Die Frühgeschichte des Amateurfunks in Griechenland

24.02.13

Die Frühgeschichte des Amateurfunks in Griechenlandzoom The dawn of amateur radio in the U.K. and Greece: a personal view von Norman F. Joly, G3FNJ, erschien 1990 in London beim Auftragsverlag Ability Printing als Paperback (ISBN 0-9515628-0-0).
Der Autor gestattete dem Dokumentationsarchiv Funk das Abdruckrecht und übergab dazu ein mit zahlreichen Korrekturen und Ergänzungen versehenes Original. – Auszüge aus dem Buch veröffentlichen wir in englischer und deutscher Version – mit Dank an Michael Busse, SV1QFF, der die deutsche Übersetzung besorgte.

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Die ersten griechischen Funkamateure

v.l.: Takis Coumbias, ex. SV1AAA; George Zarifis, SV1AA; Norman F. Joly, SV1RX; Pol Psomiadis, SV1AZ

Die ersten griechischen Funkamateure zoomDa über einen langen Zeitraum keine Lizenzen erteilt wurden, gibt es keine offiziellen Unterlagen, welche zu Rate gezogen werden könnten. Frühe Aktivitäten gab es in und um Athen, aber es mag auch die eine oder andere Station in anderen Landesteilen gegeben haben, über die wir in der Hauptstadt nichts gehört haben. Während ich diese Zeilen schreibe, sind vier der Funkamateure der ersten Stunde aus dem Athener Bereich noch am Leben und drei von ihnen zurzeit aktiv auf den HF-Bändern.
Athanassis „Takis“Coumbias besitzt an ihn gerichtete QSL-Karten von 1929, als er in Odessa, Russland, Kurzwellenhörer mit dem Rufzeichen RK-1136 war. 1931 zog seine Familie, wie viele griechische Familien in Russland nach Athen, wo Takis sich einen 4-Röhren Sender baute, mit dem er sehr aktiv in CW auf 20 und 40 Meter war. Er verwendete das Rufzeichen SV1AAA.
Ich benutzte seine Station des öfteren, und als ich ihn fragte, weshalb er gerade dieses Rufzeichen gewählt habe, gab er mir eine prophetische Antwort: „Es wird lange dauern, bis der griechische Staat offiziell die Existenz von Funkamateuren anerkennen und ihnen Sendelizenzen geben wird. Danach wird es noch weitere 50 Jahre dauern, bis es dreistellige Rufzeichen, beginnend mit SV1AA, geben wird“.
Dies entsprach der Tatsache: die Legalisierung erfolgte 40 Jahre später, und das Rufzeichen SV1AAA wurde offiziell an Nikita Venizelos nach 54 Jahren vergeben!

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Der zweite Weltkrieg und danach in Griechenland

Der zweite Weltkrieg und danach in GriechenlandzoomSocrates Coutroubis, SV1AE, erzählte mir, wie sein Interesse am Radio 1935 erwachte, als er 13 Jahre alt war. Sein Vater hatte beschlossen ein Radio anzuschaffen:
„Natürlich gab es 1935 noch keinen Rundfunkdienst in Athen“, erzählte mir Sokrates, „deshalb musste ein Radio die Kurzwellenbänder empfangen können. Da wir bereits einen Westinghouse Kühlschrank hatten, versuchte mein Vater ein Radio dieser Marke zu kaufen. Wenn ich sage, ‚versuchte’, muss ich erklären, dass es üblich war, verschiedene Händler zu bitten, ihre letzten Modelle zum Vergleich zu Hause vorzuführen. Ich erinnere mich, dass wir zusammen mit Westinghouse einen Atwater Kent, Philco, RCA, Stromberg-Carlson und verschiedene europäische Produkte wie Philips, Blaupunkt, Saba usw. zur Vorführung hatten. Wir entschieden uns am Ende für den deutschen Saba, weil er am hübschesten war und zur Einrichtung des Wohnzimmers passte!

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Die Affäre mit der Polizei von Piräus

Die Affäre mit der Polizei von Piräuszoom1947 gab es in Nordgriechenland einen Krieg, den manche Leute als Bürgerkrieg und andere als Guerillakrieg bezeichneten, je nachdem auf welche Seite sie standen. - Plötzlich kamen eines Morgens alle Athener Zeitungen mit überraschenden Schlagzeilen heraus:
“Drahtlose Sender der Kommunisten wurden in Athen beschlagnahmt.“ – „Drahtlose Sender in kommunistischen Händen gefunden.“ – „Wie die fünf Sender der Kommunisten entdeckt wurden.“ – „Sechs Sender von der Polizei beschlagnahmt.“
Zwei Zeitungen druckten identische Fotos mit folgender Schlagzeile: “Die kommunistischen Sender von der Polizei von Piräus beschlagnahmt.“ Dazu ein Foto aus der Funkbude von Mikes Psalidas, SV1AF. Rechts oben konnte man ein 2-Zoll-Oszilloskop, Marke Eigenbau, sehen, welches die Zeitung als leistungsfähiges Radar beschrieb.
„Während der letzten drei Tage“, schrieb die Zeitung, „hat die Polizei von Piräus in einem sehr schwerwiegenden Fall, in den die Kader der kommunistischen Partei verwickelt sind, ermittelt.“

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Attica Amateur Radio Club

Attica Amateur Radio Clubzoom(Bild: Die sieben ersten Lizenzinhaber. v.l. Akis Lianos, SV1AD; Socratis Coutroubis, SV1AE; Nasos Coucoulis, SV1AC; George Zarifis, SV1AA; Mikes Psalidas, SV1AF; George Vernadakis, SV1AB; George Gerardos, SV1AG)
Weiter im Bericht von Socrates Coutroubis, SV1AE: „Während der folgenden zehn Nachkriegsjahre gab es etwa zwanzig sehr aktive Amateure in Athener Einzugsgebiet, welche alle ihre Rufzeichen nach eigener Wahl ausgesucht hatten, da noch kein Gesetz von der Regierung erlassen worden war. Die meisten dieser Amateure erhielten anschließend eine Lizenz und ein offizielles Rufzeichen. Ich erinnere mich an zwei YLs, die in Europa und den USA sehr beliebt waren, weil sie mehrere Sprachen fließend sprachen, aber sie tauchten nie wieder auf, als Lizenzen vergeben wurden.“
Seit 1945 waren die amerikanischen und britischen Fernmeldeeinheiten vom Griechischen Ministerium für Kommunikation ermächtigt dem militärischen und diplomatischen Personal die Folgerufzeichen von SV0WA für die Amerikaner und SV0AA für die Briten zu erteilen.
Socrates fuhr fort: „Ich hörte, dass die Amerikaner einen Klub namens Attica Amateur Radio Club in Kifissia, einem Vorort im Norden Athens, gegründet hatten, und im rechten Augenblick war es mir möglich eine Mitgliedschaft zu erhalten.

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Mitgliederliste Attica Amateur Radio Club -->

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Der Ägäis-Konflikt

Der Ägäis-KonfliktzoomDie Südlichen Sporaden gehörten bis zum italienisch-türkischen Krieg zum Osmanischen Reich, das 1912 den Dodekanes an Italien abtreten musste. Eine endgültige Regelung über den Besitz der Inseln traf dann der Friedensvertrag von Lausanne am 24. Juli 1923. Darin stimmte die Türkei der Abtretung des Dodekanes an Italien zu. Nach der Niederlage Italiens im Zweiten Weltkrieg gingen dessen Rechte an den Inseln auf Griechenland über (Pariser Friedenskonferenz 1946). Weder der Vertrag von Lausanne noch der von Paris zählen aber alle betroffenen Inseln auf, sodass das Ausmaß des Souveränitätsverzichts bis heute nicht eindeutig geklärt ist. 1950 unterhielten die Vereinten Nationen eine Schlichtungsstelle in Rhodos.



Rufzeichen der amerikanische Amateurfunkstellen In Griechenland - QSL-Galerie

Anmerkung: Ergänzung durch DokuFunk

Seit 1945 waren die amerikanischen und britischen Fernmeldeeinheiten vom Griechischen Ministerium für Kommunikation ermächtigt dem militärischen und diplomatischen Personal die Folgerufzeichen von SV0WA für die Amerikaner und SV0AA für die Briten zu erteilen.






Rufzeichen der britischen Amateurfunkstellen in Griechenland - QSL-Galerie

Seit 1945 waren die amerikanischen und britischen Fernmeldeeinheiten vom Griechischen Ministerium für Kommunikation ermächtigt dem militärischen und diplomatischen Personal die Folgerufzeichen von SV0WA für die Amerikaner und SV0AA für die Briten zu erteilen.






Persönliche Erinnerungen und Anekdoten

v.l. Aghis Cazaris, SV1CA; Bill Tavaniotis, SV1KE. Stehend: Dimis Stampadas, SWL, Pol Psomiadis, SV1AZ

Persönliche Erinnerungen und Anekdoten zoomDie nachfolgenden Beiträge sind nicht unbedingt Teil der Geschichte der Entwicklung des Amateurfunks, aber sie handeln von einigen historischen Begebenheiten, welche mit unserem Hobby verbunden sind. Zwei von ihnen sind von besonderem Interesse: ein Beitrag, den mir Takis Coumbias, ehemals SV1AAA, über die frühen Tage des Amateurfunks in Russland gab und die Geschichte des Griechischen Rundfunks von Kairo während der deutsch-italienischen Besetzung Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs.



(1) Athannasios „Takis“ Coumbias (1909-1987)
Als ich Takis im Mai 1983 in seinem Büro traf, sagte ich ihm, dass ich daran denke ein kleines Buch über die Geschichte des Amateurfunks in Griechenland zu schreiben, bevor es zu spät sei – so viele der Oldtimer waren bereits von uns gegangen. Kaum dachten wir in diesem Augenblick, dass er es nicht mehr erleben würde, wenn das Projekt seinen Abschluss gefunden hätte. Ich fragte ihn wie weit zurück er sich erinnern könne.
„Nun, ich beginne 1924, als ich etwa 15 Jahre alt war und in Odessa in der Sowjetunion wohnte. Es gab großes Interesse am Rundfunk, und es gab zwei Magazine, die sich hauptsächlich mit dem Bau von Empfängern befassten. Mein Interesse wurde geweckt, als ein Mitschüler mir stolz zeigte, was er gemacht hatte. Es war, wie er mir sagte, ein variabler Kondensator, und er wolle ihn beim Bau eines Empfängers verwenden. Die Konstruktion war nach heutigen Maßstäben enorm und wog ungefähr ein Kilo. Mein Freund sprach von einer Kapazität von 250 pF, was mir überhaupt nichts sagte. Als er den Empfänger fertig hatte, war ich sehr interessiert und beschloss, selbst einen zu bauen.

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(2) Pol Psomiadis N2DOE (ex SV1AZ)

Text von Pol, N2DOE, Bergenfield, NJ:
Norman Joly und ich trafen einander 1935, als ich bei Bill, SV1KE, als dessen Radiomechaniker anfing. Norman arbeitet damals für die örtlichen Repräsentanz von RCA, welche Rundfunkempfänger verkaufte. Zuletzt sah ich ihn vor dem Krieg im September 1939. Ich arbeitete noch immer bei Bill und ging zur Britischen Archäologischen Schule in Athen, um einen National NC 10033 mit einer Spiderweb Allbandantenne zu liefern. Norman war angestellt worden, um eine Abhörstation für die Pressestelle der Britischen Botschaft einzurichten, welche in das Untergeschoss der Schule eingezogen war. Nach Kriegsende sah ich ihn erneut 1848, in der Uniform eines Leiters der Polizeiabteilung, wo er für die Britische Polizeimission in Griechenland arbeitete. Er erzählte mir, dass er eine Speziallizenz erhalten habe und wieder mit seinen Vorkriegsrufzeichen SV1RX aktiv sei.
1951 wanderte ich nach Brasilien aus, blieb dort 17 Jahre und kam dann 1968 in die USA, wo ich seitdem lebe. Wir hatten einander aus den Augen verloren, aber nach fünf Jahren fand ich Normans Adresse im Callbook . Ich schrieb ihm, und er bat mich, wieder aktiv zu werden. Einer langen Krankheit in der Familie wegen, bei der ich meine geliebte Frau verlor, war ich erst 1980 wieder gelaunt, mich mit Amateurfunk zu beschäftigen und erwarb mein jetziges Rufzeichen N2DOE.

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zoom(3) Comstantine "Bill" Tavaniotis, SV1KE
Ohne Zweifel war Bill, SV1KE, der aktivste und meistbekannte Funkamateur in Griechenland vor dem Zweiten Weltkrieg . Er war auf 20 und 10 Meter aktiv in Phonie und CW und setzte seine berühmte McElroy Taste sehr vorteilhaft ein. Zu seiner Zeit gab es noch keine elektronische Morsetaste und kein 15-Meter-Band. (Der Vorteil lag und liegt darin, dass die Taste, entgegen der normalen Taste, bei der mit dem Zeigefinger vertikal gemorst wird, bei dieser horizontal mit Daumen und Zeigefinger eine höhere Geschwindigkeit erreicht wird. Beachtenswert ist die Ergonomie des Zeigefingers zum kürzeren Daumen.Anm.d.Ü.)
Tavaniotis wurde in Rostov, UdSSR, als Kind griechischer Eltern geboren. Sein Vater war ein bekannter Arzt. Wie viele andere griechische Familien verließen Bills Eltern Russland in den frühen Jahren des kommunistischen Regimes und zogen nach Konstantinopel, wo Bill Schüler am bekannten Robert-College wurde, einem 1863 gegründeten US-amerikanisches College. In den ersten Jahrzehnten waren die meisten Schüler des Robert College Nichtmuslime, die damals die Mehrheit der Bevölkerung Istanbuls stellten, vor allem Griechen, Armenier und Bulgaren.

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zoomHarry Barnett, SV1WE (G2AIQ)
Im Juli 1946 erhielt Harry Barnett, Offizier der Royal Air Force und Angehöriger der Pressestelle der Britischen Botschaft in Athen, vom Post-und Telegraphen Ministerium eine Lizenz für experimentelle Sendungen, mit dem Rufzeichen SV1WE. Zu diesem Zeitpunkt hatte er in einer Wohnung in Athen und konnte keine Antenne aufstellen, sodass er erst im Juni 1947 aktiv wurde. Die Bedingungen für seine Lizenz waren eigenartig, mag könnte sagen: sehr experimentell. Der letzte Paragraph lautete:
„Diese experimentellen Untersuchungen müssen wie folgt durchgeführt werden:
1. Mit einer Maximalleistung von 50 Watt.
2. In den Frequenzbändern (harmonische) 130, 260, 520 MHz.
3. In den Frequenzbändern 28 und 56 MHz.
4. Mit dem Rufzeichen SV1WE.“

Von Juni 1947 bis April 1948 arbeitete Harry 61 Länder, meist in Phonie im 10- und 20-Meterband, zu einer Zeit, in der es noch nicht viele Stationen gab. Er verwendete einen National HRO-Empfänger, den er schrottreif geholt hatte und mit leistungsfähigen EF50-Röhren in den HF-Stufen und EF39er in der ZF modifizierte. Der Sender war komplett handgestrickt und bestand aus einem 6L6-Franklin-Oszillator auf 3,5 MHz, gefolgt von zwei 6L6-Verdopplern auf 14 MHz. In der Endstufe verwendete Harry eine Telefunken-Pentode, die berühmte und sehr effiziente RL12P35, die in den deutschen Panzern in allen Senderstufen, dem Oszillator, der Endstufe, dem Audioverstärker/Unterdrücker in der Modulation eingesetzt war. Er verwendete die gleiche Modulation, wie dort, indem er einen Plattenspieler-Verstärker und ein astatisches Kristallmikrofon einsetzte.
Das Worked All Continents-Diplom, WAC, erreichte er mit ca. 50 Watt HF-Leistung und einer einfache Dipol-Antenne im Februar 1948. Während der zehn Monate, die SV1WE aktiv war, versandte er 750 QSL-Karten. Von den 61 gearbeiteten Ländern hatte er nur 49 bestätigt bekommen. Nach seiner Rückkehr nach England war Harry wieder unter seinem regulären Rufzeichen G2AIQ aktiv, das ihm am 1. Januar 1938 zugeteilt worden war.



zoom(5) George Yapapas, SV1GY)
Georg Yiapapas war 25 Jahre lang sehr aktiv war, trotzdem scheint niemand von ihm gehört zu haben. 1935 bauten Georg und sein Vater Costas einen einstufigen Sender mit einer 59er-Pentode mit unterdrückter Gittermodulation, und sie schafften es, mit diesem „flachbrüstigen“ Sender fast die ganze Welt zu erreichen. Der Elektronengekoppelte Oszillator kann kaum mehr als 4 bis 5 Watt an die Antenne geliefert haben.
Nach dem Krieg ging Georg 1956 nach Jordanien und arbeitete für Cable & Wireless, der englischen Firma, die das Kabel-Netzwerk des alten Eastern Telegraph betrieb. Er verwendete für ungefähr ein Jahr das Rufzeichen JY1GY, wurde anschließend, während der Regierungszeit von König Idris, nach Tripolis in Libyen versetzt, und erhielt dort eine offizielle Lizenz mit dem Rufzeichen 5A3TA.
1960 wurde er erneut versetzt, diesmal nach Kuwait, wo er sechs Jahre lang die Station von Mohamet Behbehani 9K2AM betrieb. Zuletzt führte Georg einen kleinen Laden in Piräus, dem Hafen von Athen, war aber nicht mehr als Amateur aktiv.




zoom(6) Stefanos Eleftheriou
Stefanos Eleftheriou (1895–1979)., Leiter der Telekommunikationsabteilung des Post-und Telegraphen Ministeriums (TTT),spielte eine wichtige Rolle in der frühen Entwicklung des Amateurfunks in Griechenland.
Als er aus der Schweiz zurückkehrte, wo er Elektrotechnik studiert hatte, holte er seinen Militärdienst nach, den er wegen seines Studiums verschieben durfte. Einer seiner Freunde riet ihm: „Geh nicht zur Armee, sondern zur Marine. Die hat eine erstaunliche Funkstation in Votanikos, mit der sie die Flotte an jedem Punkt der Welt erreichen kann“. Es ergab sich, dass dort eine Stelle frei war, und Stefanos sowie ein anderer jungen Mann namens Nikolis, bewarben sich vor einem Ausschuss von Marineoffizieren, die zwar die Auswahl treffen mussten, aber nicht wussten, nach welchen Qualifikationen sie urteilen sollten. Stefanos hatte Glück - und Nikolis ging zum Post-und Telegraphen-Ministerium, in dem er nach Jahren die Stellung des Generaldirektors innehatte.

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zoom(7) Norman F. Joly, SV1RX (G3FNJ)
Ich wurde im Jahre 1911 in Izmir ( damals Smyrna), an der Westküste der Türkei in Kleinasien, von britischen Eltern geboren. Meine britische Staatsangehörigkeit kam durch den Kapitulationsvertrag zustande, der zwischen der Türkei, dem Vereinigten Königreich und Nordirland herrschte. Ich erinnere mich, dass es ein britisches Postamt in Smyrna gab, in dem wir unsere Briefe mit englischen König Edward VII-Briefmarken frankierten, die mit dem Wort LEVANTE überdruckt waren.
Meine Großmutter väterlicherseits kam aus Russland. Es ist ein seltsamer Umstand, dass Takis Coumbias (ex SV1AAA), Bill Tavaniotis (ex SV1KE) und ich gemeinsame Wurzeln in Südrussland haben. Die Großmutter mütterlicherseits war die Tochter des holländischen Konsuls in Smyrna. Wir waren also eine bunt zusammengewürfelte Familie.
1922, zum Ende des Krieges zwischen der Türkei und Griechenland, wurde die Stadt durch ein Feuer zerstört, als die griechische Armee vertrieben wurde. Meiner verwitweten Mutter mit vier kleinen Kindern wurde geraten, noch während des Machtwechsels in der Stadt an Bord eines britischen Handelsschiffes zu gehen.

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Exkurs: Griechenlands Schicksalsjahre

Zum besseren Verständnis der Situation, in der wir uns befanden, möchte ich in Kürze aus den Eintragungen in meinem Tagebuch die turbulenten Ereignisse dieser schicksalhaften Jahre skizzieren.
1940
Nach der Invasion der italienischen Armee, die von Albanien aus operierte, begann der Rundfunk in Athen, Ethnikon Idrima Radiofonias, auf Kurzwelle eine Nachrichtensendung in Englisch nach Großbritannien und in die USA auszustrahlen. In meiner Eigenschaft als Mitglied der Pressestelle der englischen Botschaft nahm ich an diesem Programm teil und verlas die erste Nachrichtensendung, die gegen 3 Uhr morgens Athener Zeit gesendet wurde. Anfang April wurde ich an die englische Botschaft in Kairo versetzt.
1941
Nur kleine Kontingente der britischen Armee landeten in Griechenland, um der griechischen Armee zu helfen. Auch erwiesen sie sich als völlig unzureichend, den bald darauf erfolgenden Angriffen der deutschen Armee zu widerstehen. In Epirus (Nordgriechenlandl) legte die griechische Armee die Waffen nieder. General Tsolakoglou, ein wahrer Quisling, wurde Premierminister. (Im Englischen wird jemand, der mit dem Feind zusammenarbeitet, mit dem Wort „Quisling“ bezeichnet, abgeleitet vom Nachnamen des Norwegers Vidkum Quisling, der mit den Nationalsozialisten kollaborierte. Anm.d.Red.) König Georg und seine Regierung unter Premier Emmanouil Tsouderos exilierten nach Kairo.

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zoom(7) Norman F. Joly, SV1RX (G3FNJ) - Fortsetzung
Als ich im Oktober 1944 an Bord der HHMS Averof nach Athen zurückkehrte, war ich zum Abhöroffizier des anglo-griechischen Informationsdienstes Anglo-Greek Information Service –AGIS bestellt – einem Team von 25 Personen, Funkern und Schreibdamen. Meine Einheit war eine Abteilung der Pressestelle der Britischen Botschaft. Ich glaube die Wahl des Titels war recht unglücklich. Die englischen Wörter Information (Information)´ und Intelligence (Geheimdienst) haben im Griechischen nur ein gemeinsames Äquivalent: plirofories - und die meisten Griechen haben ihre eigenen Ansichten über den CIA und den britischen Geheimdienst. So trat ich denn hier in der Uniform eines Kriegberichterstatters auf, mit dem Abzeichen IS (Intelligence Service)und war Zielscheibe manchen Spotts meiner Freunde, die mich beschuldigten, ein Meisterspion zu sein.

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Griechische Rundfunksendungen im zweiten Weltkrieg aus Kairo
Dieses Kapitel aus Norman F. Jolys Buch ist zu finden bei: Rundfunk/Beiträge: Griechische Rundfunksendungen im zweiten Weltkrieg aus Kairo




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