim; Huppertsberg, K4hk, Essen; Rudolf Horkheimer, Ky8, Rottenburg; Kurt Lamm, K4cl, Berlin; Friedrich Bühring -> DE0245, Steinhude
07, 08 - QSL-Karten UHU (Otto Anton Klotz), 1927
09 - QSL-Karte MARS (Viktor Gramich - Akronym für "Murnauer Amateur Radio Station", 1927
10 - Von der Station Kqy
11 - QSL-Karte BABY (EK4RA) Georg Frh. von Allizar, DE 0655




06B Vom Funkkartell zum Deutschen Funktechnischen Verband - DFTV

06B Vom Funkkartell zum Deutschen Funktechnischen Verband - DFTVzoomMit dem Wegfall der Audion-Versuchserlaubnis und der allgemeinen Freigabe des Rundfunkempfangs am 1. September 1925 sowie dem immer größer werdenden Angebot am Gerätemarkt verlieren die Radiovereine ihre wichtigste Zweckbestimmung. So sprunghaft wie ihr Aufstieg verläuft nun ihr Niedergang. Der massive Mitgliederschwund zwingt viele Vereine zur Aufgabe. Andere fusionieren, um ihr Überleben im Funkkartell zu sichern. Gegen diesen Trend und um die im Funkkartell als zu eng empfundene Bindung an das RPM zu lösen, wird von tonangebenden Vereinen und ihren Führungspersönlichkeiten bei einer Versammlung in München vom 26.-28. Juli 1925 der Deutsche Funktechnische Verband e.V. - DFTV gegründet. Als Fachzeitschrift dient FUNK (bis 12/1933 mit der Beilage FUNK Bastler), herausgegeben von der Weidmannschen Buchhandlung Berlin SW69 und (bis August 1929) Julius Springer. Der DFTV dient als Dachorganisation aller bei ihm organisierten Vereine und Gruppen. Er entwickelt eine rege Tätigkeit, bringt Publikationen heraus, stiftet Medaillen und verleiht Diplome und andere Anerkennungen






06C Rolf Formis "erfindet" das DE-System

06C Rolf Formis 'erfindet' das DE-SystemzoomQSL-Karten zur Bestätigung eines Funkkontakts gibt es bereits um 1920. Zunächst meist nur als Handschrift mit eingestempeltem Rufzeichen, dann auch als individuell hergestellter Druck, mehr oder weniger mit den damals üblichen Kürzeln. Und nicht selten melden diese Karten der Gegenstation, dass man sie zwar gehört, nicht aber erreicht habe. Darauf knüpft Formis, Rudolf ”Rolf”, Ky4, DE0100 an: Er will Funkfreunde ermutigen, nicht Sender, sondern bloß Empfänger zu bauen, also mit geringerem Aufwand teilzuhaben an der Welt des Amateurfunks, die der restriktikven Lizenzvergabe wegen ohnedies den meisten Interessenten verschlossen bleibt. Getrieben wird er dabei vom Ehrgeiz, die Reichweite seiner eigenen Aussendungen zu erfahren. Unermüdlich wirbt er für seine Idee, korrespondiert mit jedem erreichbaren Partner - und ist unzufrieden mit den Ergebnissen, weil die Berichte nicht vergleichbar sind. Sie müssen standardisiert werden - und so entwickelt er das System der DE-Rufzeichen, die er ab Juni 1925 vergibt, für die er einheitliche Vordrucke beistellt und daheim in Stuttgart ein QSL-Büro einrichtet, denn die DEs melden ja nicht nur seine, Formis', Kontakte.



01 - 3P, M. Wilde aus Christchurch, Neuseeland, verwendet eine eigene QSL-Karte mit dem Eindruck "Z" für Stationen, die er nur gehört, nicht aber erreicht hat. ÷RP
02 - W.W. Caller von der Feuerwehr in Manly, New South Wales, Australien, versendet einen gedruckten Hörbericht, und da er kein eigenes Rufzeichen hat, führt er das Kürzel des Bundesstaates an. ÷RP
03 - 8QP, Rudolph S. Lapp aus Leroy, New York, USA betreibt zwar eine bescheidene Sendeanlage, muss sich aber in diesem Fall mit einem Hörbericht begnügen - ein typisches Beispiel für nicht zustande gekommene Zweiwege-Verbindungen
07 - Stempel des QSL-Büros von Rolf Formis
09 - Der von Rolf Formis entwickelte und bis 1945 in Gebrauch befindliche DE-Vordruck in der vom DASD angebotenen Fassung




Der DFTV bietet die ideale Plattform für eine lose Vereinigung mit minimaler Struktur und macht die Gründung eines registrierten Vereins zumindest vorläufig entbehrlich. Die Zahl dr "DEs" wächst. 1926 sind bereits 160 KW-Hörer im DED, dem Deutschen Empfangsdienst, wie es im DFTV inoffiziell bezeichnet und dem Auslands-Ausschuss zugeteil wird, da die Empfangsbeobachtungen auch international erfolgen. Formis hat mittlerweil auch einen Verbündeten, den wortmächtigen ehemaligen Oberstleuitnant Ludwig von Stockmayer, ebenfalls aus Stuttgart.01 Gemeinsam planen sie die Gründung einer Interessensgemeinschaft zur Liberalisierung der Sendegenehmigungen und als deutscher Vertreter in der IARU. Ermutigtr werden sie von Jean Mezger, der am 19. August 1925 nach Hamburg kommt, um über Amateurunkprobleme zu diskutieren.



DE001 - DE020

14.05.

DE0001 Dr. Ing. Otto Papp EK4UAC, D4UAC, DE01824, D3CRT, D4QZU, D4QZP, D4QLP, D4BFP, 4UAC, K4UAC, K-W1 (KW1) Burghausen, Mückenberg
DE0002 Dipl. Ing. Ludwig Freiherr von Türkheim-Geislern D4UQ, D4BQU?, D4BCRF, D4UAJ, EK4UQ, EK4UQJ, D3CRP, D3CRF (D3CRE?), 4UAJ Bad Tölz, München, Berlin-Steglitz
DE0003 Carl Bartsch   Stuttgart
DE0004 Ing. Heinrich Diedrich   Hamburg
DE0005 Ing. Pächter   Stuttgart-Cannstadt
DE0006 Wilhelm Hasel   Stuttgart-Cannstadt, Heilbronn
DE0007, DEM0007 Leonhard Frohn OE-001, UOXR, EANA, UOXE, EK4UAF, UONA7, DL3PK St. Pölten, Wiener Neustadt, München
DE0008 Paul Görcke   Kirchen-Efringen (Baden)
DE0009 Peter Becker   Mannheim
DE0010 Ing. Robert Kiliani   Partenkirchen
DE0011 Heidenfelder EK4DEA, D4DKA, D4DKE (?),EK4DKA, Stuttgart-Cannstadt
DE0012 Dipl. Ing. Werner Manecke D4OA, D4GYF, D4OCT, D4TC, D4DU, EK4TC, EK4OA, D4BNN, D4WAO, DL1VF, D4CDF, K4DU, 4TC Durlach, Heilbronn, Berlin-Marienfelde, Hamburg, Stuttgart, Neu-Ulm
DE0013 Hans Müllmer   Stuttgart-Cannstadt
DE0014 J. Stenz   Stuttgart-Cannstadt
DE0015 Dipl. Ing. Wilhelm Döring D4ABF, EK4OM, D4OM, K4ABF, EK4ABF, 4ABF, K-I2 (KI2), I2 Karlsruhe
DE0016 Karl Uhrig   Tübingen, Kassel
DE0017 Fritz Schwab   Rohrbach bei Eppingen (Baden)
DE0017 Josef Brey D4KKA, 4KZA, D4BYF, D4FYB, D4DDC, D4KZC, D4AK, D4BY, EK4BY, EK4AK, D4DDL, D4AGN, D4KZA, K4BY Jüterbog, Halle/Saale, Fürstenwalde, Berlin, Staaken
DE0018 Ing. Andrecht   Hamm/Westf.
DE0019 Hans Barkay   Warendorf bei Münster
DE0020 Wilhelm Brockmann EK4JM, D4JM, D4FMJ Lengerich
DE0021 Dipl. Ing. Ernst Plathner K-J5 (KJ5), K-J9 (KJ9), K5, K9 Hannover
DE0022 Dipl. Ing. Karl Franz Witte   Münster
DE0023 Dipl. Ing. Rolf Horkheimer K-Y8 (KY8), K4YAE, EK4YAE, DK5GA, CPX6, 4YAE Rottenburg/Neckar, Berlin, Bolivien (CP), Dettingen
DE0024 Fritz Simma   Stuttgart
DE0025 Dr. Eugen Dreifus   Stuttgart

06D 16./17. Januar 1926: Die erste Kurzwellentagung in Jena



06E 4. September 1926: Die zweite Kurzwellentagung in Berlin



Fußnoten

.

mehr >>


Quellen- und Bildnachweis

.

mehr >>



QSL Collection - Dokumentationsarchiv Funk

Microsoft Austria

Sponsor Software

Microsoft Austria