Der Internationale Antwortschein - International Reply Coupon


Der Internationale Antwortschein - Die heimliche Währung

16.06.07

Der Internationale Antwortschein - Die heimliche WährungzoomDer Kongress von Rom 1906 schuf den Internationalen Antwortschein, der damals gegen Briefmarken im Wert von 25 Goldcentimes in allen Mitgliedsländern eingewechselt werden konnte, die der «Vereinbarung» beigetreten waren. Im Laufe der Jahre wurden anlässlich der Weltpostkongresse Gültigkeitsdauer, Mindest-Verkaufspreis sowie der Austausch gegen Briefmarken immer wieder diskutiert, doch erst im Jahre 1974 einigten sich die Länder auf den Standard-Internationalen Antwortschein, auf den aufgedruckten Wortlaut und den Verrechnungspreis von einem Goldfranken. 1994 wurde der Tauschwert des Internationalen Antwortscheines in Sonderziehungsrechten festgelegt, einem internationalen Währungsinstrument, das sich auf einen bestimmten Währungskorb stützt. Jedes Land legte damals jedoch seinen eigenen Verkaufspreis aufgrund des Beförderungsentgelts für einen gewöhnlichen Flugpostbrief von 20 Gramm nach dem Ausland fest. Kauft man einen IRC, muss man mehr als diesen Gegenwert bezahlen, denn für die Manipulation und die internationale Verrechnung wird ein kräftiger Aufschlag eingehoben. Seit der Schaffung des IRCs obliegt die zentrale Administration dem IB, dem Internationalen Büro der UPU in Bern. Die gegenseitige Verrechnung erfolgte zunächst nach einem äußerst komplizierten Verfahren. Beim UPU-Kongreß 1969 in Tokio beschloss man, nach einer einfacheren Lösung zu suchen, aber das dauerte bis 1974, als beim UPU-Kongreß in Lausanne endlich die neue Regelung beschlossen wurde. Zuvor hatte es keinen einheitlichen IRC gegeben. Zwar hatte sich allgemein der "grüne" Schein mit dem Zierrahmen durchgesetzt, aber daneben gab es zahlreiche Sonderformen.
Nicht jedes Mitgliedsland der UPU muss IRCs am Postschalter ausgeben, aber jedes (mit Ausnahme Taiwans!) muss sie - theoretisch - annehmen. Die nationalen Postverwaltungen bestellen die gewünschte Anzahl bei der Zentraldruckerei in Bern, wobei es gestattet ist, im Mittelfeld der Frontseite einen Text mit einer nationalen Währungseinheit anzubringen, der aber für den internationalen Austausch belanglos ist. Im Regelfall wird der IRC bei der Ausgabe im linken Feld gültig gestempelt und bei der Annahme durch einen Stempel im rechten Feld entwertet. Es gilt aber auch jeder IRC, der im linken Feld einen offiziellen Eindruck enthält oder dessen linkes Feld weder bedruckt noch gestempelt ist.
Wie stark sich der IRC als Pseudo-Währung durchgesetzt hat, geht aus dem Umstand hervor, dass weniger als die Hälfte der ausgegebenen Scheine (rund dreißig Millionen pro Jahr) auch wieder eingelöst werden.

1975: Ein neuer Standard
Seit dem 1. Januar 1975 gilt weltweit der standardisierte "blaue" Schein auf getöntem Papier mit eingedrucktem UPU-Wasserzeichen. Es gibt ihn in mehreren Ausführungen mit je zwei Varianten: Der ursprüngliche "C22", der bis in die Neunzigerjahre ausgegeben wurde, galt ausdrücklich für einen "Standardbrief zum Versand per Landpost ins Ausland", Der zweite "C22" galt hingegen bereits für einen "Standardbrief zum Versand der Luftpost ins Ausland." - Abgelöst wurde der "C22" durch den "CN01", der ebenfalls den Luftpostversand vorsieht, zunächst die Formulierung des neuen "C22" übernahm: "d'une lettre ordinaire, expédiée à l'étranger par voie aérienne", was später jedoch ersetzt wurde durch die korrigierte Formulierung: "d'une lettre-avion ordinaire expédié à l'étranger." Auch der Antwortschein selbst und sein Wasserzeichen haben sich verändert. Das Wertzeichen aus feinem, weissem Hanffasergewebe wurde durch widerstandsfähigeres Papier ersetzt, das auch einer mechanischen Bearbeitung standhält. Ursprünglich wurde das Wasserzeichen mit einer Abtropfrolle eingearbeitet, später wurde dazu eine Platte eingesetzt. Die von Grasset schon für das erste Exemplar entworfenen Symbole der Hemisphäre mit Brieftaube hielten sich bis zur Einführung des Beijing-Modells Nr. 1 im Jahre 1999.


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