Amateurfunk in Deutschland


Dieser Abschnitt wird gefördert durch Zuwendungen von
DARC OV W05 Magdeburg-Nord (Chronik ab 1923)
Karl-Heinz Holzberger, DC5WW, Materialspende Nachlass Gerhard Strößner DJ2VN (Radio-Verein Coburg)
Eckart Viehl, DJ3JD, Materialspende Nachlass (Deutscher Radio-Klub Braunschweig)
Für Teile dieses Abschnitts fehlt noch die Förderung



Broadcasting!
Audion- und Detektorgenehmigung
Der Hype der Kurzwellenvereine - drei Beispiele
Coburg (Förderung gesichert)
Braunschweig (Förderung gesichert)
Berlin
Bredow
Die Gründung des Funkkartells
Die Gründung des Deutschen Funktechnischen Ve



02E Hans Bredow

02E Hans BredowzoomHans Carl August Friedrich Bredow (* 26.11.1879, † 09.01.1959) studierte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und am Friedrichs-Polytechnikum in Cöthen. 1903 wurde er bei der AEG in Berlin und in Riga Projektierungsingenieur für den Bereich Starkstromanlagen. Am 1. Mai 1904 wurde er von der von AEG und Siemens & Halske gemeinsam gegründeten Tochtergesellschaft Telefunken übernommen. 1907 konnte er im Funkverkehr auf deutschen Schiffen mit dem Telefunkensystem das Marconi Company-Monopol für drahtlose Telegraphie brechen. Am 1. Mai 1908 wurde er technischer Direktor der Telefunken-Gesellschaft, die er zusammen mit Grafn Georg von Arco leitete.
1909 gründete er das Unternehmen Australasian Wireless Ltd. in Sydney. Schon ein Jahr später konnte er seine Positionen ausbauen, so dass Marconi das deutsche Telefunkensystem im Schifffahrtsverkehr in einer Vereinbarung als gleichberechtigt anerkannte. 1911 trat Marconi den Funkbetrieb auf deutschen Schiffen an die am 14. Januar 1911 gegründete Deutsche Betriebsgesellschaft für drahtlose Telegraphie (DEBEG) ab. Die Leitung der DEBEG übernahm Bredow selbst.
In New York City gründete er 1911 die Atlantic Communication Company, die den transatlantischen Funkverkehr von der Station Sayville mit Nauen ab 1913 im Bereich des Schiffs- und Überseefunks zwischen Deutschland und den USA organisierte. 1912 koordinierte er die technische Kooperation zwischen der Kabel- und Funktelegraphie und baute mit der Deutsch-Niederländischen Telegraphengesellschaft die Deutsche Südsee-Gesellschaftfür die drahtlose Telegraphie zu der Kolonie Deutsch-Neuguinea auf.
1913 erreichte er in New York City eine Vereinbarung, in der die Einrichtung eines Dienstes der Funktelegraphie zwischen Deutschland, Nordamerika und Südamerika über die Stationen Sayville, Nauen und Cartagena beschlossen wurde. Diese Vereinbarung führte zur Gründung der Sociéte Anonyme Internationale de Télegraphie sans Fil in Brüssel und der Amalgamated Wireless Australasian Ltd. in Sydney. 1914 erfolgte kurzzeitig die Aufnahme des Funkdienstes von Nauen nach Togo, Deutsch-Südwestafrika und Kamerun.
1917 schlug Bredow der niederländischen Regierung vor, eine Funktelegraphie-Verbindung nach Java aufzubauen. Dieser Vorschlag führte zum Bau der Station Kootwijk in den Niederlanden im Jahre 1918 und der Station Bandoeng auf der Insel Java. Schon 1917 wurde Nauen zu einer Großstation für den Weltfunkverkehr ausgebaut, wie es Bredow vorgeschlagen hatte. Den Betriebsdienst übernahm die Firma Transradio-Gesellschaft, die Bredow leitete.
Auf Bredows Betreiben begannen 1919 die Vorarbeiten zu einem Telegraphiedienst zwischen Deutschland und Argentinien, der zu Beginn 1924 verwirklicht wurde. Bredow wurde 1918 zum Vorsitzenden des Direktoriums der Telefunken-Gesellschaft ernannt. Im März 1919 wechselte Bredow als Ministerialdirektor zum Reichspostministerium und begann mit der Einrichtung eines „Reichsfunknetzes“. Mitte 1919 konnte der Funkverkehr mit dem Ausland über zahlreiche Stationen aufgenommen werden, insbesondere wieder mit der Station in den USA.
Am 19. November 1919 zeigte Bredow in einer öffentlichen Veranstaltung die Wirkungsweise des Unterhaltungsrundfunks, wobei er zwei Jahre später in einem Vortrag erstmals den Begriff Rundfunk verwendete. Am 1. April 1921 wurde er zum Staatssekretär für das Telegrafen-, Fernsprech- und Funkwesen ernannt und begann mit der Organisation eines öffentlichen Rundfunks. 1922 erfolgte die erste Aufnahme eines öffentlichen funktelephonischen Dienstes, der der Übermittlung von Wirtschaftsnachrichten diente.
1923 wurde der Blitzfunkverkehr für Eilmeldungen mit besonders wichtigen Informationen aufgenommen und die ersten Sendungen zur Unterhaltung im Rundfunk aufgenommen. Da 1925 die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) gegründet wurde, ernannte man Bredow 1926 zum „Reichs-Rundfunk-Kommissar“ und zum Vorsitzenden der RRG. Er war damit als Staatssekretär im Reichspostministerium der erste Mann für den Rundfunk in Deutschland und trieb den Ausbau der Senderinfrastruktur massiv voran.
Am 21. März 1933, dem "Tag von Potsdam", reichte Bredow nach Jahren der NS-Stimmungsmache gegen ihn seinen Rücktritt ein. Als Bredows engste Mitarbeiter verhaftet wurden, bat er in einem Telegramm an Reichspräsident Paul von Hindenburg und Hitler um deren Freilassung; im Falle der Ablehnung verlangte er, ihr Schicksal zu teilen. Daraufhin wurde auch er verhaftet und verbrachte 16 Monate im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit. Seine und Hans Fleschs Verurteilung durch das Landgericht Berlin wegen Teilnahme am Parteiverrat wurde im Februar 1937 durch das Reichsgericht aufgehoben, das Verfahren vor dem Landgericht Berlin dann im März 1938 eingestellt.
Vom 24. April bis zum 4. August 1945 war Bredow Oberpräsident der preußischen Provinz Nassau in Wiesbaden. Von 1949 bis 1951 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates des Hessischen Rundfunks. (Nach: secure linkext. Link Abgriff 09/2018)

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