Gus Browning in Bhutan

1963-1965

Gus Browning in Bhutanzoom...wie es dazu kam:
E. C. "Ack" Atkerson, W4ECI, vermittelte durch seine Freundschaft mit AC5PN, Chhawna, der in diplomatischer Mission am Königshof arbeitete, eine Einladung nach Bhutan und warnte ihn, dort werde hauptsächlich getrocknetes Fleisch und Butter vom Yak gegessen. Gus daraufhin lakonisch: ‚Kein Problem, sage dem König, ich liebe Yak-Butter.’
Gus war der erst dritte Amerikaner, der eine Besuchserlaubnis für Bhutan erhielt. Sein Einzug war ungewöhnlich: Ein Freund hatte ihm in weiser Voraussicht eine knallrote lange Unterhose geschickt. An der Grenze wurde Gus in Phontscholing von einer Jeepkarawane abgeholt, die ihn nach Thimphu brachte, und obwohl die Distanz zur Hauptstadt nur 250km betrug, dauerte die Reise über abenteuerliche Pisten ganze zwölf Tage. In 5.000m Seehöhe wurde auf einer Passhöhe auf Maulesel umgestiegen. Der Pfad war an manchen Stellen so schmal, dass den Tieren das Gepäck nur auf der Talseite aufgebunden werden konnte. Gus fuhr unerschrocken im Jeep voran, wurde dann aber durch einen ungeheuren Bergrutsch von der Karawane getrennt und musste einige Tage ohne sein Gepäck auskommen. Da entsann er sich des kleinen Pakets im Handgepäck, zog die rote Unterhose über und erklärte locker, dies sei der letzte amerikanische Modeschrei.
Am Königshof hatte Gus einen persönlichen Koch und Diener, deren wichtigste Funktion darin bestand, für Coca-Cola und Zigaretten zu sorgen: Die Legende besagt, dass sich Gus fast ausschließlich von diesen beiden ‚Lebensmitteln’ ernährte. Obowhl ein Nagel, eine Zange, ein Schraubenzieher Mangelware gewesen seien, erinnerte sich Gus, habe es auf unerklärliche Weise nie Probleme mit dem Cola-Nachschub gegeben.
Zuerst meldete sich Gus als AC5A, später, nachdem er vorgeschlagen hatte, das Land in verschiedene Distrikte aufzuteilen, vom permanenten Standort als AC7A. Zitat: ‚Bei dieser Aufteilung habe ich es so eingerichtet, dass der Schnittpunkt einer Vertikalen und Horizontalen auf der Karte genau in der Mitte eines Gasthauses an der Straße nach Thimphu lag. Ich konnte dort meine Station in vier verschiedenen Räumen aufbauen und jedesmal mit einem anderen Präfix fahren.’
Gus schloss schnell Freundschaft mit König und Königin und bekam sogar eine Stelle als Radioingenieur am Hof angeboten – eine Offerte, die er, wie wir wissen, ausschlug.
Einer der Höhepunkte der Expedition war zweifellos die Aktivierung von Tibet als AC5/AC4. Gus richtete sein Schlafzelt nahe der Grenze ein, überschritt sie von Bhutan aus und stellte ein Zelt mit der Station und einem Benzinaggregat auf tibetanischen Boden. Das Terrain war zum Glück von Tibet her so unzugänglich, dass tibetische Truppen, hätten sie von Gus’ Anwwesenheit erfahren, erst nach Tagen eingetroffen wären. Zitat: ‚So war ich im ganzen fünfundfünzig Mal in Tibet.’
Am Ende der Expedition, die ihn auch nach Sikkim und China führte, hatte Gus 201.000 Funkkontakte im Log.
(Nach einem Bericht von DL3LL, DL-qtc 01/1965)

Die zweite Reise
Die zweite Reise wurde von der Firma Hammarlund unterstützt; Gus verwendete daher den Suffix H und aktivierte sämtliche zehn Rufzeichengebiete - als AC3 aus Sikkim, als AC4 aus Tibet. QSL-Manager war Stuart Meyer, W2GHK.



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